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 Serena Caruso

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Serena

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BeitragThema: Serena Caruso   Do Mai 05, 2016 12:06 am

¬ PERSÖNLICHE DATEN:

Vorname: Serena
Nachname: Caruso
Nickname: Rena, "Speedster", "Pace Devil"

Alter: 25 Jahre
Herkunft: Arénicañón, Grand Line
Rasse: Mensch
Zugehörigkeit: Taverne zur Blauen Sonne, Piratin
Rang: Archäologin, Barkeeperin


¬ KÖRPERLICHE DATEN:

Größe: 1,74 m
Gewicht: 57,4 kg
Aussehen:
Serena ist eine junge, hellhäutige Frau mit pinkfarbenen Haaren, die ihr auffälligstes Merkmal darstellen. Ihre Haare sind wellig und reichen ihr bis zur Mitte ihres Rückens. Die Länge ihres Haars lässt sich aber selten bis dorthin messen, da sie es meistens zu einem Pferdeschwanz trägt. Außerdem trägt sie ihren Pony zu einem linken Seitenscheitel. Ihr hübsches rundes - aber keineswegs korpulentes - Gesicht wird von zwei Strähnen eingerahmt, die ihr bis zu ihrer Oberweite reichen.. Sie hat grüne Augen von denen aus ein paar längere Wimpern zu den Schläfen zeigen. Zudem ziert eine kleine Nase ihr hübsches Gesicht.
Serena ist eine schlanke und attraktive Frau. Sie besitzt eine schlanke Taille und eine üppige Oberweite, die sie sich als Kind nie zu träumen gewagt hatte. Nun misst ihr Brustumfang stolze 95 cm, womit sie wegen ihrer schlanken Figur dir Körbchengröße H besitzt. Ihre schlanke Taille wird mit einem Umfang von 57 cm unterstrichen und ihr Hüftumfang beträgt 87 cm. Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße besitzt sie zudem recht lange Beine. Des Weiteren ist ihr linkes Bein mit einem Tribal bestückt, das in ihrer Lieblingsfarbe Blau gefärbt ist und sich vom Oberschenkel mit einer kurzen Unterbrechung komplett über ihr Bein bis hinunter zu ihrem Fuß zieht. Außerdem ziert eine Narbe ihren rechten Unterschenkel.

Serena ist warmes Klima gewöhnt und daher eher leichter und mit dünnerem Stoff bekleidet. Sie trägt häufig bauchfreie Oberteile, die gelegentlich einen tieferen Ausschnitt besitzen. Sofern ihre Oberteile ärmellos sind, hüllt sie ihre Arme für gewöhnlich in Handschuhe, die ihr bis über die Ellenbogen reichen. Von der Hüte abwärts trägt sie bevorzugt Kleidungsstücke, die ihr genügend Beinfreiheit geben. Letztendlich trägt sie aus diesem Grund auch gerne Kleider. Ein weiterer Grund, weshalb sie gerne Kleider trägt, ist, dass sie sich ab und zu auch mal etwas eleganter anziehen will. In ihrem bisherigen Leben hat sie aber noch nie Schuhe mit Absätzen getragen, sondern stets flache Schuhe. Serena zeigt ihre Ohren so gut wie nie, da sie fast rund um die Uhr Ohrenschützer trägt, ersatzweise aber auch Kopfhörer oder ähnliches. Solche Ohrenschützer trug sie auf ihrer Heimatinsel, damit kein Sand in ihre Ohren dringen konnte. Mittlerweile trägt sie sie aus Gewohnheit. Selbstverständlich nimmt sie diese ab, wenn sie ein Bad oder eine Dusche nimmt. Allerdings verzichtet sie nicht immer darauf, wenn sie schläft. Weiterhin trägt sie oft einen Umhang, der sie nicht nur wärmt oder sie vor Sonnenstrahlen schützt, sondern ihr auch dabei hilft, ihr Gesicht und damit ihre Identität zu verbergen.
Kälte ist Serena nicht gewohnt. Deshalb hüllt sie sich bei kälteren Temperaturen in entsprechend dickere Kleidung. Ein Oberteil, das dann ihren Bauch verdeckt sowie eine Jacke oder ein Mantel dürfen dann nicht fehlen. Oft wärmt sie sich aber auch einfach nur mit ihrem Umhang.

Standard-Outfit:
 
Kleid:
 

Merkmale: Serenas womöglich auffälligstes Merkmal sind ihre pinken Haare, trotz der Tatsache, dass diese Haarfarbe bestimmt auch andere Personen besitzen. Ansonsten ist die Pinkhaarige aber auch an ihrem Markenzeichen, die Ohrenschützer, ihrem blauen Tribal am linken Bein oder ihrer Narbe am rechten Oberschenkel wiederzuerkennen. Für letztere beiden gilt, dass diese nur bei entsprechender Kleidung erkennbar sind.


¬ CHARAKTERISTISCHE DATEN:

Persönlichkeit: Serena ist eine sehr mutige und abenteuerlustige junge Frau. Sie interessiert sich sehr für Geschichte und altertümliche Kulturen und würde am liebsten durch die Zeit reisen, um Historisches persönlich mitzuerleben. Dies ist leider nicht möglich. Aus diesem Grund wurde sie Archäologin und erkundet gerne ihr unbekannte Orte, damit sie eben Hinterlassenschaften aus vergangenen Zeiten entdecken kann. Dabei scheut sie keine Gefahren. Dementsprechend ist sie relativ waghalsig, zumal sie der Auffassung ist, dass man sich etwas trauen und den ersten Schritt setzen muss, wenn man voran kommen will. Ihrer Ansicht nach hält Angst einen davon ab zu dem zu werden, zu dem man bestimmt ist. Dennoch besitzt sie einen großen Überlebenswillen, den sie vermutlich von ihrer Mutter und ihrem Großvater geerbt hat, und geht selten Risiken ein, die ihr Leben ernsthaft gefährden könnten. Dieser Überlebenswille rührt aber auch daher, dass sie ihres Wissens nach die einzige Person ist, die Porneglyphe entschlüsseln kann. Deshalb wägt sie in jeder gefährlichen Situation ab, ob es sich lohnt, das Risiko einzugehen. Nichtsdestotrotz ist sie sehr unerschrocken und gibt ihr Bestes, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei lässt sie sich auch von nichts abbringen. Sollte sich ihr ein schier unüberwindbares Hindernis in den Weg stellen, gibt die Archäologin nicht gleich auf, sondern bleibt hartnäckig und sucht nach einem anderen Weg, um ihr Ziel zu erreichen. Die Möglichkeit, ein Porneglyph zu finden, ist für sie deshalb immer Grund genug, um sich in das nächste Abenteuer zu stürzen und letztendlich auch ihr Leben zu riskieren. Porneglyphe sind jedoch nicht der einzige Grund für die Archäologin, um ein Abenteuer zu bestreiten. Zunächst liebt sie generell Abenteuer. Deshalb schnappt sie auch gerne Gerüchte auf, da jedes von ihnen ein Abenteuer einleiten könnte. Außerdem hat sie aus dem gleichen Grund viel für Mysterien und Legenden übrig. Diese möchte sie nämlich näher ergründen, was in der Regel in einem Abenteuer endet. Grundsätzlich lässt sie sich ungern etwas entgehen, wenn dieses Etwas ihr Interesse geweckt hat. Egal wie unmöglich es erscheint, mehr darüber herauszufinden, Serena lässt es lieber auf einen Versuch ankommen, ehe sie es gleich sein lässt. Sie denkt nämlich, dass sie solche Gelegenheiten beim Schopfe packen muss, da sie sich kein zweites Mal ergeben.
Des Weiteren besitzt Serena eine Vorliebe für Geld. Die Pinkhaarige weiß den Wert von Geld zu schätzen, da sie selbst in ärmeren Verhältnissen aufwuchs, und versucht wo es nur geht an welches zu gelangen. Daher lässt sie die Aussicht auf einen Schatz ungern verstreichen, auch hier scheut sie sich nicht davor, ihr Leben zu riskieren. Serena ist, wenn es um Geld geht, sogar so hinterhältig und skrupellos, dass sie einen übers Ohr haut oder einen günstigen Moment abwartet, um andere zu bestehlen. Jedoch ist sie nicht dumm, denn sie würde für kein Geld der Welt preisgeben, was auf den Porneglyphen steht. Darüber redet sie wenn dann nur mit Personen, denen sie blind vertrauen kann. Trotz ihrer Liebe zum Geld beabsichtigt sie nicht wirklich, ihr Geld zu sparen, da sie es genauso gerne ausgibt. Die junge Frau wird nämlich schnell neidisch auf andere, wenn diese etwas ihr Eigen nennen, was sie selbst nicht besitzt. Aus diesem Grund gönnt sich gerne mal etwas.  Am liebsten gibt sie ihr Geld jedoch für andere ihrer Vorlieben aus, allen voran Süßigkeiten und Alkohol. Außerdem wird die Abenteurerin recht schnell eifersüchtig, da sie ungern etwas teilt, das ihr lieb und teuer ist. Allerdings sieht sie es nicht gerne, wenn jemand anderes ohne ihre Erlaubnis ihr Geld ausgibt.
Mindestens genauso verrückt wie nach Geld ist Serena nach Säugetieren. Sobald sie eines sieht kann sie schlicht und ergreifend nicht anders, als es in den Arm zu nehmen, sofern die Größe es zulässt. Durch ihre Liebe zu Säugetieren würde sie nie auf die Idee gekommen, auch nur einem zu schaden. Unter den Säugetieren sind ihr Hunde am liebsten. Die junge Frau erträgt es auch nicht, wenn ein Mensch einem dieser meist unschuldigen Geschöpfe willentlich schadet. Solche Tierquäler verabscheut sie abgrundtief, so dass sie nicht davor zurückschreckt, sie für die Qualen, die die Tiere erleiden mussten, zu bestrafen. Dennoch ist sie keine Vegetarierin und verzehrt auch das Fleisch von Säugetieren. Selbst wenn sie sich dann darüber im Klaren ist, dass dafür Säugetiere getötet wurden, verfolgt sie dabei das Motto: Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß. Solange sie also selbst nichts über die Umstände des Todes dieser Säuger weiß, scheint es ihr doch egal zu sein.
Die Lieblingsfarbe von Serena ist - nein, nicht pink, weil ihre Haare diese Farbe besitzen - blau. Serena mag nahezu alles, was eine blaue Farbe besitzt. Sei es blaue Kleidung, blaues Essen, der blaue Himmel oder blaue Flecken - Letzteres wohl lieber bei anderen als bei sich. Sobald Serena etwas Blaues erblickt und es erwerben kann, so tut sie dies auch, außer man redet es ihr aus oder hält sie sonst davon ab. Ansonsten kann sie allem was Blau ist beinahe genauso wenig widerstehen wie Säugetieren, nur dass sie nicht gleich alles Blaue umarmen will. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, z. B. das Symbol oder die Uniformen der Marine. Anders gesagt können ihre Abneigungen ihrer Vorliebe zur Farbe Blau entgegenstehen.
Serena trägt das Herz auf der Zunge. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was sie denkt. Ihr bereitet es großen Spaß, sich auf Kosten anderer zu amüsieren. Ein Beispiel dafür ist, dass sie Personen meist abfällige Spitznamen gibt. Dies tut sie nicht, weil sie sich Namen so schlecht merken kann, sondern weil sie andere damit kränken will, insbesondere Personen, die ihr auf die Nerven gehen. Die Pinkhaarige ist zwar schnell mal eingeschnappt, wenn sie einen passenden Spruch zu hören bekommt, doch sie ist auch schlagfertig und hat schnell einen passenden Konter parat. Man wäre bei ihr auch besser daran, sie ihn Ruhe zu lassen, da sie ansonsten schnell unter die Gürtellinie gerät. Sie bewahrt dabei aber völlig die Ruhe und lässt sich nicht so leicht aus der Fassung bringen. In solchen Fällen macht sie sich ein genaues Bild von ihrem Gegenüber, wenn nicht sogar von ihrer ganzen Umgebung, damit sie wieder richtig austeilen kann. Zudem scheut Serena sich nicht davor, sarkastische Bemerkungen über ihre Lippen zu bringen oder Kraftausdrücke zu benutzen. Mit ihrer sarkastischen Art macht sie es anderen schwer, ihre wahren Gefühle zu verstehen, was ihr ziemlich gelegen kommt. Serena bezweckt mit ihnen nämlich oftmals ihren Kummer zu verbergen oder diesen selbst zu vergessen, und wenn es nur für diesen Moment ist. Allgemein neigt Serena dazu sich anderen zu verschließen, wenn es um ihre Gefühle geht oder sie etwas über sich preisgeben soll, dass sie lieber für sich behalten sollte. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie die Porneglyphe entziffern kann. Diese Tatsache teilt sie nur denen mit, von denen sie glaubt, dass sie ihnen vertrauen kann - sprich, dass sie mit diesem Wissen nicht gleich zur Marine oder Weltregierung gehen und sie ihnen ausliefern. Wenn sie jemand bedrängt und sie sich doch gezwungen sieht, ihren Gegenüber mit einer Antwort zufrieden zu stellen, kann sie halt noch lügen ohne rot zu werden. Generell ist sie aber gegenüber Personen, denen sie vertraut oder die sie Freunde nennt, offener. Wenn jemand dieser Personen aber ihr Vertrauen missbraucht und sie sich dadurch hintergangen fühlt, entwickelt sie einen Hass gegen diese Person und will sich an ihr für das Täuschen rächen. Die Ausmaße ihrer Rache variieren von Fall zu Fall, aber sie kann so weit gehen, dass sie die andere Person versucht umzubringen. Ansonsten versteckt sich hinter ihrem Sarkasmus noch, dass sie sich ungern etwas vorschreiben lässt, sie kann regelrecht aufmüpfig werden. Viel lieber setzt sie ihren eigenen Kopf durch, ganz besonders wenn es darum geht, ihre Abenteuerlust zu befriedigen. Das bedeutet aber keineswegs, dass sie absolut keine Befehle von ihren Vorgesetzten ausführt. Manchmal sträubt sie sich zunächst nur dagegen, um ihn zu ärgern, aber letztendlich hört sie doch auf ihn, auch wenn sie dann häufig so tut, als hätte sie es eh vorgehabt. Das sieht aber auch wieder anders aus, wenn sie in demjenigen, der ihr einen Befehl erteilt, einen Freund sieht. Die Ansichten ihrer Freunde sind ihr nämlich wichtig und Freunden vertraut sie auch so weit, dass sie davon ausgeht, dass sie ihr nichts Böses, sondern ihr eher helfen wollen. Außerdem helfen sich Freunde gegenseitig, weshalb sie von einem beidseitigem Geben und Nehmen ausgeht und sie sich deshalb darauf verlässt, dass ihren Freunden ihre Meinung ebenso wichtig ist.
Serena ist eine kleine Naschkatze. Durch den Verzehr von Süßigkeiten kann sie ein wenig abschalten und sich entspannen. Sie hat sogar regelrecht eine Sucht nach Kaugummis entwickelt. Andere können sie zumindest sehr oft dabei erwischen, wie sie eines kaut. Wenn ihr langweilig oder sie genervt ist, dann vertreibt sie sich sogar gerne die Zeit damit, das Kaugummi aufzublasen und wieder platzen zu lassen. Neben den Süßigkeiten genießt sie es auch Alkohol zu trinken. Hierbei würde die Archäologin aber nicht von einer Sucht sprechen. Jedenfalls sind Süßigkeiten und Alkohol Genussmittel, die Serena erst fernab ihrer Heimat kennengelernt und dafür eine Vorliebe entwickelt hat. Weiterhin hilft ihr Musik beim Entspannen. Theoretisch reicht es schon aus, wenn sie bloß welche hört, doch sobald sie anfängt zu summen oder zu singen, kann man sich relativ sicher sein, dass sie tiefenentspannt ist.
Neben ihrer Tätigkeit als Archäologin ist ein Hobby der Pinkhaarigen, Orte, die sie interessant findet, oder andere Auffälligkeiten, an denen sie irgendwie Gefallen findet, zu zeichnen und so auf Papier festzuhalten. Sie glaubt, dass sie dadurch nochmal eine ganze andere Perspektive über das Gezeichnete erhält. Da sie versucht, möglichst viel in ihre Zeichnungen einzubinden, sofern sie die Zeit dazu hat, fallen ihr dabei oft auch erst bestimmte Details auf. Serena zeichnet allerdings allgemein sehr gerne, um sich ein wenig die Zeit zu vertreiben. Dieses Hobby hilft ihr ebenfalls, sich zu entspannen. Nebenbei bemerkt behauptet sie nicht von sich, dass sie ein hervorragende Zeichnerin ist. Trotzdem präsentiert sie Personen, denen sie vertraut, stolz ihre Werke.
Als Nachfahrin eines Teufels von Ohara sieht sie in der Weltregierung und ihr unterstehenden Organisationen ihre Feinde. Eigentlich kann sie niemandem über den Weg trauen, weswegen sie fremden Personen gegenüber zunächst grundlegend misstrauisch eingestellt ist. Aus diesem Grund versucht sie auch ihre Identität so gut es geht zu verschleiern. Allerdings führt ihr Misstrauen auch dazu, dass die junge Frau anderen Menschen gegenüber sehr grausam und brutal werden kann. Serena hat nämlich keinerlei Skrupel davor, andere Menschen zu töten. Dies gilt vor allem für diejenigen, die sie umbringen wollen. Schließlich tötet Serena lieber, bevor sie getötet wird. Dies ist ein weiterer Aspekt ihres Überlebenswillens. Jedoch möchte sie auch jene bestrafen, die den Wert von historisch wertvollen Objekten nicht zu schätzen wissen. Dass sie die Weltregierung aber explizit als ihre Feinde betrachtet, liegt daran, dass sie offenbar alles daran setzt, damit die wahre Geschichte nicht aufgedeckt wird. Serena vermutet daher, dass sich in dieser wahren Geschichte die Grausamkeit der Weltregierung wiederfinden lässt, weswegen sie wiederum in ihr etwas Böses sieht. Da die Marine der Weltregierung untergeordnet ist, gilt für sie dasselbe, wobei Serena diese hauptsächlich deshalb nicht ausstehen kann, weil sie ihr ständig auf den Fersen sind und nahezu überall lauern. Kopfgeldjäger verabscheut sie aus denselben Gründen, die sie fast sogar noch schlimmer als die Marine findet, da sie nicht auf den ersten Blick zu erkennen und demnach eher aus dem Hinterhalt zuschlagen können. Gegen andere Piraten hat sie grundsätzlich erstmal nichts. Die Pinkhaarige macht sich zuerst ein eigenes Bild von anderen Piraten. Sollte sie dabei spitz bekommen, dass sie ihr Böses wollen und ihr z. B. ihr geliebtes Geld stehlen wollen, sieht sie in ihnen direkt Feinde. Andererseits macht sie sich auch ein Bild von den Piraten, um ggf. herausfinden zu können, ob sie nicht einen Schatz besitzen, der es wert wäre, von ihr gestohlen zu werden. In diesem Fall kommt ihre Verschlagenheit zum Vorschein, da sie die Piraten möglicherweise austricksen muss, um an ihren Schatz gelangen zu können. Der Aufwand hängt aber eh davon ab, für wie intelligent Serena diese Piraten hält. Serena besitzt (zurzeit) keine Einstellung zu den Revolutionären, da sie (bislang) noch nichts über sie weiß.


Likes:
• Blau (Lieblingsfarbe)
• Geld
• Mysterien und Legenden
• Gerüchte
• Süßigkeiten
• Alkohol
• Männer
• Säugetiere, insbesondere Hunde
• Punk- und Rock-Musik
• historisch wertvolle Objekte

Dislikes:
• die Farbe Rot
• Weltregierung
• Marine
• Kälte
• Alligatoren
• Fisch (als Speise)
• Sand/Staub in den Ohren
• Tierquäler, ganz besonders, wenn Säugetiere gequält werden
• Personen, die den Wert von historisch wertvollen Objekten nicht zu schätzen wissen
• Mitleid zu erhalten

Ziel: Serena hat nicht bloß ein, sondern zwei Ziele. Ihr erstrangiges Ziel ist es Porneglyphe zu finden, zu entschlüsseln und die verlorene Geschichte aufzuarbeiten. Kurz gesagt: Sie möchte das Rio-Porneglyph finden. Damit bezweckt sie vor allem, dass die Machenschaften der Weltregierung ans Licht kommen.
Der größte Schatz der Welt, das One Piece, stellt das zweite Ziel der Archäologin dar. Sie möchte das One Piece allerdings nicht finden, weil sie Piratenkönigin werden will, sondern weil es für sie eines der größten Mysterien der Welt ist. Sie erhofft sich zudem davon, mehr über Gol D. Roger herauszufinden, den sie ebenfalls für einen sehr geheimnisvollen Mann hält. Des Weiteren ist Serena in dem Glauben, dass ihre beiden Ziele eng beieinander liegen.
Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass Serena die größten Mysterien der Welt auflösen will. Die wahre verlorene Geschichte, die auf den Porneglyphen niedergeschrieben ist, und das One Piece sind die einzigen dieser Mysterien, die sie kennt.


¬ BIOGRAPHIE:

Familie:

Sylvester Caruso (†58):
Sylvester war Serenas Großvater, der 1480 auf Ohara zur Welt kam. Er war einer der Teufel von Ohara und besaß die Fähigkeit, die Porneglyphe zu lesen. Diese Fähigkeit gab er an seine Enkelin weiter. 1496 wollte er sich mit den anderen 33 Archäologen auf die Suche nach den Porneglyphen begeben, doch er galt auf der Insel unter den Studenten als Draufgänger und Unruhestifter, der die anderen nur gefährden würde, weswegen er für diese Aufgabe für persönlich nicht geeignet gehalten wurde. Dies wollte er sich aber nicht gefallen lassen, weshalb er zwei Jahre später auf eigene Faust loszog, um nach den Porneglyphen zu suchen. Während seiner Reise zog es ihn einmal nach Ohara zurück, doch er betrat seine Heimat nie wieder, da er aus der Ferne Zeuge des Buster Calls wurde. Er kehrte noch währenddessen um und suchte das Weite. Nach insgesamt vier Jahren und ein paar entdeckter Porneglyphe erreichte Sylvester Arénicañón, wo er ebenfalls nach einem Porneglyph suchte. Er lernte auf der Insel eine junge mutige Frau kennen, in die er sich verliebte, nachdem sie ihm das Leben gerettet hatte. Sie heirateten und mit 23 Jahren wurde er Vater. Sylvester bekam die Entwicklung seiner Tochter aber kaum mit, da er sich schweren Herzens wieder auf den Weg machte, um weitere Porneglyphe zu finden. Er besuchte seine neue Heimat immer wieder, jedoch in unregelmäßigen Abständen, um seine Familie zu sehen. Dennoch war er nicht da, als seine Frau und Jahre später seine Tochter starb. Nach dem Tod seiner Tochter setzte er sich jedenfalls zur Ruhe und kümmerte sich fortan um seine Enkelin. Er wurde 1538 im Alter von 58 Jahren von einem Cipherpol-Agenten ermordet.

Viola Caruso (†31):
Viola ist Serenas Mutter und kam 1503 in Rocuenco zur Welt. Die pinkhaarige Schönheit war eine sehr fürsorgliche Mutter und wollte stets das beste für ihre einzige Tochter, vor allem weil diese nie die Möglichkeit erhielt, ihren Vater kennenzulernen. Dies bedeutete allerdings, dass sie als Prospector immer wieder die Stadt verlassen musste, um Aufträge zu erledigen, damit sie sich selbst und ihre Tochter versorgen konnte. Daheim brachte sie Serena immer zu Bett und sang für sie, bis sie einschlief. Während eines Auftrags wurde sie von einem Tyrannen schwer verwundet, so dass sie später im relativ jungen Alter von 31 Jahren trotz ihres Willens zu Überleben, um für ihre Tochter da zu sein, diesen Verletzungen erlag.

Byron Wilson (†23):
Byron ist Serenas Vater und war der Verlobte von Viola. Er hat seine Tochter nie kennengelernt, da er kurz vor ihrer Geburt in einem Gefecht gegen ein paar "Saviors" sein Leben verlor. Deshalb konnte er seine Verlobte auch logischerweise nicht mehr heiraten.

Tyson (unbekannt)
Tyson ist ein Stahlschädelschakal und der beste Freund von Serena. Für Serena ist er ein Teil ihrer Familie. Die beiden lebten ein paar Jahre zusammen auf Arénicañón und erlebten gemeinsam Abenteuer. Dabei wurden sie gemeinsam stärker und bildeten ein immer besseres Team. Die "Saviors" entrissen Tyson Serena, woraufhin er an eine Familie auf einer anderen Insel verkauft wurde. Serena weiß weder wo er sich zurzeit aufhält, noch ob er überhaupt am Leben ist.

Eckdaten:
0 Jahre: Geburt in Rocuenco
6 Jahre: Beginn der Ausbildung
8 Jahre: Das Porneglyph in Phantom's Hall; Freundschaft mit Palap Kira
9 Jahre: Violas Tod; Beginn des Porneglyph-Studiums
12 Jahre: Erster Besuch in Puderado; Bekanntschaft mit Prinzessin Anchantia
13 Jahre: Die Ermordung des Teufels
14 Jahre: Freundschaft mit Tyson
16 Jahre: Tysons Entführung
18 Jahre: Angriff auf das Königshaus; Beginn der eigenen Reise
22 Jahre: Verzehr der Reset-Frucht, Porneglyph-Suche auf Sandy Island


Geschichte:

Prolog: Die neugeborene Halbwaise

Die junge Viola Caruso, Mitglied der Prospector, wuchs in Rocuenco auf. Ihre Mutter verstarb, als sie 14 Jahre jung war. Das Verhältnis zu ihrem Vater Sylvester war ziemlich angespannt. Viola glaubte immer, dass sie nie einen richtigen Vater hatte, da Sylvester die meiste Zeit auf Reisen war und somit beinahe Violas komplette Kindheit verpasste und wie sie zu einer jungen Frau heranwuchs. Aus diesem Grund fühlte Viola sich nach dem Tod ihrer Mutter allein und im Stich gelassen, obwohl sie Freunde hatte. Diese unzufriedenen Zeiten änderten sich, als die Forscherin sich im Altern von 19 Jahren in den gut gebauten Byron Wilson verliebte, der zu den Armado gehörte. Es kostete Viola nicht viel Überwindung, um den jungen Mann anzusprechen. Daraufhin verabredeten sie sich regelmäßig, bis Byron schließlich dieselben Gefühle für sie hegte, woraufhin sie später sogar als Team zusammenarbeiteten und gemeinsam Arénicañón erkundeten. Die beiden führten eine Beziehung und kosteten ihre Zweisamkeit so gut es nur ging aus. Dennoch wollten sie nichts überstürzen, doch nach 3 Jahren Beziehung hielt Byron um Violas Hand an. Wenige Wochen nach der Verlobung erfuhren die beiden, dass sie gemeinsam ein Kind erwarteten. Das Glück der beiden Verlobten war fast perfekt.
Byron kümmerte sich liebevoll um seine schwangere Verlobte. Er konnte es kaum erwarten, dass ihr gemeinsames Kind geboren wurde. Ihm war es egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen würde. Das Wichtigste für ihn war, dass das Kind gesund zur Welt kam und dass Viola glücklich war, denn wenn sie es war, dann war er es auch. Gemeinsam beschlossen die beiden, erst dann zu heiraten, nachdem ihr Kind zur Welt kam. Das Schicksal meinte es aber nicht gut mit den beiden. Um für seine Familie vorzusorgen, arbeitete Byron härter als zuvor. Während eines Auftrags gerieten er und sein Team mit einer Gruppe "Saviors" aus Puderado aneinander. Nach einem kurzen Wortwechsel entstand eine gewaltsame Auseinandersetzung, nach der es auf jeder Seite einen Toten gab, den die Überlebenden in der Hoffnung auf Rettung in ihre Heimat brachten. Auf Seiten Rocuencos hatte es leider Byron erwischt. Dieser Kampf fand genau an dem Tag statt, als seine und Violas Tochter geboren wurde.

Viola war überglücklich, als sie ihre Tochter in ihren Armen hielt. Sie konnte ihr Glück genau genommen kaum fassen, allerdings währte dies nur solange, bis die Botschaft über den Tod ihres Verlobten sie erreichte. Ihre Tochter hielt sie daraufhin weinend und schützend in ihren Armen. Die frisch gewordene Mutter trauerte nicht bloß um ihren Verlobten Byron, sondern auch über die Tatsache, dass das kleine Geschöpf in ihrem Arm niemals ihren Vater kennenlernen würde. Und andersherum hatte Byron nie die Möglichkeit erhalten, seine Tochter zu sehen, was sie ebenfalls sehr mitnahm. Viola war mit Glück und Trauer zugleich gefüllt. Dasselbe galt für ihre Tränen, die sie zum einen aus Freude über ihr Neugeborenes als auch aus Trauer um ihren Verlobten vergoss. Das lächelnde Gesicht ihres Babys konnte sie ein wenig aufmuntern, als sie in dieses sah. Meine Kleine ... Es tut mir Leid, dass du deinen Vater nie kennenlernen wirst. Ich bin mir sicher, er wäre sehr stolz, wenn er dich jetzt in seinen Armen halten könnte. Eines verspreche ich dir: Ich werden den Willen deines Vaters fortsetzen, dich beschützen und alles daran setzen, damit du glücklich bist ... Serena!, vesprach Viola ihrer Tochter. Der Name kam nicht von irgendwoher. Es war Byrons Wunsch, dass ihr Kind, sollte es ein Mädchen sein, den Namen Serena erhält. Sie meinte damals noch, dass sie noch etwas Zeit hätten, sich einen Namen zu überlegen, da sie damals nicht ganz mit dem Namen einverstanden war. Doch nun fiel ihr die Entscheidung leicht und der Name Serena besaß für Viola einen schönen Klang.


Kapitel I: Familie und Freunde

Viola hielt das Versprechen, das sie ihrer Tochter gegeben hatte. Sie beschütze ihre Tochter so gut es ging und nahm ihre Arbeit sehr ernst, damit sie Serena ernähren konnte. Außerdem brachte Viola Serena jede Nacht ins Bett und sang ihr ein Gute-Nacht-Lied vor, bis sie einschlief. Drei Jahre zogen ins Land, in denen Serena wie jedes andere Kind lernte zu laufen und zu sprechen, allerdings war sie den anderen Kindern in einem Punkt voraus, da sie bereits mit drei Jahren lesen und schreiben konnte. Selbst das Zeichnen, worin Serena großen Gefallen fand, beherrschte sie in dem Alter besser als die meisten anderen Kinder. Ihre Mutter könnte kaum stolzer sein, vor allem da ihre Tochter wirklich glücklich zu sein schien. Deshalb war Viola sich auch sicher, dass Byron mindestens genauso stolz auf Serena wäre, nein, dass er es sogar ist.
Die Mutter der Pinkhaarigen legte auch großen Wert darauf, dass ihr "Baby" das soziale Leben kennenlernte und mit anderen Kindern interagierte, da sie die Ansicht vertrat, dass Serena viel von und mit anderen Kindern lernen konnte. Aus diesem Grund traf Viola sich nach getaner Arbeit nahezu täglich mit anderen Eltern und ihren Kindern, die etwa in Serenas Alter waren, damit Serena mit ihnen spielen und Freundschaften schließen konnte. Der Plan ging auf. Serena fand in den Jungen Brandon und Daryl gute Freunde. Schon nach wenigen Treffen und den wenigen Stunden, die sie bis dahin gemeinsam verbracht hatten, hatte es den Anschein, als seien die drei unzertrennlich. Dies war mitunter so schlimm, dass die drei Kinder sauer auf ihre Eltern waren, wenn sie alle nach Hause gingen. Viola freute und amüsierte sich jedes Mal darüber, wenn Serena selbst Zuhause an ihre besten Freunde dachte und ausgelassen von ihnen redete. Die Dreijährige nahm gerne Stift und Papier zur Hand und zeichnete abends gerne die kleinen Abenteuer, die sie mit den beiden erlebt hatte. Nachdem sie ihr Werk fertiggestellt hatte, präsentierte sie Viola immer stolz ihre Zeichnung. "Mama, Mama, sieh mal. Das bin ich, Brandon und Daryl und wir klettern auf den höööööööchsten Berg, den es gibt.", erzählte Serena eines Abends stolz zu ihrem Bild. Viola sah sich die Zeichnung genau an, zum einen, da sie ihre Tochter nicht kränken wollte und zum anderen, weil sie oft erstaunt über die Zeichenkünste ihrer Tochter war. Über die Zeichnungen und Serenas Begeisterung amüsierte sich die stolze Mutter meistens. Immerhin hatte sie gesehen, was die drei gespielt hatten. An diesem Abend brachte sie ihrer Tochter aber auch noch etwas bei. "Es freut mich, dass du so viel Spaß mit deinen Freunden hast. Doch höre mir bitte einmal gut zu, meine Süße. Du hast dich gerade als Erste genannt, doch man nennt sich selbst immer erst zum Schluss, verstehst du das?" Serena sah ihre Mutter daraufhin ein wenig irritiert an, aber sie ließ sich nochmal durch den Kopf gehen, was sie gerade gesagt hatte. Fragend sprach sie zu ihrer Mutter: Also Brandon, Daryl und ich? Viola lächelte ihre Tochter an und nickte ihr zu. Außerdem wuschelte sie durch die Haare ihrer Tochter und sagte: "Genau. Du hast es verstanden. Gut gemacht, Serena." "Jaaaaa, wieder was dazugelernt!", freute sich die Dreijährige.

Als Serena vier Jahre alt war, kehrte Sylvester, Violas Vater, nach Hause zurück. Ihn traf erstmal der Schlag, denn erst mit seiner Rückkehr nach einer langen Reise erfuhr er, dass seine Tochter ein Kind bekommen hatte. Obwohl die Beziehung zwischen Vater und Tochter nicht die Beste war, war es Viola wichtig, dass ihre Tochter ihren Großvater kennenlernte. Sylvester freute sich darüber, seine Enkelin kennenzulernen und selbiges galt für Serena, die sich freute, ihren Großvater kennenzulernen. Der Anblick der beiden, wie Serena auf dem Schoß ihres Großvaters saß und er ihr ein wenig von seiner Reise erzählte, zauberte Viola am Ende sogar ein Lächeln aufs Gesicht. Serena hörte ihrem Großvater begeistert zu, als er ihr etwas von seiner Tätigkeit als Archäologe erzählte und er deshalb die ganze Welt bereiste. Von den Porneglyphen erzählte er ihr jedoch nichts, aus dem einfachen Grund, um sie zu schützen. Nicht einmal Viola wusste etwas davon, jedoch sehr wohl seine bereits verstorbene Frau. Die Vierjährige zeigte jedenfalls großes Interesse für die Geschichten ihres Großvaters. Der war selbst ganz überrascht darüber, dass seine Enkelin sich so sehr für sie Geschichten interessierte. Es kam sogar dazu, dass Sylvester anstelle von Viola Serena auf eigenem Wunsch hin ins Bett brachte. Viola war deswegen nicht gekränkt. Sie verstand es zwar nicht, aber sie freute es, dass ihre Tochter sich so sehr für die Geschichten ihres Großvaters begeisterte. Sylvester dachte, dass es damit getan sei, Serena ins Bett zu bringen, wenn er sie ins Bett trug, dann zudeckte, ihr noch einen Kuss auf die Stirn gab und beim zu guter Letzt beim Verlassen des Zimmers das Licht abschaltete. Doch das war weit gefehlt.
Der Großvater arbeitete seine Liste weitestgehend ab, doch kurz bevor er das Licht ausschaltete, sprach die Vierjährige zu ihm: "Wohin gehst du, Opa? Ich dachte, du erzählst mir noch eine Geschichte." Sylvester blieb wie erstarrt stehen. Er dachte wohl, dass er sich verhört habe, denn es brauchte einen Moment, bis er sich umdrehte. Als er sich dann zu seiner Enkelin drehte, sah er ihren erwartungsvollen Blick während sie sich ihre Decke bis über ihren Mund gezogen hatte. Ein wahrhaft süßer Anblick, wegen dem der Archäologe ihrer Bitte nachkam und sich zu ihr ans Bett setzte. Ein herzerwärmendes Lächen legte sich auf das Gesicht des zu dem Zeitpunkt 50-jährigen. Schließlich erzählte er: "Natürlich, mein kleiner Engel. Dann fange ich mal an. ... Vor vielen Jahren lebte auf einer weit entfernten Insel ein junger Archäologe, der von seinen Kollegen nicht ernst genommen wurde. Sie hatten eine wichtige Mission und setzten die Segel, um diese zu erfüllen, doch der junge Archäologe durfte sie nicht begleiten. Die anderen dachten, dass er die Mission gefährden würde. Damit gab er sich aber nicht zufrieden. Ein paar Jahre später begann er seinen eigene Reise und nahm sich ebenfalls dieser Mission an. Er wollte allen anderen zeigen, dass sie ihn falsch eingeschätzt hatten. Doch er musste aufpassen. Böse Menschen waren hinter ihm und seinen Kollegen her, die ohne ihn Segel gesetzt hatten. Nach einiger Zeit erreichte er eine Insel, auf der er einen Anhaltspunkt für das Erfüllen seiner Aufgabe fand. Er ging dieser Spur nach, doch er musste schnell feststellen, dass seine Verfolger sich ebenfalls auf der Insel aufhielten. Deshalb war er vorsichtig und mischte sich unter das Volk. Zu seinem Glück wussten diese bösen Menschen nicht, dass er zu den Archäologen gehörte, nach denen sie suchten. Deshalb entschloss er sich dazu, sich nichts anmerken zu lassen. Nachdem sich herausstellte, dass diese Schurken wegen etwas anderem auf der Insel waren und sie diese schließlich wieder verließen, fuhr der junge Abenteurer damit fort, seine aufgenommene Fährte weiterzuverfolgen. Letztendlich fand er ein Puzzleteil, das er zum Erfüllen der Mission benötigte. Willst du wissen, was er daraufhin getan hat?" Sylvester blickte zu Serena. Er hatte sich so in seine Erzählung vertieft, dass er nicht gemerkt hatte, dass Serena bereits eingeschlafen war. Sie lächelte. Er hatte ihr mit seiner Geschichte sicher eine Freude gemacht und nun erlebte sie im Land der Träume ihre eigenen Abenteuer. Aus diesem Grund ließ Sylvester das Mädchen schlafen, stand vom Bett aus und verließ das Zimmer. Das Licht stellte er nun auch aus. Danach legte er sich auch selbst schlafen.
In den folgenden Nächten brachte Viola wieder Serena ins Bett, was bedeutete, dass sie dem Gesang ihrer Mutter lauschte, bis sie einschlief. Als Sylvester aber wieder an der Reihe war, fuhr er mit seiner Geschichte fort. "Wo waren wir stehen geblieben?", fragte er Serena. Sie antwortete: "Der Archäologe wurde seine Verfolger los. Wie ging es dann weiter?" Sylvester lachte. Die Vierjährige hatte tatsächlich einen Teil verschlafen, aber das machte nichts. Er wiederholte diesen Teil und fuhr dann fort: "Der Archäologe suchte nach weiteren Teilen, um das Puzzle zu vervollständigen. Manche Spuren brachten ihn seinem Ziel näher, die meisten führten aber ins Nichts. Als er nach einiger Zeit nach Hause zurückkehren und den anderen Archäologen seine Ergebnisse mitteilen wollte, sah er die Tragödie, die seine Heimat heimsuchte. Sie stand in Flammen. Die boshaften Menschen, die ihn und seine Kollegen verfolgten, hatten sie in Brand gesteckt. Dieses Schauspiel konnte er sich nicht lange ansehen. Er kehrte um und setzte seinen Weg fort. Später erfuhr er, dass seine Heimat ausgelöscht wurde. Eine Zeit lang war er im Glauben, dass die Bösewichte die Verfolgung aufgegeben hatten, doch er wurde schnell eines Besseren belehrt. Auf den Kopf des jungen Archäologen wurde ein Kopfgeld ausgesetzt. Nun war ihm die ganze Welt auf den Fersen." Dieses Mal war Serena nicht eingeschlafen. Die Geschichte ihres Großvaters hatte sie zu sehr gefesselt. Sie bekam allerdings auch mit, dass ihn etwas bedrückte. Serena sprach zu Sylvester: "Das ist ja furchtbar. Der Arme hat seine Heimat verloren. Und dann suchen ihn alle, obwohl er nichts angestellt hat. Aber ich möchte dich gerne etwas fragen. Was ist ein Kopfgeld?" Sylvester war über Serenas Reaktion sichtlich überrascht. Sie schien mehr zu verstehen, als er vermutet hatte. Am Ende lächelte er deswegen. Er streichelte über Serenas Kopf und sprach zu ihr: "Das erzähle ich dir ein anderes Mal. Das reicht für heute. Bitte schlaf jetzt, kleiner Engel. Und mach dir nicht zu viele Gedanken darüber." Sylvester verließ daraufhin einfach das Zimmer und ließ Serena allein.

Am nächsten Morgen teilte er Viola und Serena mit, dass er bald wieder aufbrach. Er gab keinen Grund an, aber Viola fragte eh nach keinem, da sein Entschluss sie kaum verwunderte. Nur Serena war betrübt darüber, da sie noch mehr Zeit mit ihrem Opa verbringen wollte. Das reichte aber nicht aus, um ihren Großvater umzustimmen. Am Tag seines Aufbruchs wollte Serena ihn wenigstens verabschieden. Das bedeutete, dass sie ihn zu seinem Boot oder Schiff begleiten wollte, doch dagegen hatte Viola etwas einzuwenden. "Das lasse ich nicht zu, Serena. Du kannst dich hier von deinem Opa verabschieden. Außerhalb der Stadt ist es für dich viel zu gefährlich für dich.", gab Viola Serena zu verstehen. "Ich will ihn aber begleiten!", erwiderte sie, doch Viola blieb stur. Tränen sammelten sich in Serenas Augen, woraufhin Sylvester sich einmischte. "Ich verstehe dich, Viola. Die Gefahren da draußen sind mir bekannt. Allerdings denke ich, dass du sie beschützen kannst und die Kleine wird sich freuen, wenn sie mal raus aus Rocuenco kommt. Früher oder später wird dies eh der Fall sein. Du wirst sie nicht ewig hier festhalten können. Wenn du mich fragst, dann hat sie das Herz eines Abenteurers. Das hat sie bestimmt von dir." "Was weißt du schon über mich oder wie man sich um sein Kind kümmert? Du kennst mich doch kaum, weil du kaum Zuhause warst." Serena war anwesend, als ihre Mutter ihren Großvater anpfiff. Sie fing an zu weinen, weil sie sich offenbar stritten. Um dies nicht länger mitanzusehen, ging sie auf ihr Zimmer und weinte sich dort aus. Viola sprach weiter zu ihrem Vater: "Tatsächlich habe ich mich darüber gefreut, dass Serena einen so guten Draht zu dir hat. Ich war sogar fast ein wenig neidisch, aber ich freute mich für sie. Sie wird ohne ihren Vater aufwachsen, weil er bereits tot ist. Dass du Zeit mit ihr verbracht hast, gab mir kurz das Gefühl ... ist ja auch egal. Ich finde es einfach nur traurig, dass du schon wieder aufbrichst. Ich sehe jetzt nach meiner Tochter." Selbst Viola kamen die Tränen, die sie sich aber wieder wegwischte, bevor sie Serenas Zimmer betrat. Obwohl Serena auf sie sauer war, nahm Viola ihre Tochter trotzdem in den Arm und tröstete sie. Um ihr letztendlich doch eine Freude zu machen, sprang sie sogar über ihren Schatten und erlaubte Serena ihren Großvater zu begleiten, allerdings ging sie auch mit. Damit konnte Serena sich aber zufrieden geben.
Schließlich brachen Sylvester, Viola und Serena zum Bett des 50-jährigen auf. Nicht nur Viola, sondern auch Sylvester passte darauf auf, dass Serena nicht geschah. Auf dem Rückweg blieb diese Aufgabe allerdings allein an Viola hängen. Serena ahnte nichts von der Gefahr, die hier draußen auf Arénicañón praktisch überall lauern könnte. Es gab nur einen nennenswerten Vorfall. Als Serena das Meer erblickte, dass sie an diesem Tag zum ersten Mal zu Gesicht bekam, wollte sie direkt darauf zulaufen. Da sie sich aber auf einem Übergang befanden, drohte sie links und rechts hinunterzustürzen. Genau dies passierte auch fast. Viola reagierte aber noch schnell genug und schaffte es, Serena vor dem Absturz zu bewahren. "Du hast mir einen Schrecken eingejagt, Serena. Bitte mach das nicht nochmal!" "Entschuldigung, Mama!, erwiderte Serena mit gesenktem Blick. Danach passierte nichts Großartiges mehr. An der Küste angekommen, an dem Sylvester sein Boot versteckt hatte, erfolgte der Abschied. Serena war traurig darüber, dass er sie wieder verließ. Sylvester sagte zu ihr: "Sei nicht traurig, kleiner Engel. Ich werde zurückkehren und dann werde ich dir davon erzählen, was ich erlebt habe. Wie klingt das?" Dem älteren Herrn gelang es die Vierjährige aufzumuntern. Sie nickte und wischte sich selbst die Tränen weg, die sich wieder in ihren Augen gesammelt hatten. Kurz darauf machte Sylvester sich auf den Weg. Danach machten sich Viola und Serena auf den Weg zurück nach Rocuenco. Dabei gerieten sie in einen Sandsturm. Zwischen ein paar Felsen konnten sie sich einigermaßen davor schützen. Für alle Fälle hielt Serena ihre Augen geschlossen, doch das schützte sie nicht davor, dass Sand in ihre Ohren drang. Für die Pinkhaarige war dies ein äußerst unangenehmes Gefühl. Als Mutter und Tochter wieder Zuhause ankamen, wurde sie erstmal gründlich gebadet. Beim Waschen drückte Serena mehrfach aus, wie unangenehm sie Sand in den Ohren fand. Viola verstand sie sehr gut. Sie ließ sich für ihre Tochter etwas einfallen. Nach dem gründlichen Bad zeichnete Serena ein Bild. Auf diesem war der junge Archäologe aus Sylvester Geschichte zu sehen, wie er ein glänzendes Puzzleteil fand. Auch diese Zeichnung präsentierte Serena stolz ihrer Mutter.

Zu ihrem fünften Geburtstag bekam Serena von ihrer Mutter Ohrenschützer geschenkt. Die inzwischen Fünfjährige setzte sich diese sofort auf. Sofort spürte sie eine angenehme Wärme um ihre Ohren herum, die von dem samtweichen Stoff der Ohrenschützer umhüllt wurden. Serena gefiel dieses Geschenk sehr, so dass sie ihre Mutter in die Arme fiel. Viola erklärte ihr noch, dass sie die Ohrenschützer selber gestrickt hatte und dass sie eigentlich dafür gedacht waren, wenn Serena Rocuenco verlässt. Dazu käme es zwar vermutlich so schnell nicht, aber so war wenigstens vorgesorgt, auch wenn die Möglichkeit bestand, dass Serena mit zunehmendem Alter größere Ohrenschützer benötigte. Damit konnte Viola aber leben.


Kapitel II: Cazador, Armado und Prospector

Nachdem Serena sechs Jahre jung geworden war, kam sie bereits in das Alter, um kämpferisch ausgebildet zu werden. Normale Eltern sähen es sicher nicht gerne, wenn ihre Kinder mit Waffen hantierten, aber in Rocuenco sah dies ganz anders aus. Schließlich kämpften die Rocuencaner ständig um ihr Leben und die Kinder sollten möglichst schnell lernen, wie man Tiere jagt und sich gegen sie zur Wehr setzt. In Rocuenco war es Tradition, dass gleichaltrige Kinder gleichzeitig ausgebildet wurden. Darüber konnte Serena sich freuen, denn so wurde sie mit ihren besten Freunden Brandon und Daryl zur selben Zeit ausgebildet. Mit zweien verstand sie sich also bereits sehr gut, doch die Sechsjährige war zuversichtlich, dass sie während ihrer Ausbildung noch neue Freunde finden würde. An ihrem ersten Tag trug sie schwarze Ohrenschützer, die Viola ihr extra für diesen besonderen Tag geschenkt hatte. Außerdem trug sie ein gelbes Shirt, schwarze Shorts mit grünen Streifen an der Seite und braune Sandalen.

Eine Schule gab es in Rocuenco nicht direkt, zumindest kein Schulgebäude. Die Kinder wurden an der frischen Luft - bei der auf der Insel herrschenden Hitze - unterrichtet, damit sie sich schon an das Klima gewöhnen konnten. Sie trafen sich alle auf einem größeren Platz, der genug Platz dafür bot, um sich frei zu bewegen. Auf diesem Platz befanden sich auch mehrere steinerne Sitzplätze, an denen den Kinder die Theorie vermittelt wurde. Damit begann auch ihre Ausbildung. Bevor die Kinder lernten sich zu verteidigen, wurde ihnen das System in Rocuenco vermittelt. Dieser Aufgabe nahm sich der Anführer Carter Voldall höchstpersönlich an. Er stand aufrecht vor den achtzehn Kindern, die in diesem Jahr ihre Ausbildung begonnen und stellte sich vor: "Ich bin Carter Voldall. Bestimmt habt ihr alle schon einmal von mir gehört. Ich bin der Anführer unserer schönen Stadt und heute hier, um euch über die verschiedenen Divisionen unserer Heimat aufzuklären." Carter sprach mit einem sehr ernsten und strengen Ton. Er blickte durch die Reihen, bis er etwas sah, dass ihm sehr missfiel. Eines der Kinder schien unaufmerksam zu sein, was er schleunigst ändern wollte. Bei diesem Kind handelte es sich um Serena, die in diesem Moment etwas zeichnete. Carter ging auf sie zu und betrachtete skeptisch ihre Zeichnung. "Was zeichnest du da?",fragte Carter und entriss Serena einfach ihre Zeichnung. Die Pinkhaarige hatte eine Zeichnung von Carter angefertigt. Dessen Blick sah wütend aus, seine Lippen zogen sich mürrisch nach unten und er sah auf der Zeichnung so aus, als würde er schimpfen. "Wer soll das bitte sein?" "Das sind sie, Mister Voldall! Ich finde, ein Lächeln würde Ihnen gut stehen.", antwortete Serena, die daraufhin sogar lachte. Carter fand das gar nicht witzig. Er ließ Serenas Zeichenblock wieder auf ihren Schoß fallen und ging wieder nach vorne. Fortan warf er ein Auge auf sie.
Carter fuhr mit seinem Unterricht fort. "Ich verrate euch jetzt, wieso unsere Stadt zu dem wurde, was sie heute ist. Das habt ihr euren Vorfahren zu verdanken, die täglich rausgehen und ihr Leben riskieren, damit es den Bewohnern gut geht. Hier gibt es kein Ich! Wir sind eine Gemeinschaft! Jeder kümmert sich um jeden, eine Hand wäscht die andere. Das gilt auch für euch, liebe Kinder. Ihr wisst bestimmt auch, was eure Eltern jeden Tag leisten. Womöglich haben sie euch auch schon erzählt, dass es drei Divisionen gibt. Einer der dreien werdet ihr euch zu gegebener Zeit anschließen. Seid euch aber sicher, dass die Mitglieder der einen Fraktion auch mit Mitgliedern der anderen beiden zusammenarbeiten. Nun werde ich euch erstmal diese drei Fraktionen vorstellen. Zuallererst hätten wir die Cazador. Sie werden auch 'Fänger' genannt und erhalten eine speziellere Kampfausbildung. Ihr Spezialgebiet ist nämlich das Bekämpfen der Tyrannen, die verteilt auf Arénicañón leben. Über diese Bestien werdet ihr während eurer Ausbildung noch genug lernen." Carter blickte sich unter den Kindern um. Einige schienen sehr begeistert darüber zu sein. Einer davon war Daryl, dessen Augen vor lauter Begeisterung förmlich funkelten.
Als Zweites hätten wir die Armado oder auch die Ausrüster. Zu ihren Aufgaben gehört es, Ausrüstung herzustellen und die Bewohner damit auszustatten. Sie fertigen auch andere Hilfsmittel an, um allen das Leben so komfortabel wie möglich zu machen. Wer nun von euch denkt, dass die Armado Rocuenco niemals verlassen müssen, ... DER LIEGT FALSCH! Armado sind nämlich auch dafür zuständig, Aréca abzubauen und andere Fundstücke zu sammeln, die sie für wichtig erachten. Darüber werdet ihr auch noch genug lernen." Erneut blickte Carter sich um. Wieder glaubten ein paar Kinder, dass dies genau ihr Ding wäre. Serena wirkte allerdings ein wenig gelangweilt.
Für die beiden Fraktionen schien sie sich überhaupt nicht zu interessieren. Zum einen wusste sie, dass ihre Mutter in keine der beiden erwähnten Divisionen war und zum anderen klang keine davon für sie so, als könnte sie solche Abenteuer wie ihr Großvater erleben. Trotzig hob sie ihren Arm, um eine Frage zu stellen. Carter sah zu ihr und nahm sie dran: "Ja, bitte. Die freche Pinkhaarige! "Wann erzählen sie uns etwas zu den Prospector?", fragte Serena neugierig. Carter lächelte. "Da hat jemand bei seinen Eltern aufgepasst. Zu den Prospector wollte ich jetzt kommen. Sie weden die Forscher genannt. Unsere Ärzte gehören ebenfalls zu ihnen. Sie bilden im Grunde genommen das Gegenstück zu den Cazador. Anstatt zu kämpfen, zählt es zu ihren Aufgaben, einheimische Tiere ausfindig zu machen, ihre Verhaltensweisen zu studieren und zu überprüfen, welche dieser Tiere gejagt werden können. Ihnen liegt dabei das Gleichgewicht der Insel sehr am Herzen. Da sie wie ich schon sagte nicht zwingend aufs Kämpfen aus sind, erstatten sie den anderen Fraktionen Bericht, die sich dann darum kümmern. Entdecken sie Tyrannen, benachrichtigen sie die Cazador! Finden sie Aréca, teilen sie dies den Armado mit. Ich hoffe, ich wurde deutlich genug." Dieses Mal leuchteten Serenas Augen. Die Aufgaben der Prospector klangen genau nach ihrem Geschmack. Sie wollte sowieso dasselbe wie ihre Mutter machen, in der sie ein Vorbild sah. Deshalb schien ihr die Entscheidung nicht schwer zu fallen. "Das wäre es an dieser Stelle fürs Erste von mir. Ihr Racker habt euch eine Pause verdient. Spielt ein wenig! Tobt euch aus! Lernt einander kennen! Oder was euch sonst noch einfällt."

Die Kinder ließen sich das nicht zweimal sagen. Sie befolgten im Prinzip ziemlich genau Carters Anweisungen, da sie sowohl miteinander spielten als auch einander kennenlernten. Serena unterhielt sich als erstes mit ihren besten Freunden Brandon und Daryl über die drei Divisionen, die sie vorhin kennengelernt hatten. "Wisst ihr schon, welcher Gruppe ihr euch eines Tages anschließen wollt? Was mich angeht, ich möchte zu den Prospector. Ich finde, dass die Arbeit der Prospector am aufregendsten klingen. Sie erleben bestimmt viele Abenteuer, genauso wie Mama." Die beiden Jungs grinsten Serena an. Über ihre Worte wunderten sie sich nicht. Dennoch wirkte das Mädchen wegen der Gesichter der beiden ein wenig irritiert. Was ist mit den beiden? Wollen sie mir nicht verraten, was sie werden möchten?, dachte Serena. Daryl antwortete dann auf einmal doch. "Ich möchte ein Cazador werden. Diesen Riesenviechern werde ich es dann irgendwann schon zeigen." Serena nickte. "Uh-huh! Ich denke, das passt zu dir." Schließlich sahen Serena und Daryl Brandon an. Ihr Freund wirkte mit einem Mal verunsichert. Serena legte eine Hand auf seine Schulter, da sie sich ein wenig um ihn sorgte, und fragte: "Was ist denn los, Brandon? Sprich mit uns, wenn dich etwas bedrückt. Wir sind doch Freunde." Ihre Worte schienen nicht von Erfolg gekrönt zu sein - fürs Erste. Daryl hob nach einer Weile seinen Blick und sprach: "Es ist so ... ich bin mir noch nicht sicher, was ich werden möchte. Und wenn ich euch zwei sehe, wie enthusiastisch ihr bereits seid, komme ich mir irgendwie ausgeschlossen vor." Auf seine Worte hin plusterte Serena ihre Wangen auf. Ihr gefiel es nicht, dass er aus so einem dummen Grund gezögert hatte, ihr und Daryl zu sagen, was in ihm vor sich geht. Dies sagte sie ihm auch direkt ins Gesicht: "Du hörst dich echt lächerlich an. Seid wann bist du denn so eine Mimose? Du kannst mit alles über uns sprechen. Egal um was es geht. Uns würde nie der Gedanke kommen, unsere Freundschaft mit dir zu beenden. Und was deine Entscheidung angeht: Du hast doch noch Zeit, um dich zu entscheiden. Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Nur weil Daryl und ich jetzt wissen, was wir werden möchten, heißt das ja auch nicht, dass wir uns nicht doch noch umentscheiden könnten. Also mach dir darum keinen Kopf." Mit diesen Worten fühlte Brandon sich mit einem Mal besser und das, obwohl Serena ihn "Mimose" genannt hatte.

Anschließend spielten die drei etwas - zuerst nur untereinander, später auch etwas mit den anderen Kindern. Die Pause dauerte aber nicht ewig an. Nach der Pause erklärte Carter den Kindern ein wenig zum Ablauf ihrer Ausbildung. Er sprach davon, dass es sowohl einen theoretischen als auch praktischen Teil der Ausbildung gab. Diese wechselten sich immer ab. Der theoretischen Teil bestand zum Beispiel daraus, dass die Kinder etwas über die Fauna auf Arénicañón lernten. Die Erwachsenen teilten ihnen ihr Wissen über diese Tiere mit, wie sie sich verhielten, welche Stärken und Schwächen sie hatten und natürlich, worauf sie aufpassen mussten. Der praktische Teil bestand zum einen daraus, dass die Kinder lernten sich zu verteidigen, zum anderen aber auch daraus, dass sie die Erwachsenen ab und zu begleiteten und ihnen bei ihrer Arbeit zusahen und natürlich halfen. Nachdem Carter mit seiner Erklärung durch war, die länger als geplant dauerte, da Serena bei nahezu jeder Gelegenheit einen Spruch zum Besten gab, sahen Daryl und Serena grinsend zu Brandon. "Siehst du. Du wirst genug Zeit haben, um deine Entscheidung zu fällen. Wir haben es dir doch gesagt.", meinte Serena rechthaberisch. Serenas erster Tag ihrer Ausbildung fand damit allmählich sein Ende - natürlich galt das auch für die anderen Kinder, die heute ihren ersten Tag hatten.


Zuletzt von Serena am Fr Jul 01, 2016 9:16 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Serena Caruso   So Jun 12, 2016 8:43 pm

Kapitel III: Auf den Spuren ihrer Wurzeln

Nachdem der erste Ausbildungstag geendet hatte, wurden alle achtzehn Kinder von ihren Eltern abgeholt. Serena fiel Viola in die Arme und sah ihrer Mutter mit einem strahlenden Lächeln ins Gesicht. Am liebsten hätte die Sechsjährige ihrer Mutter auf der Stelle lang und breit erzählt, was sie heute gelernt hatte. "Mami, ich muss dir was erzählen! ...", begann Serena, doch Viola unterbrach sie: "Das kannst du, sobald wir zuhause sind. Gedulde dich noch ein wenig, in Ordnung?" Serena nickte, womit diese Unterhaltung auf später verschoben wurde. Bevor Mutter und Tochter dann aber den Heimweg antraten, lief Serena noch schnell auf Brandon und Daryl zu, um sich von ihnen zu verabschieden. "Bis morgen!", sprach sie knapp zu den beiden. Anschließend drehte Serena sich wieder zu Viola um. Dabei sah sie, wie die anderen Kinder bereits an ihr vorbeiliefen und nach Hause gingen. Serena fiel auf, dass einige der Kinder von beiden Elternteilen abgeholt wurden. Dies galt auch für Brandon. Daryls Mutter war vor Kurzem verstorben, deshalb wurde er nur von seinem Vater abgeholt. Plötzlich sah Serena ein wenig bedrückt drein. Plötzlich beschäftigte sie eine Frage, um die sie sich vorher nie einen Kopf gemacht hatte. Die Pinkhaarige dachte noch ein wenig länger darüber nach, bis Viola ihre Hand ergriff und sie schließlich auch nach Hause gingen.

Daheim vergaß Serena erst einmal wieder, was sie bedrückt hatte. Das Mädchen war Feuer und Flamme, als sie ihrer Mutter von ihrem ersten Tag erzählte. Viola reagierte darauf mit einem Lächeln. Ihr gefiel es sehr zu sehen, wie glücklich und zufrieden Serena wirkte. Gleichzeitig erinnerte sie sich aber auch an ihren ersten Tag. Fast schon erstaunt sah Viola jedoch ihre Tochter an, als diese ihr erzählte: "Mama? Du bist doch eine Prospector, nicht wahr? Weißt du, ich möchte auch eine werden, so wie du." Viola fehlten die Worte. Sie nahm Serena in den Arm und ließ Taten sprechen, wie sehr sie sich darüber freute. Aus der Umarmung heraus nahm die glückliche Mutter ihre ebenso glückliche Tochter auf den Arm und sprach: "Dann wollen wir dich mal ins Bett bringen, damit du morgen auch ausgeruht bist."

Obwohl Serena bereits sechs Jahre alt war, gefiel es ihr noch immer, dass ihre Mutter sie ins Bett brachte und für sie sang, bis sie einschlief. Dadurch konnte sie ihre Sorgen vergessen, in diesem Fall eben auch, was sie vorhin noch bedrückt hatte. Aus diesem Grund vergaß Serena auch, was sie ihre Mutter fragen wollte. An diese Frage wurde sie aber Tag für Tag wieder erinnert, nämlich immer dann, wenn der Unterricht endete und die Kinder von ihren Eltern abgeholt wurden. Nichtsdestotrotz dauerte es ein paar Wochen, bis Serena ihre Mutter endlich darauf ansprach. Die Sechsjährige zeichnete etwas, während Viola etwas zum Abendessen zubereitete. Serena zeichnete ein Bild von sich, ihrer Mutter und einer weiteren Person, bei der es sich um einen Mann handelte. Dieser Mann sollte ihren Vater darstellen, den sie nie kennengelernt hatte und auch nie kennenlernen würde, was das kleine Mädchen aber nicht wusste. Sie wollte nun genau wissen, wo ihr Vater war, deshalb fragte sie Viola: "Mama? Wo ist Papa?" Viola hielt in all ihren Bewegungen inne. Serena sah zu ihr und fragte sich nur, was plötzlich mit ihr los war. Sie fragte noch einmal. Plötzlich ließ Viola alles aus ihren Händen fallen und stützte sich danach an der Arbeitsplatte ab. Ihre Tochter stand auf, ging zu ihr und zupfte an ihrer Kleidung. "Was ist denn, Mama? Du kannst mir doch sagen, wo Papa ist. Er ist bestimmt..." "Sei still, Serena!", fiel Viola ihrer Tochter ins Wort. Tränen bahnten sich ihren Weg ihre Wangen hinab. Sie sprach weiter: "Bist du etwa nicht glücklich und zufrieden? Auch ohne deinen Vater? Bin ich dir etwa keine gute Mutter, dass du dich nach deinem Vater sehnst, meine Kleine?" Serena sah ihre Mutter verständnislos an. Sie verstand nicht, was sie damit meinte, geschweige denn, wie sie darauf kam. Sie schüttelte den Kopf und antwortete: "Nein, das ist es nicht. Ich liebe dich, Mama! Ich habe mich nur gefragt, wo mein Papa ist, weil die anderen Kinder immer ..." Erneut hielt Viola ihre Tochter davon ab, ihren Satz zu beenden. Dieses Mal fiel sie ihr aber nicht ins Wort, sondern hockte sich zu ihr herunter, bis sie auf einer Augenhöhe waren, und schloss sie unter Tränen in ihre Arme. Mit weinerlicher Stimme sagte Viola: "Es tut mir Leid, Serena. Ich wünsche mir von Herzen, dass du deinen Vater kennenlernen und genauso eine glückliche Familie wie die anderen Kinder haben könntest, ... aber leider ist dies nicht mehr möglich. Ich wusste, dass du eines Tages nach ihm fragen würdest. Ich dachte, ich wäre darauf vorbereitet. Letztendlich war ich es nicht." Die Sechsjährige spürte die Trauer ihrer Mutter. Indem sie die Umarmung erwiderte, versuchte sie sie zu trösten. Viola hob Serena daraufhin hoch, setzte sich mit ihr auf ihrem Schoß hin und erzählte ihrer Tochter etwas über ihren verstorbenen Verlobten und Serenas Vater Byron. Zwar brach Serena ebenfalls in Tränen aus, nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Vater bereits verstorben war, aber sie war trotzdem aus dem Grund glücklich, dass sie etwas über ihn erfahren hatte.

Fortan war Serena nicht mehr so betrübt darüber, dass die anderen Kinder von ihren Vätern abgeholt wurden. Immerhin wusste sie nun, dass ihr Vater dies sicher auch täte, wäre er noch am Leben. Außerdem hatte sie eine Vaterfigur, auch wenn diese Person die meiste Zeit auf Reisen war. Sylvester hielt sein Versprechen und kehrte tatsächlich nach Hause zurück. Selbstverständlich erzählte er seiner Enkelin, was er auf seiner letzten Reise erlebt hatte, was sie sehr begeisterte. Serena erzählte ihm hingegen von ihrem Entschluss, eine Prospector zu werden. Selbstverständlich blieb es nicht nur dabei, dass Sylvester von seiner letzten Reise erzählte. Er löste Viola wieder ab, wenn es hieß, Serena ins Bett zu bringen. Dabei erzählte er ihr die Gesichte des jungen Archäologen weiter, wie er weiterhin nach weiteren Puzzleteilen suchte. Er erlebte unzählige Abenteuer. Er verbündete sich mit Piraten, mit denen er gemeinsam Abenteuer bestritt und gegen die Marine kämpfte, die wegen seines Kopfgeldes eh hinter ihm her war. In diesem Augenblick erinnerte er sich daran, dass er Serena erzählen wollte, was ein Kopfgeld war. Genau genommen erinnerte ihn Serena daran. Die Erklärung fiel kurz aus, aber die Sechsjährige war dadurch wieder ein wenig schlauer. Sich selbst sah der Abenteurer nie als Piraten. Er war immer nur ein Archäologe, der auf der Suche nach den besagten Puzzleteilen war. Schließlich erzählte er eines Abends: "Gemeinsam mit seinen Piratenfreunden erreichte der junge Archäologe eine trostlose Insel. Die Piraten setzten ihn auf dieser Insel ab. Sie selbst wollten sie nicht betreten, da es hieß, dass diese Insel sehr gefährlich sei. Unser Abenteurer wollte diese Insel aber unbedingt betreten, da er irgendwo auf dieser Insel ein weiteres Puzzleteil vermutete. So suchte er eine lange Zeit verblich danach, bis er eines Tages am eigenen Leib erfuhr, wie gefährlich die Insel war." Sylvester war schon wieder sehr vertieft in seine Erzählung. Er sah zu Serena, die noch wach war und ihm gespannt zuhörte, wie es weiter ging. Ihr Großvater entschied sich jedoch dafür, an dieser Stelle eine Pause zu machen. Dass es sich dabei um eine ziemlich lange Pause handeln würde, verschwieg er seiner Enkelin, denn die Geschichte endete an dieser Stelle, bis er wieder zu seiner nächsten Reise aufbrach.


Kapitel IV: Phantom's Hall

Zwei Jahre zogen dahin, in denen Serena, Daryl, Brandon und die anderen Kinder während ihrer Ausbildung viel lernten. Zum einen wurde ihr viel über die einheimischen Tiere beigebracht, aber ebenso erfuhr sie etwas über die feindlichen "Saviors". Dieser Name war ihr nicht unbekannt, da Serena genau wusste, dass ihr Vater von solchen Leuten getötet wurde. Dass sie ihnen also gefährlich werden könnten, wusste sie deswegen bereits. Beim Thema "Saviors" wurde den Kindern auch noch vermittelt, dass sie sich der Heimat dieser Gruppe, der Stadt Puderado, am Besten fernhielten. Ein weiterer verbotener Ort war die Wüstenruine Phantom's Hall. Dass diese zwei Orte tabu waren, wussten die Kinder bereits von ihren Eltern. Ein recht spannendes Thema waren auch die sogenannten Tyrannen. Über die lernten die Kinder größtenteils nur, dass sie ihnen besser aus dem Weg gingen. So weit zur theoretischen Ausbildung. Auch die kämpferische Ausbildung hatte begonnen. Dabei entwickelte sich jedes Kind anders. Zum einen unterschiedlich schnell, zum anderen stellte sich heraus, dass sie sich auf unterschiedliche Arten zu kämpfen spezialisierten. Nichtsdestotrotz lernten die Kinder den Gebrauch unterschiedlichster Waffen, ganz gleich, ob sie diese danach weiterhin verwenden würden oder nicht.
Bei Serena war auffällig, dass sie in ihrem Jahrgang so ziemlich das schnellste Kind war. Brandon und Daryl wunderte dies nicht, da sie bereits vor Jahren immer wieder beim Fangen spielen gegen Serena alt aussahen. Deshalb konzentrierte sie sich auch darauf, sich diese Schnelligkeit zunutze zu machen. Beim Training stellte sich dies als recht praktisch heraus, doch ein paar Erwachsene zweifelten daran, dass Serena damit etwas gegen die auf Arénicañón lebenden Tiere ausrichten könnte. Sie glaubten, dass Serena damit lediglich in der Lage wäre, vor den Tieren davonzurennen. Dieser Ansicht waren aber nicht alle Erwachsenen, auch Carter nicht. Er ging persönlich auf sie zu und ermutigte sie: "Hör nicht auf das, was manche Erwachsenen sagen. Sie befürchten einfach nur, dass keinen richtigen Beitrag dazu leisten können wirst, unser Überleben zu sichern. Du bist flink und ich denke, du weißt diese Eigenschaft zu deinem Vorteil auszunutzen. Solange du an dich und deine Fähigkeiten glaubst, bin ich mir sicher, dass du uns allen eine große Hilfe sein wirst." Serena nickte dem Anführer der Rocuencaner zu und meinte selbstbewusst: "Daran habe ich nie gezweifelt. Ich werde einfach meinen Weg gehen und mich so zur Wehr setzen, wie ich es für richtig halte. Mir ist es so ziemlich egal, was die Großen sagen." Carter konnte ihre Worte nachvollziehen. Dass Serena nicht immer auf das hörte, was man ihr sagte, wusste er nur zu gut. Nicht einmal auf ihn hörte sie immer. Letztendlich würde Serena nicht waffenlos ein Tier bekämpfen. Sie hatte sich dafür entschieden mit Kurzschwertern zu kämpfen. Ihrer Ansicht nach wurde ihre Schnelligkeit dadurch kaum behindert. Mit den Kurzschwertern konnte sie sogar selbst schnelle Angriffe ausführen.

Natürlich wurde es irgendwann Zeit, dass die Kinder ihre Fähigkeiten in der Wildnis - also außerhalb von Rocuenco - unter Beweis stellten. Dieser Zeitpunkt kam eben, als Serena acht Jahre jung war. Carter nahm sich die Kinder wieder persönlich zur Brust und machte mit ihnen einen kleinen Ausflug in Richtung Süden. Zusammen mit fünf weiteren Erwachsenen, die wie Carter auch bestens vorbereitet waren, zog die Gruppe los. Serena hatte sich auch ein wenig vorbereitet. Sie trug nicht nur ihre Ohrenschützer, die ihre Ohren vor eindringendem Sand oder anderem Dreck schützten, sondern nahm auch ihren Zeichenblock und entsprechende Stifte mit. Und damit niemand zu sehr in der Sonne brutzelte, trug jeder noch einen Umhang, der vor den Sonnenstrahlen schützte und sogar ein wenig Schatten spendete. Die Kinder erhielten während des Ausflugs erstmalig die Chance, zu zeigen, was sie sowohl kämpferisch als auch theoretisch gelernt hatten. Während des Ausflugs lernten sie natürlich noch etwas dazu. Carter brachte den Kindern dieses Mal das Fährtenlesen bei. Dabei stellte sich das eine Kind geschickter an, das andere wiederum recht ungeschickt. Es war halt nicht jedermanns Sache. Serena zeigte daran jedenfalls großes Interesse und sie schien darin auch ziemlich talentiert zu sein. Carter meinte dazu: "Durch das Fährtenlesen kann man bereits sehen, wer später das Zeug zu einem Cazador oder Prospector hat. Wer es beherrscht, erfüllt damit die besten Voraussetzungen." Auf diese Worte hin lächelte Serena. Den Worten des Anführers zufolge, hatte sie das Zeug dazu, eine Prospector wie ihre Mutter zu werden.

Der Ausflug beschränkte sich nicht auf einen Tag. Die Gruppe brauchte schon fast einen Tag, um ihr im Süden der Insel liegendes Ziel zu erreichen. Dort soll ein Rudel Wildkatzen leben, mit denen die Kinder bestimmt fertig würden. Während des Fußmarschs machte die Hitze der Gruppe am meisten zu schaffen. Bevor sie sich diesen annahmen, verbrachten sie eine Nacht unterirdisch - in Ant's Labyrinth. Um dorthin zu gelangen, benutzten sie einen der zahlreichen, oft nicht auf den ersten Blick erkennbaren Eingänge, die auf der ganzen Insel zu finden waren. Da es zunehmend kälter wurde, je weiter die Sonne unterging, und es nachts entsprechend ziemlich kalt werden konnte, entzündete Carter ein Feuer, das allen Personen Licht und Wärme spendete. Bei dieser Gelegenheit brachte er dies den Kindern bei. Über Nacht blieb immer zwei Erwachsene wach, die zum einen darauf aufpassten, dass kein Tier, das sich in das Höhlenlabyrinth verirrt hatte, die Gruppe angriff, und zum anderen darauf, dass das Feuer nicht erlosch. Allerdings passte anscheinend niemand darauf auf, dass die Gruppe zusammenblieb, denn Serena gelang es in einem unachtsamen Moment, sich aus dem Staub zu machen. Die Achtjährige fand es hier unten viel zu aufregend, als dass sie schlafen könnte. Hier unten lässt sich bestimmt was Aufregendes finden. Ein richtiges Abenteuer. Vielleicht hätte ich Brandon und Daryl wecken sollen, aber sie wären am Ende nur stinkig gewesen, weil ich sie nicht habe schlafen lassen., dachte Serena voller Vorfreude auf das, was sie erwartete. Dank ihrer Kurzschwerter, die aus Aréca hergestellt worden waren und deshalb - fernab jeder Lichtquelle - leuchteten, konnte sie sich überhaupt erst in der Höhle orientieren. Ihr Weg führte sie am Ende zu einem Ausgang. Serena verließ die Höhle und fand sich an einem schmalen Pfad umgeben von Felswänden wieder. Die bei Nacht herrschende Kälte machte ihr dank des Umhangs, der sie nun etwas wärmte, recht wenig aus. Die Aufregung hielt sie warm.

Die junge Abenteuerliebende lief intuitiv weiter. Da der Weg schmaler und nicht breiter wurde, die Felswände somit immer näher kamen, glaubte sie, dass sie auf dem richtigen Weg zu einer großen Entdeckung war. Kurz wurde es noch etwas dunkler, da Felsen weiter oben die Felswände verbanden und den Weg, der noch ein wenig vom Mond- und Sternenlicht erleuchtet wurde, komplett in Dunkelheit hüllten. Auf dem kurzen Stück leuchteten kurz Serenas Kurzschwerter auf, womit sie die Aufmerksamkeit eines Kraxlerskorpions auf sich zog. Zum Glück für sie handelte es sich um ein kleines Exemplar - und auch ein nicht gerade intelligentes. Der Kraxlerskorpion versuchte Serena von der Felswand aus anzuspringen, doch er verfehlte sie und landete direkt vor ihren Füßen. Serena sah zu dem Skorpion hinab und vertrieb es mit einer passenden Handgeste. "Husch, husch!", sprach sie dazu. Am Ende des Pfades wartete ein von Felswänden umgebener großer Platz. Inmitten dieses Platzes stand ein Gebäude, das auch schon bessere Zeiten gesehen hatte. Serenas Augen funkelten bei dem Anblick. "Das muss die Ruine sein. Phantom's Hall!", glaubte Serena. Sich der Geschichten bewusst, die die Erwachsenen den Kindern in Rocuenco erzählten, betrat die Achtjährige furchtlos die Wüstenruine. Über dem Eingang fiel ihr jedoch noch das leicht zerfallene Symbol auf.

Im Inneren der Wüstenruine führte zuerst ein dunkler mit Stufen bestückter Weg hinunter - tiefer in die Ruine herein. Der erste Raum war nicht weniger finster. Lediglich ein paar brennende Fackeln erhellten den großen Saal. Mehrere kleinere Tore führten weiter ins Innere der Wüstenruine, ebenso wie ein größeres Tor, das aber durch ein großes Gitter verschlossen war. Serena zuckte mit den Schultern und sah sich ohne auch nur einmal an sowas wie Angst zu denken in der Ruine um, indem sie mithilfe ihrer leuchtenden Klingen ein wenig Licht ins Dunkle brachte. Serena lief an einigen Zellen vorbei, in die sie kurz reinleuchtete. In den Zellen lagen einige Skelette, bei dessen Anblick das Mädchen zuerst erschrak. Sie beruhigte sich schnell wieder und murmelte enttäuscht: "Sind das etwa die Geister, die hier herumspuken sollen? Die habe ich mir aber unheimlicher vorgestellt." An den Wänden mancher Zellen standen die Worte: Rechts vor links, aber die goldene Mitte geht vor."
Die Pinkhaarige lief weiter durch die Wüstenruine. Der nächste Raum, den sie betrat, war gefüllt mit Sand. Wenigstens war dieser Raum nun mit etwas mehr Licht gefüllt, sodass Serena auch ohne ihre Klinge etwas erkennen konnte. Ein paar Steinplatten befanden sich in dem Raum, aber man kam nicht drumherum, durch den Sand zu gehen. Für Serena gab es da Schlimmeres. Ahnungslos lief sie durch über dem sandigen Boden, nur um wenige Minuten später von kleinen Sandwürmern angegriffen zu werden, die aus dem Boden geschossen kamen. Ihnen auszuweichen stellte kein Problem dar, doch dabei entdeckte Serena eine Falle, die ihr beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Nicht nur die Sandwürmer schossen aus dem Boden, sondern an bestimmten Stellen im Raum auch Stacheln, die anscheinend ebenso wie die Sandwürmer auf Bewegungen reagierten. Beim Ausweichen wäre die Achtjährige von einem dieser Stacheln aufgespießt worden. Ihr Umhang hatte weniger Glück, denn in dem befand sich nun ein großes Loch. Nun konnte sie sich selbst erklären, was womöglich mit den Skeletten passiert war, die mitten im Raum lagen. Die Sandwürmer hier mögen anscheinend Mensch am Spieß. Aber den Gefallen werde ich ihnen nicht tun., dachte Serena. Den folgenden Angriffen wich Serena nicht aus. Stattdessen startete sie ihren Gegenangriff und bekämpfte die Sandwürmer, die sie unnachgiebig attackierten, mit ihren Kurzschwertern. Auch wenn es dem Mädchen vorkam, als wären es mehr gewesen, waren es am Ende nur fünf Sandwürmer, die sie einer nach dem anderen tötete. Während des Kampfes musste sie aber aufpassen, dass sie nicht selbst aufgespießt wurde. Danach hielt Serena sich nicht großartig länger in diesem Raum auf, sondern ging weiter, aber weiterhin darauf bedacht, dass hier überall aus dem Boden Stacheln schießen könnten. Schließlich konnte sie diesen Raum unbeschadet verlassen. Na gut, einer der Sandwürmer hatte ihr einmal in den Arm gebissen und dort eine Wunde hinterlassen, aber das war nicht weiter tragisch.
Serena leif weiter und zwar durch einen weiteren Gang mit Zellen voller Skelette. Auch in einigen dieser Zellen fand sie an den Wänden dieselben Worte wie zuvor. Was haben diese Wörter zu bedeuten? Die Pinkhaarige merkte nun, dass es sich wohl um einen Rundgang handelte. Darauf schloss sie unter anderem auch wegen der Form des Gebäudes. Am Ende dieses Ganges führten jedoch Treppen hinauf in einen Raum, der nach einer Sackgasse aussah. Serena konnte zwar ein Tor erkennen, aber dieses war verschlossen und sie sah auch keine Möglichkeit, dieses zu öffnen. Nun, eine Möglichkeit gab es vielleicht. Serena sah am Boden vier Ketten rumliegen. "Vielleicht muss ich an ihnen ziehen.", dachte sie laut. Gesagt, getan. Sogleich zog sie an einer der Ketten, doch just in diesem Moment verschloss ein weiters Tor den Weg, aus dem sie kam. Außerdem öffnete sich nun ein Luke, aus der Sand in den überschaulich kleinen Raum fiel und diesen nun füllte. Mit der nächsten Kette wurde dieser Vorgang noch beschleunigt, da sich eine weitere Luke öffnete, aus der ebenfalls Sand in den Raum strömte. Allerdings ließ Serena das zunächst unbeeindruckt, da sie dachte, dass sie nur an den nächsten beiden Ketten ziehen müsse, damit sie hier wieder herauskam. Stattdessen öffnete sich aber noch ein Luke, durch die noch mehr Sand den Raum durchflutete. Daraufhin geriet Serena doch ins Grübeln. Hinter den Ketten stand ein Rätsel. Irgendwie mussten sie das Tor öffnen, nur wusste sie nicht wie. Sie vermutete, dass es innerhalb der Ruine bereits einen Hinweis gab. Hatte sie den vielleicht übersehen? "Vielleicht helfen mit die Worte an den Wänden weiter.", überlegte Serena, "Aber das kann nicht sein. Dann dürften es nur drei Ketten sein, aber hier sind vier. Es sei denn ..." Serena hatte eine Idee. Zeit hatte sie noch zu genüge, da der Sand ihr gerademal bis zu den Knien reichte. Zuerst zog sie an der zweiten Kette von rechts, dann an der zweiten von links, dann an der ganz rechten und zuletzt an der ganz linken. "Rechts vor links, aber die Mitte geht vor - jedoch nach demselben Prinzip!", sprach Serena, die so des Rätsels Lösung fand. Die verschlossenen Tore öffnete sich, der Sand strömte durch die offenen Zugänge wieder heraus. Die Abenteurerin folgte direkt dem Sand, der zu dem Tor herausrieselte, durch das sie eh gehen wollte. Den Gang entlang fand sie sich plötzlich wieder in dem Raum wieder, in dem sie zuerst ankam - nur eine Etage höher. Sie sah wieder das große verschlossene Tor zu ihrer linken. An dieser Stelle wusste sie zunächst nicht weiter.
Serena blieb auf der höheren Ebene stehen und sah sich von oben den Raum an. Da es hier aber nicht gerade hell war, sah sie nicht besonders viel. Sie kam hier gerade wirklich nicht weiter. Sie sah zwar, dass sie über ein Gebilde, das an Ketten an der Decke befestigt war, auf die andere Seite des Raumes käme, aber dort war auch nichts. Letztendlich sprang sie nur auf das Gebilde, da sie glaubte, dass das Spaß machen könnte. In diesem Punkt irrte sie sich nicht, sie hätte aber auch nicht geahnt, dass dieser Sprung sie letztendlich weiterbrachte. Durch das zusätzliche Gewicht sank das Gebilde langsam. Im Gegenzug öffnete sich das große verschlossene Tor. Sowie Serena unten ankam, sprang sie von dem Gebilde herunter. Nun musste sie schnell sein, da das Tor wieder langsam nach unten fiel, während das Gebilde sich wieder Richtung Decke erhob. Schnelligkeit war für sie aber weniger das Problem. Sie rannte sofort los, doch um ein Haar hätte sie es nicht geschafft. Das Tor sank eben wieder schneller, als man dachte. Kurz nachdem das Tor wieder verschlossen war, hörte man noch ein Rummsen. Serena vermutete, dass sich dort wieder ein Tor verschlossen hatte, dass sie zuvor geöffnet hatte. Über ihren Rückweg brauchte sie sich aber keine Gedanken machen. Hinter dem Tor befand sich ein Hebel, der das nun wieder verschlossene Tor öffnete. Zurück ging es also leichter. An ihren Rückweg dachte Serena aber noch längst nicht. Sie war der Ansicht, dass sich auf dieser Seite des Gitters irgendwas Großes befand. "Irgendjemand hat diese Ruine hier idiotensicher gemacht. Hier muss sich etwas finden lassen."
Die Erkundung der Ruine wurde erst jetzt richtig interessant. Was auch immer sich hier finden ließ, Serena war mehr als gespannt darauf. Zunächst fand sie einen ziemlich großen Saal, der ähnlich wie einige andere Räume innerhalb von Phantom's Hall nur durch Fackeln beleuchtet wurde. Alles in allem wirkte es hier dennoch ziemlich düster, aber man konnte wenigstens etwas erkennen. In dem Saal befanden sich ringsherum auf mehreren Etagen verteilt Gefängniszellen. Es hatte den Anschein, als wäre hier das Zentrum der Ruine. Serena tippte darauf, dass sich auch darin die Überreste Toter wiederfänden. Trotz ihrer Vermutung sah die Pinkhaarige nach, da sie nichts übersehen wollte. Außerden Skeletten fand sie aber nichts Großartiges, weshalb sie weiterging. Diesmal gab es kein Hindernis, an dem sie vorbei musste. Sie ging durch das nächste große Tor, woraufhin sie sich wenige Zeit später wieder draußen befand, jedoch hatte sie die Ruine nicht verlassen. Eine Treppe führte weiter nach oben, die Serena direkt nahm. Einige Stufen waren zerbröckelt, sodas die Achtjährige wohl oder übel springen musste, aber die Lücke war nicht so groß, als dass sie diesen Sprung nicht meisterte. Auf dem Weg nach oben konnte sie durch vergitterte Fenster nach unten sehen, sogar die Stelle, an der sie sich vorhin noch selbst befand, bevor sie die Ruine betreten hatte. Als sie schließlich oben ankam, glaubte sie endlich ihre große Entdeckung zu machen. Doch anstatt der Entdeckung fand sie lediglich Dutzende weiterer Skelette sowie Waffen, die bei ihnen lagen. Außerdem fand sie einen großen, massiven blauen Stein, der sie völlig unbeeindruckt gelassen hätte, wären dort nicht seltsame Symbole drauf gewesen. Serena ging zu dem Stein und fühlte über dessen Oberfläche, während sie sich die Schriftzeichen genauer ansah. Was sind das nur für Symbole? Ich kann sie gar nicht lesen. Wirklich komisch. Nicht nur wegen des Steines, sondern auch wegen des gesamten eindrucksvollen Bildes, dass die Ruine hier oben bot, zückte Serena ihren Zeichenblock und ihren Stift und fing an zu zeichnen. Da sie gerade noch recht viel Zeit hatte, zeichnete sie in aller Ruhe und versuchte kein Detail auszulassen. Vor allem die Symbole auf dem Stein wollte sie möglichst genau treffen. Sie vergaß aber auch nicht die großen Säulen mit den mehr oder wenige zerfallenen steinerne Gebilden im Hintergrund, von denen es insgesamt sechs Stück gab. Serena bekam nur zwei in ihrer Zeichnung untergebracht.

Ihre Zeichnung nahm recht viel Zeit in Anspruch. Als sie fertig war, ging bereits wieder die Sonne auf und Serena meinte: "Oh, ich sollte besser zurückgehen, bevor die anderen noch aufwachen." Sofort sprang sie auf und trat den Rückweg an, doch sowie sie die Treppen wieder herunterging, hörte sie eine vertraute Stimme. "Serena!! Bist du da?!!", rief Anführer Carter. Serena blieb stehen und sah nach unten. Auf der Stelle bildeten sich Schweißperlen auf ihrer Stirn und sie dachte: Verdammt! Mein letztes Stündlein hat geschlagen. Carter sieht echt sauer aus. "Ich komme!", antwortete sie kleinlaut und beeilte sich danach etwas, um die Ruine wieder zu verlassen. Zögernd ging sie auf Carter zu, der sie dabei mit mürrischem Gesicht beobachtete. Unfähig ihm ins Gesicht zu sehen, rechnete Serena mit einer schlimmen Bestrafung. Sie merkte schon, wie seine muskelbepackten Arme ihr Schatten spendeten. Sie rechnete wirklich damit, dass ihr der Hintern versohlt würde. Stattdessen nahm Carter sie in den Arm und sagte: "Ein Glück, dass dir nichts geschehen ist. Viola würde mich ansonsten einen Kopf kürzer machen. Aber ich habe von dir nichts anderes erwartet, Kurze." Serena war völlig erstaunt, als der Anführer sie in seine Arme schloss. Sie wusste gar nicht, was sie sagen sollte. Carter ließ wieder von der Achtjährigen ab. Anschließend begaben sie sich gemeinsam zurück zum Lager. Auf dem Weg fragte er: "Du hast es gefunden, nicht wahr? Ich meine den Stein, den unsere Stadt schon seit Jahrhunderten beschützen soll." Serena nickte, fragte aber noch: "Was meinst du damit: Ihn beschützen? Haben unsere Vorfahren die Fallen aufgestellt?" Carter musste lachen. Er wollte mehr mit Serena darüber sprechen, sobald sie wieder zurück in Rocuenco waren. Vorher hieß es aber noch, den Sinn des Ausflugs zu erfüllen. Deshalb gingen sie zuerst zurück zur Gruppe, bevor sie sich dieser Aufgabe wieder annahmen. Die anderen Kinder - insbesondere Brandon und Daryl - waren heilfroh, als Carter und Serena unverseht zurückkehrten.


Kapitel V: Die pelzige Kartoffelzwiebel

Sinn des Ausflugs war es, ein Rudel Wildkatzen ausfindig zu machen und sie zu bekämpfen. Am Ende würden sie den Bewohner Rocuencos unter anderem als Nahrung dienen, aber aus ihrem Fell ließ sich garantiert auch Kleidung anfertigen. Die Gruppe - bestehend aus sechs Erwachsenen, u. a. Carter, und 18 Kindern - setzte ihren Weg fort. Im Zielgebiet angekommen begann dann die Suche nach dem Rudel. Carter teilte die Kinder in Kinder in sechs Teams ein. Jedes dieser Teams begleitete einen Erwachsenen. Serena, Daryl und Brandon bildeten ein Team, worüber alle drei sich freuten. Carter entschied sich dazu, die drei zu begleiten. Doch bevor sich die Teams aufteilten, um nach dem Rudel zu suchen, wies Carter alle darauf hin: "Denkt daran, dass hier nicht nur die Wildkatzen leben, sondern auch andere Tiere, dieeuch gefährlich werden könnten. Damit kann die Suche beginnen. Gebt euer Bestes!" Mit diesen Worten zogen die einzelnen Teams los, so auch Brandon, Carter, Daryl und Serena.

Der Anführer Rocuencos hielt sich erstmal weitestgehend zurück und beobachtete die drei Freunde dabei, wie sie die Aufgabe angingen. Relativ schnell kam von Daryl und Serena der Vorschlag, dass sie nach Spuren Ausschau halten sollten, die auf das Rudel hinweisen könnten. In diesem Moment schien Carter ziemlich beeindruckt zu sein, auch wenn er dies kaum zeigte. Brandon hingegen schien sich ein wenig überflüssig vorzukommen, was Carter ebenfalls nicht entging. Wie Serena vor dem Ausflug munterte er auch den Jungen auf.
Mit dem Plan eine Fährte zu finden, ging es weiter. Wie es der Zufall wollte, fand das Team Spuren, die auf die Wildkatzen hindeutete. So wie Serena und Daryl das sahen, jagten sie nach jemandem oder etwas. Die zwei fragten Brandon, ob er noch etwas anderes erkennen konnte. Sie hatten natürlich mitbekommen, dass der Anführer ihn aufgemuntert hatte und nun versuchten sie dasselbe. Brandon sah genauer hin und konnte deutlich kleinere Spuren finden, die auf ein ganz anderes Tier hindeuteten. Die anderen beiden stimmten ihm zu. Daryl und Serena hatten diese Spuren schon längst gefunden, aber Brandon ließen sie im Ungewissen. Carter hatte eine andere Vermutung, aber er machte den Kindern keinen Vorwurf, da sie über diese Wesen noch nichts gelernt hatten. Jedenfalls schlug er vor: "Wir sollten uns ein wenig beeilen, Kinder! Vielleicht können wir das ... kleinere Tier noch retten." "Glauben Sie das, weil die Spuren noch recht frisch aussehen, Sir?", fragte Brandon, worauf Carter nur nickte und ihn dafür lobte, dass er das erkannt hatte. Anschließend legte das Team einen Zahn zu.
Nach gefühlt einer Stunde sichteten Brandon, Serena und Daryl das Rudel Wildkatzen. Fünf der Tiere schienen etwas Bestimmtes zu suchen. "Sieht ganz danach aus, als hätten Sie Recht gehabt, Boss! Das andere Tier scheint den Kätzchen entkommen zu sein.", meinte Daryl. Brandon hatte sofort einen Plan parat: "Ich denke, wir sollten die Katzen erstmal auseinander treiben. Gegen alle fünf auf einmal, kommen wir nicht an. Wir sollten sie uns möglichst nacheinander vornehmen." Daryl stimmte dem Plan zu, Serena hingegen reagierte gar nicht auf Brandons Idee. Deshalb hakte er nach: "Serena? Hast du mitbekommen, was ich eben gesagt habe." Die Pinkhaarige beobachtete die ganze Zeit die Wildkatzen, wie sie vergebens nach etwas suchten. Dabei antwortete sie: "Uh-huh! Aber seht doch mal, wie süß sie sind. Ich kann ihnen nichts wehtun." Diese Worte überraschten nicht nur Brandon und Daryl, sondern auch Carter. Brandon änderte seinen Plan ein wenig. Nach wie vor wollte er die Katzen voneinander trennen, doch während er und Daryl sie ablenkten, sollte Serena nach dem anderen Tier suchen und es in Sicherheit bringen. Damit zeigte sich auch Serena einverstanden. Die Jungs glaubten an sie, schließlich war sie die Schnellste unter den dreien.
Brandons Plan wurde in die Tat umgesetzt. Während die Jungs die Wildkatzen von Serena ablenkten, suchte sie nach dem anderen Tier. Brandon und Daryl erfüllten ihre Aufgabe ganz gut, sodass Serena sich umsehen konnte. Sie lief ein wenig herum und sah sich um. Gleichzeitig spitzte sie ihre Lauscher, mit denen sie trotz der Ohrenschützer ganz gut hören konnte. Auf einmal hörte sie ein ängstliches Wimmern. Je näher sie diesem kam, desto lauter wurde es. Sie folgte den Geräuschen und fand dadurch etwas Merkwürdiges versteckt zwischen ein paar Felsen. Sie legte ihren Kopf schief und sah dieses Etwas fragend an. "Huh? Ein weinende Kartoffel? Sowas habe ich ja noch nie gesehen." Serena hob die vermeintliche Kartoffel auf, die am ganzen Körper behaart war. Auf ihrem Arm drehte sie diese um und konnte ein trauriges, ängstliches Gesicht ausmachen. Das kleine traurige Wesen sah in Serenas Gesicht und erschrak im ersten Moment: "WHAAA!! Ein Girlgirl! Bitte tu Kira nichts." Serena lächelte freundlich. "Kira? Ist das dein Name? Keine Angst, ich tue dir nichts. Ich bin Serena. Freut mich dich kennenzulernen.", sagte Serena zu dem kleinen flauschigen Wesen, dessen Fell pink war, ähnlich wie ihr Haar. Außerdem besaß Kira eine wilde Mähne, die von ihrem Kopf nach oben abstand. Kira sah Serena überrascht an und fragte: "Girlgirl nicht böse? Serena tut Kira nichts?" Serena nickte, woraufhin Kira von ihrem Arm aufsprang und plötzlich wieder putzmunter war. Ihre Angst war auf einmal weg. Damit brachte sie sogar Serena zum Lachen. Trotzdem wollte die Abenteurerin wissen, was mit Kira los war, obwohl sie wusste, dass sie wahrscheinlich nur nicht von den Wildkatzen gefressen werden wollte. Kira erklärte: "Kira hat mit großen bösen Miezekatzen gespielt. Auf einmal wollten große böse Miezekatzen Kira fressen. Das war gar nicht spaßiglich. Kira rannte um ihr Leben und hat sich dort versteckt. Dann fand Girlgirl namens Serena Kira." Diese Geschichte hatte Serena sich schon denken können. Die Pinkhaarige versicherte der kleinen Fellkugel: "Keine Sorge! Meine Freunde und ich sind jetzt da und helfen dir. Du brauchst keine Angst mehr vor den 'großen bösen Miezekatzen' zu haben." Kira freute sich sichtlich über diese Worte.
Serena und Kira freundeten sich gerade an. Aus purer Neugier fragte Serena: "Was für ein Tier bist du überhaupt? Von sprechenden Tieren habe ich bisher noch nichts gehört." Kira wirkte plötzlich beleidigit. Empört antwortete sie: "Kira kein Tier! Kira ist ein Palap! Kira lebt mit anderen Palap in Karawane. Palap ziehen immer weiter. Bleiben nie lange an einem Ort." Serena verstand, was Kira ihr damit sagen wollte. Palap waren keine Tiere, sondern eine Spezies, die ähnlich intelligent wie Menschen sind. Sie entschuldigte sich bei Kira dafür, dass sie annahm, sie wäre ein Tier. Auf einmal erschrak Kira. "Ahh!! Große böse Miezekatzen!", rief sie und fing an zu zittern. Als wäre ihr dies nicht schon Warnung genug, hörte sie auch noch Brandon und Daryl rufen, die Serena ebenfalls vor einer sich nähernden Wildkatze warnten. In dem Moment, in dem Serena sich umdrehte, stürzte eine Wildkatze sich auf sie. Diesem Sprung konnte sie noch ausweichen und anschließend Kira auf den Arm nehmen, um das Weite zu suchen. Weit kam sie aber nicht, denn die Wildkatze setzte erneut zum Sprung an und überwältigte Serena. Die Krallen der Wildkatzen bohrten sich in Serenas Rücken und ihr ganzer Rücken wurde zerkratzt. Beim Fall ließ sie auch Kira los, die ein paar Meter weiter erst auf dem Boden aufschlug. Die Wildkatze fügte Serena Verletzungen zu, die wegen der Schmerzen laut aufschrie. Trotz allem änderte sich nichts an Serenas Einstellung. Sie wollte sich gegen die Wildkatze partout nicht wehren und sie verletzen oder gar töten. In ihrer Lage war sie dazu eh nicht in der Lage. Brandon und Daryl waren noch mit den anderen Wildkatzen beschäftigt. Am Ende war Carter Serenas Rettung. Seiner Meinung nach kam er bereits zu spät, da Serena verletzt wurde. Diese Wildkatze war zumindest erlegt, nicht lange danach auch die anderen.

Das Ziel des Ausflugs war erfüllt worden. Das Rudel Wildkatzen wurde erlegt. Somit konnten sich die Teams wieder zusammenfinden und den Heimweg antreten. Die anderen Teams hatten zwar nicht gegen die Wildkatzen gekämpft, doch sie bekamen es mit anderen Tieren zu tun. Kira blieb bei der Gruppe, da sie Serenas Team dankbar für ihre Hilfe war und sich wegen Serenas Verletzungen um sie sorgte. Carter hatte es sich persönlich zum Ziel gesetzt, das verletzte Mädchen nach Hause zu tragen. Auch andere Kinder waren verletzt worden, aber Serena hat es mit den vielen Kratzern am Rücken am schlimmsten erwischt.
Als sie erst am nächsten Tag wieder in Rocuenco ankamen, wurden die verletzten sofort behandelt. Viola hörte von Serenas Verletzungen und war sofort zur Stelle, um für ihre Tochter da zu sein. Trotzdem war sie auch wütend auf Carter. Als Mutter ging sie auf ihn zu und ohrfeigte ihn. Danach schnauzte sie ihn an: "Wie konntest du es nur zulassen, dass meiner Kleinen so etwas widerfährt? Ich habe gehört, dass du die ganze Zeit bei ihr warst. Du hättest das verhindern können." Serena hörte mit an, wie böse Viola auf ihren Vorgesetzten war. Sie sah lächelnd zu ihrer Mutter und sprach: "Sei nicht böse auf ihn, Mama! Er kann nichts dafür. Ich war diejenige, die den Katzen nichts tun konnte." "Serena hat Recht! Kira hat alles mitangesehen. Mamagirl darf nicht böse auf großen Menmen sein.", mischte sich Kira ein. Viola wandte sich wieder Serena und ihrer neuen Freundin Kira zu. Die Mutter streichelte über die Wange ihrer Tochter und sprach: "Ich bin so stolz auf dich, Serena! Du hast nicht nur deiner kleinen Freundin hier geholfen, sondern bist dir selbst auch noch treu geblieben. Sicher verstehst du irgendwann, wie viel dir selbst das bedeutet. Aber jetzt ruh' dich aus." Viola ließ Carter in Ruhe. Stattdessen blieb sie bei ihrer Tochter, die ihr Ein und Alles war.

Es vergingen ein paar Wochen, bis Serena sich wieder vollständig erholt und ihre Verletzungen verheilt waren. Narben waren glücklichweise keine zurückgeblieben, obwohl Serena dies irgendwie schade fand. "Jetzt kann ich doch niemandem mehr zeigen, dass ich wirklich von Wildkatzen angegriffen wurde.", meinte sie trotzig. Bis zu ihrer vollständigen Genesung hatte sie auch Kira besser kennengelernt. Ob es nun wegen der pinken Haare war, die die zwei gemeinsam hatten, oder weil Serena Kira geholfen hatte, war nun egal. Auf jeden Fall wurden die zwei gute Freundinnen.
Eine weitere Sache war aufgeschoben worden. Carter war Serena noch eine Erklärung schuldig, was er damit gemeint hatte, dass dieser merkwürdige Stein innerhalb der Wüstenruine bereits seit Jahrhunderten beschützt wurde. Das klärende Gespräch führte sie noch mit Carter. Er hatte es ebenfalls nicht vergessen und hielt sein Wort. "Der Stein, den du gefunden hast ... Unsere Stadt existiert schon sehr lange. Seitdem befinden wir uns in einem ständigen Überlebenskampf. Vor über 800 Jahren wurde Rocuenco die Aufgabe übertragen, diesen Stein zu beschützen. Wir haben es uns einfach gemacht. Wir erzählten von Generation zu Generation, dass es in der Wüstenruine spukte. Das funktionierte auch. Kaum jemand hatte je einen Fuß in die Ruine gesetzt. Und von den Bewohnern in Puderado wussten wir, dass sie aus uns unbekannten Gründen diesem Ort fernblieben. Seit jeher beschützen wir den Stein und wir müssen diese Aufgabe solange fortsetzen, bis die Botschaft, die auf dem Stein steht, in der Welt verbreitet wurde. Das Merkwürdige daran ist, dass niemand die Symbole lesen kann." Serena hatte Carter gespannt zugehört und bedankte sich bei ihm für die ausführliche Erklärung. Sie meinte noch zu ihm: "Ich bin mir sicher, dass unsere Stadt irgendwann von dieser Pflicht erlöst wird. Ganz sicher sogar." Carter hatte da weniger Hoffnung, aber er wusste ihre Zuversicht zu schätzen.

Kira hatte sich dazu entschlossen, einige Zeit lang in Rocuenco zu leben. Sie war eine große Hilfe dabei, den Kindern etwas über die Palap beizubringen. Die Palap waren nämlich kein unbekanntes Volk für die Rocuencaner. Ihnen waren sie zwar als Potanion bekannt, da sie für die einen Menschen wie Kartoffeln aussahen und für die anderen wie Zwiebeln. Darüber hatten sogar Daryl und Brandon einen Streit. In der Vergangenheit hatten beide Völker schon häufiger miteinander zu tun gehabt. Bisher kamen die beiden Kulturen immer gut miteinander zurecht. Kira konnte natürlich aus erster Hand berichten, wie die Palap lebten, welche Traditionen sie hatten, und und und. Eine bessere Quelle als einen Palap gab es dafür jedenfalls nicht. Kira lernte im Gegenzug mehr über die Lebensweise der Menschen in Rocuenco. Davon war sie so fasziniert, dass sie am liebsten ebenfalls das Kämpfen lernte. Vor allem aus dem Grund, um ihre Palap-Schwestern und -Brüder beschützen zu können. Deshalb blieb sie letztendlich auch noch länger in Rocuenco, als sie es anfangs vorhatte.


Kapitel VI: Mit Tyrannen spielt man nicht

Nach dem erfolgreichen Ausflug, dessen einziger Misserfolg es war, dass nicht alle Kinder heil nach Hause zurückkehrten, zog es die Kinder im Rahmen ihrer Ausbildung öfter nach draußen, außerhalb von Rocuenco. Selbstverständlich zogen sie nicht alleine los, sondern begleiteten ein Erwachsenenteam, die ihnen etwas beibrachten. Welche Erwachsenen sich um welche Kinder kümmerte, entschied das Los. Auf diese Weise wurden ihnen die Aufgaben der einzelnen Fraktionen nähergebracht. Dies diente zum einen dazu, die Kinder bei ihrer Entscheidungsfindung, welcher Fraktion sie später beitreten wollten, zu unterstützen. Vor allem sollten die Kinder etwas dabei lernen und weitere Erfahrung sammeln. Wie auch immer, Brandon fiel es noch immer schwer, sich zu entscheiden. Die Teams wurden ständig neu aufgeteilt, sodass praktisch jedes Kind mindestens einmal zusammen gearbeitet hat. Serena war dabei immer traurig, wenn sie weder mit Daryl noch mit Brandon ein Team bildete. Immerhin war Kira immer bei ihr, also hatte sie immer eine Freundin um sich. Umso fröhlich war die Pinkhaarige dafür immer dann, wenn sie mit Daryl und Brandon ein Team bildete. Zu dritt tanzten sie nämlich gern mal aus der Reihe und machten den Erwachsenen Ärger. Die drei und Kira hatten großen Spaß daran, Arénicañón mit eigenen Augen zu erkunden. Selbstverständlich kam es hin und wieder mal zu meistens leichteren Verletzungen. Einmal wurde Serena sogar von einem Kraxlerskorpion gestochen und vergiftet. Auf dem Weg zu Phantom's Hall hatte sie noch Glück gehabt, aber dieses Tierchen war schneller gewesen. Immerhin wurde ihr rechtzeitig ein Gegengift verabreicht.

Etwa ein Jahr zog auf diese Weise ins Land, Serena hatte zumindest ihren neunten Geburtstag gefeiert, wie die meisten anderen Kinder auch. Innerhalb dieses Jahres hatten die Kinder nicht nur viel gelernt, sondern auch ihre kämpferischen Fähigkeiten verbessert. Es kam eines Tages dazu, dass Serena, Daryl und Brandon ein Team bildeten und darüber hinaus noch mit Viola und ihrem Team zusammenarbeiteten. Darüber freute sich Serena am meisten. Sie durfte zwar schon einigen Prospector über die Schulter gucken, doch ihre Mutter zu begleiten, war nochmal etwas völlig anderes. Seit langem wollte Serena ihre Mutter begleiten - Viola war ein Vorbild für sie - und nun war endlich dieser Tag gekommen. Noch dazu war es ein sehr schöner, sonniger Tag. Keine Wolke am Himmel weit und breit. Dadurch machte den Menschen die Hitze aber nur noch mehr zu schaffen.
Die siebenköpfige Gruppe - Viola und ihr Team, Serena, Brandon, Daryl und Kira - machten sich auf den Weg. Es zog sie von Rocuenco aus gesehen nach Osten zum Scujo. Ihr Auftrag war es, Wasser von dort in die Stadt zu bringen. Es handelte sich also um reine Routine, zumindest für die Erwachsenen. Die Kinder konnten dabei bestimmt einiges lernen. Immerhin war das Beschaffen von Wasser von hoher Wichtigkeit. Viola hatte aber noch etwas anderes geplant. Damit es den Kindern nicht zu langweilig wurde, plante sie mit ihnen im Fluss schwimmen zu gehen. Dazu hatte sie sich die Stelle ausgesucht, an der der Fluss am breitesten war. Diese Stelle war aber doch ein ganzes Stück entfernt, weshalb sie alle mit Bolidechsen reisten. Drei dieser flinken Echsen waren notwendig, um die komplette Gruppe zu befördern.
An diesem sonnigen heißen Tag trug graues Top kombiniert mit einer langen beigen Hose sowie braunen Schuhen. Außerdem trugen alle einen braunen Umhang, der sie in der Nähe von Felsen ein wenig tarnen konnte. Sie und Kira reisten mit Viola auf einem Bolidechsen, die Jungs reisten jeweils bei einem der anderen Erwachsenen mit. Ein schmaler Pfad, der zwischen hohen Felsformationen vorbeiführte, führte die Gruppe direkt zum Fluss Scujo. Ihr Ziel hatten sie aber noch lange nicht erreicht. Nach dem Pfad ging der Weg auf derselben Seite des Flusses weiter. Die Echsen rannten so schnell, dass die langen Haare der Damen entgegen nach hinten wehten. Viola erlaubte sich einen Spaß und ließ ihren Bolidechsen durch das Wasser laufen - zum Glück waren diese Reptilien nicht wasserscheu. Durch ihre Geschwindigkeit wirbelten sie Wasser auf, das am Ende nur die Reiter der Echsen nassspritzte. Die anderen Erwachsenen ahmten Viola nach, damit die Jungs auch was davon hatten. Serena und Kira amüsierten sich darüber. Auf dem Weg zur Schwimmstelle liefen sie an einigen am Fluss lebenden Tieren vorbei. "Ohh ... da sind kleinerliche Fischlein!", sagte Kira, die im Fluss besagte Fische entdeckt hatte. Serena meinte daraufhin sarkastisch: "Vielleicht solltest du einen fangen. Ansonsten endest du heute noch als unser Abendessen." Kira war empört über Serenas Worte. Inzwischen kannte sie sie zwar so gut, dass die Pinkhaarige hin und wieder einen bissigen Kommentar zum Besten gab, aber trotzdem hatte sie wohl ein paar Probleme damit, Sarkasmus zu verstehen. "Kira hat Rena gehört! Kira findet das nicht witziglich!", regte Kira sich auf. Serena lachte nur und beruhigte sie wieder.
Zur Mittagszeit erreichte die Gruppe die Stelle, an der sie schwimmen sollten. Dass sie dort so flott ankamen, hatten sie nur den Bolidechsen zu verdanken, die sie nun an geeigneter Stelle mit einem Seil festmachten. Brandon und Daryl gingen nach ihrem ersten Ritt auf den Rasern auf Serena zu und Daryl meinte: "Diese Echsen sind verdammt schnell. Gegen die kommst nicht einmal du an, Serena." Kira stimmte ihm zu und sprach: "Starker Boyboy hat Recht! Flinkliche Schuppenviecher machten wusch-wusch! Kira spürte Wind in flauschig-weichem Pelz." Nun fühlte sich Serena beleidigt. Sie verschränkte ihre Arme und drehte sich mit schmollenden Lippen weg. "Ihr werdet es irgendwann schon sehen. Irgendwann bin ich schneller als diese Echsen. Wartet es nur ab. Und dann bin ich diejenige, die zuletzt lacht.", antwortete Serena gekränkt. Von diesem kleinen Zwist wollten sie sich aber nicht den Spaß verderben lassen. Sie waren alle hierhergekommen, um sich eine Abkühlung zu verschaffen.
Kira stürmte sofort ins Wasser und trieb auf dem Rücken auf der Wasseroberfläche. "Aww ... Plitsch-platsch so kühl. Tut Kira sehr gut.", schwärmte sie regelrecht. Brandon und Daryl entledigten sich ihrer Oberteile und ihrer Schuhe, ehe sie - bekleidet mit ihren Hosen - ins Wasser gingen. Serena zog sich ihre Hose und Schuhe aus. Sie überlegte sogar, ob sie sich ihr Oberteil ausziehen sollte - immerhin hatte sie nichts, dass sie verstecken müsste. Trotzdem entschied sie sich dagegen, da sie glaubte, dass sie sonst am ganzen Körper zu schnell einen Sonnenbrand kriegen würde. So lief sie nur mit Unterhose, Top und ihren Ohrenschützern gekleidet ins Wasser. "Entfernt euch nicht zu weit von uns, Kinder. Bleibt immer in Sichtweite, verstanden?" Die Kinder und Kira bestätigten, dass sie alles verstanden hatten. Danach konnte der Spaß beginnen.
Serena, Kira, Brandon und Daryl tobten im Wasser herum. Sie spritzten sich gegenseitig nass, spielten im Wasser fangen - die Jungs hatten dabei auch mal eine Chance gegen Serena - und hatten einfach gemeinsam Spaß. Brandon entdeckte, dass Wasser von weiter oben von einer Felswand in den Fluss floss. Deshalb schlug er vor: "Was meint ihr, Leute? Sollen wir mal nachsehen, woher das Wasser kommt?" "Klar!" "Ja, das interessiert mich auch." , antworteten Daryl und Serena. Nachdem dies beschlossen war, schwammen die vier dorthin und kletterten die Felswand hoch. Danach folgten sie noch ein wenig dem Wasser, bis sie dessen Quelle fanden. Das Wasser entsprang direkt einem Geysir. Je mehr sie sich diesem näherten, desto mehr Wasser prasselte auf sie nieder, so als würde es regnen. Deswegen fühlten sie sich alle wie im siebten Himmel, so glücklich waren sie darüber. Nachdem sie aber genug davon hatten, sprangen sie wieder nacheinander von der Felswand runter. Bis auf Brandon sprangen alle ohne mit der Wimper zu zucken wieder in den Scujo, der an der Schwimmstelle tief genug war. Brandon zögerte jedoch, sodass Serena ihm zurief: "Jetzt spring schon, du Weichei! Ansonsten müssen wir dich hier zurücklassen! Außerdem musst du dir hier etwas ansehen!" Beim Eintauchen hatte sie einen Zugang zu einer Höhle entdeckt, die sie sich unbedingt ansehen wollte. Andernfalls, so glaubte sie, würde sie etwas verpassen und diese Gelegenheit wollte sie sich nicht entgehen lassen. "Ich komme schon.", antwortete Brandon etwas ängstlich, doch er sprang dann tatsächlich runter. Anschließend gingen sie auch auf Tauchstation. Nur Kira musste passen, da sie seltsamerweise nicht von sich aus tauchen konnte.
Serena, Brandon und Daryl tauchten hinunter in die Höhle hinab. Der Unterwasserweg war dabei länger als vermutet. Die angehaltene Luft wurde nämlich knapp. Japsend nach Luft standen sie dann erstmal in der Höhle, Wasser tropfte von ihren Körpern zu Boden. Dummerweise hatte die Kinder ihre Waffen bei den Erwachsenen liegen gelassen, sodass sie nun nichts hatten, um die Höhle etwas zu erleuchten. Was aber die Selbstverteidigung anging, so meinte Daryl zuversichtlich: "Macht euch keine Sorgen! Wenn es sein muss, dann beschütze ich uns alle mit meinen Fäusten." Bei der Dunkelheit irrten die drei ein wenig durch die Höhle. Serena stellte dennoch nach einiger Zeit fest: "Haltet mich für verrückt, aber ich glaube, wir sind hier in Ant's Labyrinth! Uns wurde doch gesagt, dass sich die Höhle über die ganze Insel erstreckt und an den verschiedensten Stellen Ein- und Ausgänge hat. Kommt! Lasst uns nach einem anderen Ausgang suchen." Daraufhin liefen die drei nicht mehr ganz so planlos durch Ant's Labyrinth, bis sie schließlich einen anderen Ausgang weiter flussaufwärts fanden.

Als die Kinder wieder vom Sonnenlicht geblendet wurde, fiel Serena ein, was ihre Mutter gesagt hatte. Sie sollten in Sichtweite bleiben, was sie nicht getan hatten. "Mama macht sich bestimmt schon Sorgen um uns. Kira ist als einzige in ihrer Nähe geblieben. Wir sollten schnell zurückgehen.", sagte Serena bestimmend. Sie, Brandon und Daryl nahmen die Beine in die Hand und rannten wieder zu der Schwimmstelle, die sehen konnten, als sie wieder zum Fluss gegangen waren. Serena wollte echt so wenig Zeit wie möglich verlieren, weshalb sie einen Moment lang nicht auf Brandon und Daryl achtete und ein Stück vorlief. Auf dem Weg zurück zu ihrer Mutter, entdeckte sie mitten im Fluss einen höheren Felsen. Den kletterte sie hinauf, um einen besseren Überblick zu haben. Sie wollte sehen, ob ihre Mutter schon nach ihr und den Jungs suchte. Das tat sie. Viola kam Serena sogar schon entgegen, so als wisse sie, wo sie suchen müsse. Plötzlich winkte Viola ihrer Tochter hastig zu, was diese nicht zu deuten wusste. Sie winkte einfach zurück. Gleich darauf hörte sie ihre Mutter so laut sie konnte rufen: "SERENA! KOMM SOFORT DA RUNTER!! DU STECKST IN LEBENSGEFAHR!!!" Serena hatte zwar gehört, was sie gesagt hatte, doch sie wusste nicht, wieso sie in Lebensgefahr steckte. Die Neunjährige blickte sich um, konnte aber nichts Gefährliches entdeclen. "WHAAA!!! CROCOBEAST! RENA STEHT AUF CROCOBEAST!!! RENA MUSS SCHNELL RUNTER!!", rief Kira auch noch. Die Palapdame wurde schon direkter, doch Serena fragte sich, wieso sie so schrien. Hinterher waren sie noch heiser. Was Kira aber schon angedeutet hatte, merkte Serena wenige Augenblicke später dann auch selbst.
Der Boden unter ihr bewegte sich auf einmal, wodurch die Pinkhaarige ins Schwanken geriet. "Hey, was passiert denn jetzt?", fragte sie. Das Rumpeln unter ihr wurde immer stärker, bis sie von dem vermeintlichen Felsen runterfiel. Dass es sich um keinen Felsen handelte, wusste Serena nun selbst, doch sie rechnete wohl nicht damit, was es stattdessen war. Auf Serena tropfte eine schleimige Flüssigkeit, die sie dazu brachte, nach oben zu sehen. Ihre Augen weiteten sich wegen des schockierendem Anblicks des Alligadillos, der drohte, Serena zu fressen. "LAUF, SERENA, LAUF!!!", riefen Brandon und Daryl gemeinsam, die an dem Tyrannen vorbeirannten. Serena wurde durch sie aus ihrer Schockstarre befreit, stand auf und rannt schnell zu ihrer Mutter, bevor der Alligadillos sie mit seinem riesigen Maul schnappte. Dummerweise ließ die übergroße Mischung aus Alligator und Gürteltier nicht einfach so locker.
Viola fing Serena ab und lief mit ihr zurück zu den Bolidechsen. Der Alligadillo rollte sich unterdessen zusammen und verfolgte sie auf diese Weise. Er hätte Mutter und Tochter glatt überrollt, wenn Viola nicht mit Serena sprunghaft ausgewichen wäre. Der Tyrann krachte in die Felsen und brauchte einen Moment, um sich wieder zu befreien. Diese Zeit nutzte Viola, um ihre Tochter, Brandon, Daryl und Kira auf einen Bolidechsen zu setzen. Daraufhin gab sie der Echse einen Klaps aufs Hinterteil und sprach dabei: "Bring die Kinder schnell nach Hause! Bring sie in Sicherheit!" Die Bolidechse setzte sich sofort in Bewegung und raste davon. Serena blickte zurück und rief: "Mama! Bitte versprich mir, dass du nach Hause nachkommst!" Viola sah ihre Tochter an - ihre Augen waren schon in Tränen getränkt - und nickte. "Versprochen!" Die Bolidechse brachte die Kinder nach Hause, wo sie von Carter und Brandons und Daryls Eltern empfangen wurden. Sie hatten bereits gehört, was geschehen war. Einer der anderen Erwachsenen hatte Carter über eine Teleschnecke benachrichtigt. Carter passte auf Kira und Serena auf. Serena saß ohnehin nur da und weinte. Die Neunjährige machte sich einfach große Sorgen um ihre Mutter, was Carter spätestens dann wusste, nachdem sie alle fünf Minuten fragte, wo ihre Mutter blieb. Sie gab sogar sich selbst die Schuld daran, dass dieser schlimme Vorfall geschehen war. Dies versuchte ihr Carter wieder auszureden - leider vergebens.

Am späten Abend kehrten die übrigen Bolidechsen nach Rocuenco zurück. Auf den ersten Blick waren alle drei Teammitglieder aus Violas Team zurückgekehrt. Trotzdem wurden sie direkt von einem Ärzteteam abgefangen. Eines war sofort klar. Das Team hatte gegen den Alligadillo gekämpft und war nicht unversehrt weggekommen. Nur einer der drei war direkt ansprechbar, das zweite Teammitglied war bereits verstorben, das dritte schwer verwundet. Viola war nicht diejenige, die noch sprechen konnte, aber sie war auch nicht tot.
Serena erfuhr erst später, dass ihre Mutter wieder zurückgekehrt war. Daraufhin konnte sie niemand mehr davon abhalten, zu ihrer Mutter zu gehen. Durch die zunächst gute Neuigkeit weinte Serena zwar nicht mehr, aber ihre Augen blieben gefüllt mit Tränen. Es sah danach aus, als ob die ganze Stadt wegen des Vorfalls in Aufruhr versetzt worden war. Jeder wollte genauere Informationen. Die Neunjährige rannte durch die Menge und kämpfte sich bis zu ihrer Mutter durch. Die Ärzte hatten bereits erste Untersuchungen beendet und mit ihren Möglichkeiten versucht, Violas Zustand zu stabilisieren. Um Serenas Mutter sah es nämlich nicht gut bestellt aus.
"Mami! Mami!", rief Serena, während sie auf ihre Mutter zulief und ihr letztendlich in die Arme fiel. Viola brauchte etwas, bis sie ihre Tochter in ihren Arm nehmen konnte. Serena wurde schnell klar, wieso ihr zuerst vorenthalten wurde, dass ihre Mutter nach Rocuenco zurückgekehrt war. Ihr fehlte ein Arm und ein Teil ihres Bauches. Beides hatte der Alligadillos gefressen. Außerdem hatte sie mehrere innere Blutungen und ihre Lungen waren kurz davor, den Geist aufzugeben. Das pinkhaarige Mädchen sah dies alles. Diesen Anblick wollte man ihr wohl ersparen. Die Ärzte hielten es bereits für ein Wunder, dass sie überhaupt noch lebte. Sofort flossen wieder die Tränen, sowohl bei der Mutter als auch bei der Tochter, und die zwei wollten einander gar nicht mehr loslassen. Die stolze Mutter sprach: "Ich habe meine Versprechen gehalten. Ich bin nach Hause gekommen." Viola lächelte, dabei floss auf einmal Blut aus ihrem Mund. Sie wirkte glücklich und zufrieden, obwohl sie vermutlich nicht mehr lange lebte. Serena meinte mit weinerlicher Stimme: "Aber Mama.. du musst wieder gesund werden. Wäre ich nicht so dumm gewesen, dann ginge es dir jetzt nicht so schlecht. Bitte versprich mir, dass du wieder gesund wirst." Viola fing daraufhin an Serenas Rücken zu streicheln. Währenddessen sagte sie mit immer schwächer werdenden Stimme: "Meine Süße ... ich bin so froh, dass du mich als Vorbild genommen hast und eine Prospector wie ich werden willst. Ich wünschte, ich könnte mitansehen, wie du zu einer jungen Frau heranwächst ... Bitte gib dir nicht die Schuld daran, was passiert ist. Ich bin froh, dass es dir gut geht. ... Ich bereue es nur, dass ich mich nie mit meinem Vater versöhnt habe. Wegen ihm wurde ich nämlich eine Prospector, ... weil er ständig auf Reisen war und Abenteuer erlebt hat, ... aber ich konnte ihm weder dies sagen, noch ihm mitteilen, wie lieb ich ihn habe. ... Wenn du ihn siehst, richte es ihm bitte von mir aus." Serenas Augen weiteten sich, weil sie verstand, was ihre Mutter sagen wollte, aber sie dies nicht wahrhaben wollte. "Was soll das heißen, Mama? Du musst wieder gesund werden. Lass mich nicht alleine!", sagte sie, worin ihre pure Verzweiflung rauszuhören war. Das jungen Mädchen wollte nicht ihre Mutter verlieren, die sie über alles liebte. Viola erwiderte nur noch: "Lebe, Serena! Sei glücklich. Lache, wann immer dir danach ist. Unternimm etwas mit deinen Freunden. Lasse dir von niemandem sagen, wie du dein Leben zu leben hast, sondern tue, das, was du möchtest. Damit würdest du mich noch glücklicher machen, als ich es bin. Ich liebe dich..." Daraufhin lockerte sich Violas Arm um Serena und er fiel einfach herunter. Er baumelte neben dem Bett, das Leben verließ die stolze Mutter. Ihre Augen fielen zu, trotzdem lächelte sie noch. Serena schluchzte hingegen noch stärker und rief mit zunehmender Lautstärke: "Mama?! Mama?!! MAMAAAA?!!!!" Viola reagierte jedoch nicht mehr. Sie war gestorben.
Serena ließ noch nicht von ihrer Mutter ab. Sie weinte bitterlich und wurde vorerst von allen in Ruhe gelassen. Carter ordnete nach einiger Zeit an, sie von ihrer verstorben Mutter zu trennen, da es ihr nicht gut täte. Es war regelrecht ein Kampf, Serena von ihrer Mutter zu trenne, doch den verlor die Neunjährige. Nachdem sie daraufhin vor Carter abgesetzt wurde, hämmerte sie gegen ihn und nannte ihn herzlos. Sie warf ihm noch weitere harte Wörter an den Kopf, doch der Anführer lächelte über diese hinweg. Er nahm Serena in den Arm und tröstete sie trotzdem. Sie hörte daraufhin auch auf, ihn weitere Beschimpfungen an den Kopf zu werfen, und weinte nur noch. Sogar Kira, die Serena gefolgt war und somit das Meiste mitbekommen hatte, weinte und trauerte mit der Pinkhaarigen. "Mamagirl ist ... tot?", murmelte sie fassunglos.


Zuletzt von Serena am Fr Jul 01, 2016 9:16 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Serena Caruso   So Jun 12, 2016 8:46 pm

Kapitel VII: Das Geheimnis des mysteriösen Steins

Nach ihrem Tod erhielt Viola noch eine angemessene Trauerfeier. Gemäß des Glaubens in Rocuenco wurde ihr Körper wieder eins mit der Insel, indem sie begraben wurde. Serenas Trauer war an diesem Tag noch genauso groß, wie zum Zeitpunkt des Todes ihrer Mutter - und noch lange Zeit darüber hinaus. Die Waise konnte es nicht akzeptieren, dass ihre Mutter verstorben war. Obwohl Viola sie darum gebeten hatte, sich nicht die Schuld daran zu geben, tat sie es trotzdem. Es war ihr auch kein Trost vom überlebenden Teammitglied zu hören, dass sie während des Kampfes gegen den Alligadillo immerzu davon sprach, ihre Tochter wieder im Arm halten zu wollen und dass sie ihr Bestes gegeben hatte, um die Kinder und ihre Teammitglieder zu beschützen. Serena fühlte sich allein. Einen Vater hatte sie nie und ihre Mutter wurde ihr genommen. Trotzdem wünschte sie sich nicht, dass das dritte Teammitglied anstelle ihrer Mutter hätte sterben sollen. Sie wünschte sich lediglich, dass sie den Tyrannen nie auf sich und die anderen aufmerksam gemacht hätte. Dann wäre sicher niemand gestorben. So allein wie sie sich fühlte, war Serena aber gar nicht. Sie hatte noch ihre Freunde. Brandon, Daryl und Kira. Die drei versuchten die Pinkhaarige mit allen Mitteln aufzumuntern, doch die ließ kaum jemanden an sich heran. Carter fiel vor allem auf, dass sie nicht mehr so lebensfroh wie früher war. Verglichen mit vorher war sie nun so ziemlich das bravste Kind, das er kannte. Dem Anführer Rocuencos, der nach Violas Tod auf Serena aufpasste, fiel auch nichts mehr ein, wie er die Neunjährige auf andere Gedanken bringen konnte. Nachdem er versuchte sie aufzumuntern, indem er ihr sagte, dass sie Viola nicht nur ähnlich sah, sondern auch war, war sie nur noch trauriger. Serena wollte am liebsten von allen in Ruhe gelassen werden. Die junge Abenteurerin schob regelrecht einen Hass auf die anderen, vor allem aber auf die Kinder, die das Glück hatten, noch beide Elternteile zu haben. Die Pinkhaarige wollte keinen Trost oder Mitleid von anderen, sie wollte nur ihre Mutter zurück. Letztendlich ließ sie nur Kira in ihre Nähe, die sie aber meistens nur als Kuscheltier missbrauchte.

Sylvester kehrte Wochen später nach Violas Ableben nach Rocuenco zurück. Schon als er durch die Stadt lief und die Blicke der anderen Bewohner bemerkte, wusste er, dass etwas nicht stimmte. Als er Serena dann auch noch bei Carter auffand, fragte er sofort: "Wo ist Viola? Wo ist meine Tochter? Ist etwas passiert?" Carter wollte ihn aufklären, doch Serena zerrte an seinem Arm und blickte zu ihm hoch. Ihr Blick genügte, damit Carter schwieg und Serena das Wort überließ. "Ich muss dir was sagen, Opa. Lass uns bitte nach Hause gehen." Sylvester nahm seine Enkelin an der Hand und sie machten sich auf den Weg in ihr bescheidenes Heim. Kira ließ die beiden alleine.
Serena und Sylvester setzten sich gemeinsam hin, bevor die Pinkhaarige das Wort ergriff und ihren Großvater unter Tränen darüber aufklärte, dass ihre Mutter - seine Tochter - infolge der Verletzungen, die sie von einem Alligadillo davongetragen hatte, verstorben war. Da es ihr schwer fiel, stotterte sie dabei größtenteils. Für Sylvester brach eine Welt zusammen. Er hatte in seiner Abwesenheit bereits seine Frau verloren. Ihm war sogar entgangen, dass seine Tochter glücklich verliebt war und ein Kind bekommen hatte. Und jetzt war er nicht mal da, als seine Tochter ihr Leben verloren hatte. Er stürzte in tiefe Trauer, womit er sogar Serena zum Weinen brachte. Doch es gab etwas, dass sie ihrem Großvater noch sagen musste. Serena teilte Sylvester die Worte mit, die ihre Mutter ihr mitgegeben hatte. Dass Viola ihren Vater lieb habe und dass sie wegen seiner Abenteuerlust eine Prospector wurde. Serena sah ihm an, dass er vor seinem geistigen Auge Viola sah, wie sie diese Worte direkt an ihn richtete. Sein Blick war starr und leer, sodass er auf keinen Fall sah, was sich wirklich vor ihm abspielte. Durch die Worte flossen die Tränen nur noch stärker bei dem 54-jährigen. Für ihn war es schlimm genug, dass er seine Frau verloren hatte. Nun hatte er sogar noch seine Tochter überlebt. Etwas, dass er sich nie vorstellen konnte, geschweige denn wollte.
Sylvester riss sich langsam wieder zusammen. Nachdem er sich beruhigt hatte und er fast schon wieder glücklich darüber wirkte, dass seine Tochter ihn doch geliebt hatte, fragte er Serena: "Dann wollte Viola also, dass ich diese Worte noch höre. Ich hätte sie gerne persönlich von ihr gehört, aber diese Chance habe ich leider vertan. Aber wenn das ihr letzter Wunsch an mich war, was wollte sie dann von dir, kleiner Engel?" Serena senkte ihren Blick und zögerte, ihrem Großvater zu sagen, was Viola noch zu ihr gesagt hatte. Doch Sylvester war ein kluger Mann und durchschaute seine Enkelin eben. Sein durchdringender Blick der Neugier brachte sie schließich zum Reden: "Mama wollte, dass ich mir nicht die Schuld an ihrem Tod gebe. Und sie sagte, dass ich sie noch glücklicher machen würde, als sie es schon war, wenn ich glücklich bin, lache, etwas mit meinen Freunden mache und mein Leben lebe, wie ich es möchte." "Und tust du das? Du siehst so traurig aus. Du wirkst nicht glücklich und ich habe dich seit meiner Rückkehr noch nicht einmal lachen sehen.", stellte Sylvester fest. Er hatte Serena durchschaut. Ganz offensichtlich wusste er, dass sie im Prinzip das genaue Gegenteil von dem tat, was ihre Mutter sich gewünscht hatte, kurz bevor sie starb. Daraufhin meinte Sylvester noch: "Wieso machst du deine Mutter nicht wirklich glücklicher? Du weißt doch sicher, dass sie immer bei dir ist. Nicht nur, weil sie ein Teil der Insel wurde und auf dich Acht gibt, wie es alle hier glauben. Dieser Glaube gefiel mir schon immer und ich denke, dass es wirklich der Fall ist. Nein, sie ist auch in deinem Herzen und zurzeit brichst du nicht nur ihr Herz, sondern auch dein eigenes. Wieso erfüllst du deiner Mutter nicht ihren letzten Wunsch?" Sylvester öffnete Serena damit die Augen. Sie realisierte selbst, dass sie dem Wunsch ihrer verstorbenen Mutter nicht nachkam. Im gleichen Moment nahm sie sich vor, dies fortan doch zu tun. Doch das war leichter gesagt als getan. Ihre Trauer saß immer noch tief. Serena war aber nicht die Einzige, die eine Entscheidung traf. "Ich werde meiner Reise ein Ende setzen und auf dich aufpassen, Serena.", äußerte sich der ältere Mann entschlossen. Serena wunderte sich über seine Entscheidung. Ihr Mund stand ein wenig offen und sie sah ihn fragend an. Sylvester erklärte ihr: "Ich bereue es zutiefst, dass ich mich kaum um meine eigene Tochter gekümmert habe. Viola hatte damals Recht, als sie sagte, dass ich sie gar nicht kenne. Ich habe verpasst, wie sie aufwuchs, all die schönen Momente mit ihr habe ich versäumt. Aber diesen Fehler möchte ich jetzt wiedergutmachen ... indem ich hier bleibe und mich künftig um meine Enkelin kümmere. Mindestens bis du erwachsen bist. Weißt du eigentlich, dass du mich sehr an deine Mutter erinnerst, Serena? Ich weiß zwar nicht viel über Viola, aber das was ich weiß, sehe ich auch in dir. Und es ist nicht nur die optische Ähnlichkeit." Diese Worte hatte sie so ähnlich erst vor Kurzem gehört, nämlich von Carter. Nur erfüllte es sie diesmal mit Stolz, dass sie ihrer Mutter ähnelte. Sie war nicht umsonst ihr Vorbild und wegen Viola wollte Serena ebenfalls eine Prospector werden. Sylvester nahm Serena in seinen Arm. Diesmal benötigte er keine Geschichte, denn er hielt sie solange in seinen Armen, bis sie einschlief. Danach trug er sie in ihre Schlafstätte, bevor er sich selbst hinlegte. Im Gegensatz zu Serena konnte er aber schlecht schlafen, da er in Gedanken nur bei Viola war. Er dachte nur daran, dass er gerne gesehen hätte, wie seine Tochter älter wurde. Alle wichtigen Ereignisse in ihrem Leben hätte er zu gern mitverfolgt. Doch er verließ Rocuenco nicht nur dauernd, um seine Reise- und Abenteuerlust zu stillen. "Meine Lieben ... Bitte versteht doch, dass ich nicht in eurer Nähe bleiben durfte. Ich wollte euch nicht in Gefahr bringen.", murmelte er im Schlaf.

Serenas lebensfroher Geist kehrte nach und nach wieder zurück. Wie Viola es sich gewünscht hatte, versuchte sie nun glücklich zu sein. Der erste Schritt war es, wieder etwas mit Brandon, Daryl und Kira zu unternehmen. Doch als Kira sah, dass es Serena wieder besser ging, fasste auch sie einen Entschluss. Kira suchte das Gespräch mit Serena unter vier Augen. Sie teilte ihr dabei mit: "Kira wird wieder zu ihren Palap-Brüdern und -Schwestern zurückkehren. Hoffentlich ist Rena Kira nicht böse oder traurig, dass Kira geht. Kira ist immerhin nicht aus der Welt, sondern quicklebendiglich. Aber Kira sehnt sich nach ihren Junglap. Sie sind bestimmt voller Sorge, weil ihre Mamalap schon so lange fort ist. Aber Papalap hat sicher gut auf Junglap Acht gegeben, da ist sich Kira sicher. Kira hofft, dass Rena versteht." Die Palapdame schien ein schlechtes Gewissen zu haben, doch Serena war ganz bestimmt nicht böse auf sie. Die Pinkhaarige wunderte sich eh über etwas völlig anderes. "Warte mal ... Junglap? Du meinst deine Kinder? Das heißt doch dann, dass du Mutter bist! Wie alt bist du denn? Ich dachte, du seiest noch ein Kind.", hakte Serena nach. Kira zeigte sich von ihrer schokoladiglichsten Seite, zwinkerte Serena zu und antwortete: "Hihihi, Kira hat sich gut gehalten, nicht wahr? Vor allem dafür, dass Kira schon 14 Junglap auf die Welt brachte. Normalerweise verrät Kira anderen nur ungern ihr Alter, aber für Rena macht Kira eine Ausnahme. Kira ist bereits 45 Jahre alt." Serena sah den Palap nun völlig entgeistert an. 45 Jahre. 14 Kinder. Das alles hätte sie Kira nicht zugetraut, vor allem wenn sie daran dachte, wie sie sich kennengelernt hatten. Doch was sollte sie nun anderes sagen. Sollte sie Kira nun noch aufhalten? Nein, natürlich nicht. "Weißt du was, Kira? Lass Brandon, Daryl und mich dich begleiten. Wir bringen dich sicher zu deiner Familie zurück, einverstanden?", schlug Serena vor. Natürlich konnten die Kinder nicht so einfach allein losziehen. Serena hörte schon was Carter ihr sagen würde, oder jeder der anderen Erwachsenen, außer Sylvester. Nachdem Kira aber eingewilligt hatte, klärte Serena alles mit dem Anführer der Rocuencaner ab. Carter war tatsächlich nicht erfreut über diese irrsinnige Idee und verbietete es den Kindern, doch Serena setzte ihren Kopf durch und ignorierte dieses Verbot einfach.
Serena, Daryl und Brandon machten sich gemeinsam mit Kira auf dem Weg. Ihnen allen war bekannt, dass die Palap ständig weiterzogen. Deshalb wusste Kira auch nicht, wo sie sich zurzeit aufhielten. Allerdings hörte sie auf ihr Palap-Gespür, mit welchem sie glaubte, ihre Artgenossen finden zu können. Auf diese Weise zog sich die Reise zu der Palap-Karawane etwas hin. Am Ende fanden sie die Karawane jedoch, nachdem sie zuerst zum Ojo del Tirano gegangen waren und Kira dort fast hinuntergefallen wäre. Nachdem sie gegen unzählige Tiere kämpfen mussten, wobei Serena wie damals keine Wildkatzen oder sonstige Säugetiere auch nur ein Härchen krümmte. Kira kam schließlich wieder zu ihrer Familie und die Kinder mussten von ihrer Palap-Freundin, ihrem Mann und ihren Kindern Abschied nehmen. Zu den Kindern sei noch gesagt, dass eines niedlicher als das andere war. Serena, Brandon und sogar der toughe Daryl hätten am liebsten eines mit nach Hause genommen, aber dazu hatten sie kein Recht.

Als die Kinder wieder zuhause ankamen, gaben Carter und die Eltern der Jungs ihnen erstmal eine Standpauke. Hinterher waren sie nur noch froh, dass sie heil nach Hause zurückgekehrt waren. Abends konnte Serena dann zur Abwechselung ihrem Großvater von ihrem Abenteuer erzählen. Der hörte gespannt zu und amüsierte sich über die Geschichte seiner Enkelin, die er seit kurzem aufzog, als wäre sie seine eigene Tochter. Im Gegenzug wollte Serena dann aber wieder die Geschichte des jungen Archäologen weiterhören. Sylvester konnte ihr diesen Wunsch nicht ausschlagen und erzählte weiter: "Nachdem unser Abenteuer einige Zeit lang vergeblich nach einem weiteren Puzzleteil gesucht hatte, wurde er plötzlich von einer furchterregenden, menschenverachten, riesigen Bestie angegriffen. Sie war blau und hatte einen Schädel so hart wie Stahl. Diese Begegnung wäre sein Ende gewesen, wenn eine mutige, junge Frau nicht sein Leben gerettet hätte. Der Archäologe verliebte sich augenblicklich und die junge Amazone. Er konnte seinen Blick kaum von ihrem wunderschönen Anblick abwenden. Er begleitete sie in ihre Heimat. Die beiden wurden ein Paar. Später heirateten sie und bekamen ein Kind. Natürlich hatte er das Puzzleteil nicht vergessen, doch er wollte zuerst dieses Abenteuer bestehen. Das Abenteuer der Liebe." Sylvester hatte sehr von besagter jungen Frau geschwärmt, was Serena allerdings kein Bisschen merkwürdig vorkam. Die Geschichte endete aber erstmal wieder hier und die zwei legten sich schlafen.

Am nächsten Tag wollte Sylvester mehr von Serena darüber erfahren, was sie während seiner Abwesenheit erlebt hatte. Ihre abenteuerliche Geschichte hatte ihn nun auf den Geschmack gebracht. Die Neunjährige machte es sich einfach. Nicht umsonst hatte sie so manche Zeichnung angefertigt, mit denen sie ihre Abenteuer veranschaulichen konnte. Serena zeigte ihrem Großvater Bild für Bild und erzählte ihm etwas dazu. Plötzlich geschah ihr ein Missgeschick, als ihr ihre Zeichnungen aus ihren Händen rutschten und zu Boden fielen. Auf der Stelle hob sie sie auf, wobei Sylvester ihr half. Dem älteren Abenteuer fiel dabei eine ganz bestimmte Zeichnung ins Auge. Er hob Serenas Zeichnung auf, die sie vor etwas über einem Jahr in bzw. auf Phantom's Hall angefertigt hatte und fragte dazu: "Wo hast du das gezeichnet, mein Engel?" Wie als wäre es nichts Besonderes, klärte sie ihn darüber auf, dass sie dies in der Wüstenruine gezeichnet hatte. Sylvester traute seinen Augen nicht. Damit Serena verstand, wieso er so aus dem Häuschen war, beendete er die Geschichte des jungen Archäologen. "Obwohl er sich verliebt und eine Familie gegründet hatte, hatte der Archäologe seine Mission niemals vergessen. Er suchte weiterhin nach den Puzzleteilen. Doch wohlwissend, dass seine Feinde ihm jederzeit auflauern könnten, entschied er sich dazu, die Insel auf der Suche nach weiteren Puzzleteilen zu verlassen. Die Suche dort hatte er ohnehin aufgegeben. Auf dieser Insel vermutete er kein Puzzleteil mehr. Diese Entscheidung führte dazu, ... "... dass er seine Familie vernachlässigte, verpasste, wie seine Tochter eine junge Frau wurde und wie seine Frau starb. Außerdem war er nicht da, als seine Tochter, die er über alles liebte, ebenfalls ein Kind zur Welt brachte - seine Enkelin.", erzählte Serena plötzlich mit ihren Worten weiter. Sylvester sah sie deswegen überrascht an. Daraufhin meinte sie nur: "Guck nicht so, Opa! Ich habe schon sehr früh begriffen, dass du mir deine Geschichte erzählt hast. Sie hat mir sehr gefallen. Doch was hat deine Geschichte mit meiner Zeichnung zu tun?"
Sylvester war sehr überrascht über Serenas Auffassungsaufgabe. Nicht, dass er etwas anderes erwartet hätte, aber sie hatte ihn die ganze Zeit im Glauben gelassen, dass sie glaubte, er würde ihr nur eine Geschichte irgendeines Archäologen erzählen. Um auf ihre Frage zurückzukommen, deutete er nun auf den Stein in der Zeichnung. "Das, Serena, ist eines der Puzzleteile aus der Geschichte." Serena sah den Klotz fragend an. "Hä? Das ist doch kein Puzzleteil. Das ist nur ein Stein, auf dem lauter seltsamer Symbole eingeritzt waren. Und die kann nicht einmal ein Mensch lesen." Plötzlich fing Sylvester an vorzulesen, was dort stand. Da es nur eine Zeichnung war, konnte er nicht alles erkennen, aber einen Teil konnte er wirklich lesen. Serena hörte ihm zu und wurde ganz sprachlos. Hinterher sagte er: "Tut mir Leid, ich kann nicht alles lesen. Ich würde diesen Stein gerne sehen. Würdest du mich bitte dort hinbringen, damit ich mit diesen Stein genauer ansehen kann?" Serena war augenblicklich hellauf begeistert. "Ein Abenteuer mit meinem Opa? Bin dabei!"

Großvater und Enkeltochter machten sich so schnell es ging auf den Weg nach Phantom's Hall, jedoch nicht, ohne vorher noch notwendige Vorbereitungen zu treffen. Die beiden sind mindestens zwei Tage fort. Die überstand man nicht ohne Weiteres, erst Recht nicht auf einer Wüsteninsel. Als die zwei sich schließlich auf den Weg machten, verlief dieser so ähnlich wie vor gut einem Jahr. Serena hatte noch im Kopf, wo die Gruppe damals entlang gelaufen war. Sylvester war auch noch gut zu Fuß, weshalb die beiden etwa genauso lange benötigten wie die Gruppe im vergangenen Jahr. Der größte Unterschied war wohl, dass eine Gruppe von kampfwütigen Echsen ihren Weg kreuzten, doch um die konnten sich die beiden kümmern. Sylvester stellte sich als ein besserer Kämpfer heraus, als es Serena vermutet hätte. Als es dunkel wurde, machten Sylvester und Serena es sich in Ant's Labyrinth gemütlich. Genau genommen tat Serena genau dasselbe wie damals, nur dass sie nicht allein durch die Höhle streifte. Sylvester folgte ihr sofort. Schließlich erreichten sie mitten in der Nacht die Wüstenruine Phantom's Hall.
Im Inneren der Ruine angekommen erledigte Serena so schnell sie konnte die ihr bekannten Aufgaben. Beim Kronleuchter, der das große Tor öffnete, wartete sie darauf, dass Sylvester vorging, ehe sie losrannte, um es ebenfalls zu schaffen. Diesmal schaffte sie es wieder nur knapp, allerdings nicht so knapp wie letztes Jahr. Die zwei Abenteurer gingen sofort weiter, wieder hinaus in die Nacht und die Kält, die hier herrschte, wenn man die Temperaturen mit denen am Tag verglich. Die Treppen hoch, ein paar Sprünge wegen der zerbröckelten Stufen, und schon fanden sie sich vor dem - in Serenas Augen - merkwürdigen Stein wieder. Sylvester wirkte dagegen überglücklich, dass er diesen Stein leibhaftig zu Gesicht bekam. Serena verstand nicht, was daran so toll war, doch sie wusste es auch nicht besser. Es war an der Zeit, dass ihr Großvater sie aufklärte: "Verzeih mir bitte, Serena! Ich wollte meine Familie niemals mit in diese Angelegenheit hineinziehen. Ganz im Gegenteil. Ich wollte euch so gut es ging heraushalten. Um euch vor denen zu schützen, die hinter mir her sind. Aber da du nun hier bist, kann ich dich genauso gut einweihen. Du weißt, dass ich ein gesuchter Mann bin. Auf mich wurde vor fast 40 Jahren ein Kopgeld ausgesetzt. Ich bin dem Tod unzählige Male nur knapp entronnen. Der Grund, wieso die Weltregierung hinter mir her ist, ist der, dass ich diese Schriftzeichen auf diesem Stein lesen kann. Dieser Stein ist ein Porneglyph ... in meiner Heimat gab es Studenten, die ebenfalls diese Porneglyphen entschlüsseln konnten. Sie wurden Teufel von Ohara genannt und ich bin einer von ihnen. Die Weltregierung sah in uns eine Gefahr. Deshalb löschten sie Ohara aus. Ich hatte dir davon erzählt. Meine Kollegen und ich brachten die Porneglyphe mt einem vergessenen Königreich in Verbindung, dass vor über 800 Jahren verschwand. Wir untersuchten die Porneglyphe, um die wahre Geschichte herauszufinden, aber ..." Sylvester schluckte und sprach nicht weiter. Stattdessen nahm er Serena in den Arm und entschuldigte sich mehrfach dafür, dass er sie soeben womöglich in Gefahr gebracht hatte, jetzt wo sie von den Porneglyphen wusste. Die Pinkhaarige erwiderte, dass er sich dafür nicht zu entschuldigen brauchte. Anschließend meinte sie sogar noch: "Du wolltest sagen, dass diese böse Menschen aus deiner Geschichte, die Weltregierung, dass sie die Wahrheit verbergen wollen, nicht wahr? Wenn das so ist, dann habe ich eine Frage: Kannst du mir beibrigen, diese Symbole zu lesen?" Serena setzte ihren Großvater damit in Erstaunen. Sie sprach dann noch weiter: "Was du mir erzählt hast, klingt sehr spannend, und ich würde gerne wissen, was es mit dieser wahren Geschichte auf sich hat. Du hast mich neugierig gemacht. Und wenn ich diesen Pappnasen von der Weltregierung damit auch noch eins auswischen kann, dann umso besser." Die Neunjährige meinte es ernst. Sylvester wusste nicht, was er sagen sollte. Nach einiger Zeit des Schweigens, antwortete er einfach auf ihre Frage. Selbstverständlich konnte er ihr beibringen, die Porneglyphe zu entziffern. Er betonte jedoch, dass das nicht leicht werden würde. Aber mit diesem Vorhaben, traten Serena und Sylvester den Heimweg an. Er war sich sicher, dass die zwei noch öfter hierher kämen, wenn Serena wirklich lernen wollte, die Porneglyphe zu entziffern. Und dieses Exemplar war das am Nächsten gelegene.


Kapitel VIII: Die verbotene Stadt - Puderado

Es vergingen ein paar Jahre, in denen Serena jede Menge dazulernte. Sie wurde eine immer besser werdende Kämpferin, die für die Gemeinschaft sicher eine Bereicherung wäre. Während ihrer Ausbildung lernte sie den Umgang mit einer Naginata. Diese Waffe sprach sie sehr an, weshalb sie diese als ihre zweite Waffe wählte. Ihre Technik mit ihrer Naginata sowie mit ihren Kurzschwerten wurde während weiterer unzähliger Aufträge nach und nach besser. Sie fand es nur etwas unpraktisch, dass sie immer beide Waffen mit sich führen musste. Damit brachte sie Brandon auf eine Idee, dessen Interesse während diese Zeit an dem Metall Aréca geweckt wurde. Er wollte nahezu alles darüber in Erfahrung bringen. Wissen, wozu man es alles verwenden konnte, Herausfinden, wo dessen Grenzen lagen. Daryl brachte ihn darauf, dass er sich in diesem Fall als Armado sicher gut machen würde. Brandon hatte auch schon mit diesem Gedanken gespielt. Letztendlich fand er auch endlich seine Bestimmung. "Serena! Daryl! Hört mal her! Ich weiß nun endlich, welcher Division ich beitreten will. Ich möchte ein Armado werden. Ich werde bestimmt hervorragende Waffen und Rüstungen anfertigen. Natürlich werde ich euch auch ausrüsten. Serena, ich habe sogar eine Idee, wie ich dir eventuell helfen kann. Aber die Umsetzung könnte sich etwas hinziehen. Was ich sagen will: Ich interessierte mich sehr für Waffen und ich will die unterschiedlichsten Arten von ihnen bauen und wenn möglich sogar neue erfinden. Außerdem ... Mit dir, Daryl, als Cazador und dir, Serena, als Prospector, hätten wir drei uns auf die Fraktionen aufgeteilt. Wir gäben sicher ein hervorragendes Team ab." Serena und Daryl hörte ihm begeistert zu, das einzige Mädchen unter den dreien meinte sogar noch: "Das klingt toll. Wir bilden jetzt schon ein ausgezeichnetes Team. Wenn es soweit ist, bilden wir bestimmt ein noch viel Besseres. Eines, das immer bestens ausgestattet ist, das es mit Tyrannen aufnehmen könnte und das die gesamte Insel erkundet und jedes Mysterium aufdeckt." Ihre Vision überzeugte alle drei und sie schworen sich, dass sie sich immer gegenseitig unterstützen würden.
Des Weiteren lernte Serena innerhalb der folgenden Jahre, wie man Porneglyphe entschlüsselt. Generell brachte Sylvester ihr bei, was er auf Ohara gelernt hatte, womit er aus Serena nach und nach eine Archäologin machte. Dafür besuchten sie immer wieder das Porneglyph in Phantom's Hall, allerdings ging der Unterricht auch zuhause weiter. Daheim mussten nur eben Sylvesters Aufzeichnungen ausreichen. Sich diese Fähigkeit anzueignen, erwies sich als schwerer, als ursprünglich angenommen. Anfangs hielt Serena es für genauso einfach, wie lesen und schreiben lernen, nur dass es eben eine andere Sprache war, aber weit gefehlt. Aus Serena wurde eine waschechte Studentin, die mit viel Mühe und Fleiß Stück für Stück lernte, die Schriftzeichen zu lesen. Sylvester erklärte ihr immer wieder, dass die Weltregierung in ihr, wenn sie die Porneglyphe erstmal lesen konnte, eine große Gefahr sehen würde, sobald sie davon Wind bekam. Und er erklärte ihr immer wieder, dass er seine Familie nicht in Gefahr bringen wollte, weshalb er nie allzu lange in Rocuenco blieb. Serena hatte das im Grunde genommen auch schon beim ersten Mal verstanden, aber er wollte ihr einfach nur immerzu in Erinnerung rufen, dass diese Eigenschaft eine große Last mit sich brachte.

Als Serena das zwölfte Lebensjahr vollendete, konnte sie die Porneglyphe nahezu problemlos lesen. Es gab noch ein paar Stellen, die ihr schwer fielen, aber Sylvester war zuversichtlich, dass sich dies bald legte. Mit zwölf Jahren erreichte Serena einen wichtigen Meilenstein in ihrem Leben: Ihre Ausbildung kam zu einem Ende. Für diesen Anlass wurde in Rocuenco mit den vorhandenen Mitteln, die seit einem Einsatz von Prospector in Puderado etwas üppiger ausfielen, eine große Party veranstaltet. Nun galten die Kinder im Prinzip schon als Erwachsene. Ihre Fähigkeiten wurden so weit ausgebaut, dass sie fortan ohne die Aufsicht eines Erwachsenenteams Aufträge annehmen und erledigen durften. Jedes der Kinder hatte sich schon Wochen vorher auf diesen Tag gefreut. Die Rocuencaner ließen ordentlich die Sau raus - nein, es wurden keine echten Schweine in die Freiheit entlassen, solche Schweine gab es in Rocuenco nicht. Ein Feuerwerk gab es nicht, alkoholische Getränke ebenfalls nicht, wie man es anderswo vielleicht erwartet hätte. Die Bewohner animierten sich schlichtweg gegenseitig. Sie sangen und tanzten zusammen, amüsierten sich mit ihren Freunden und Verwandten. Die gesamte Bevölkerung versammelte sich für diesen Anlass. Brandon war nun ein Armado, Daryl ein Cazador und Serena war nun eine Prospector. Somit war sie endlich in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten. Sie strahlte während der ganzen Feier über. Die Zwölfjährige war sehr glücklich, dass sie dieses Ziel nun erreicht hatte. Sylvester war sehr stolz auf seine Enkelin. Endlich bekam er auch mal einen wichtigen Tag im Leben eines seiner Familienmitglieder mit. Nachdem er schon verpasst hatte, wie seine Tochter eine Frau wurde, freute er sich wirklich sehr darüber, dass er nun mitansehen konnte, wie Serena einen neuen Lebensabschnitt begann. Serena war zwar noch zu jung, wirklich als Frau angesehen zu werden. Vom Alter her war sie schließlich noch ein Kind. So aber nicht in der Kultur der Rocuencaner. Für die Bewohner war sie nun eine Frau, auf dessen Leistungen sich die Bevölkerung verließ. Von nun an konnte sie tun und lassen, was sie wollte. Vorausgesetzt, der Anführer - Carter - hatte keine Einwände. Auf den hatte sie aber noch nie richtig gehört.
Währen der Feier schlich sich Serena für kurze Zeit davon. Sie setzte nur ihren Großvater darüber in Kenntnis, wo sie hinging. Die Prospector suchte die Stelle auf, an der ihre Mutter begraben wurde. Sie setzte sich davor hin und blickte zum Himmel hinauf. Die Sonne war zu dem Zeitpunkt dabei unterzugehen. Ein Ende der Feier war noch nicht in Sicht. Serena konnte die singenden Leute sogar bis hierher hören. Serena lächelte weiterhin, obwohl sie ein wenig traurig darüber war, dass ihre Mutter nicht mehr miterlebte, wie aus ihrer Tochter eine Prospector wurde. Serena wusste aber, dass sie immer bei ihr war - in ihrem Herzen. "Ich habe es endlich geschafft, Mama! Ich bin endlich eine Prospector ... genauso wie du. Sicher bist du jetzt stolz auf mich. Ich bin sehr stolz auf mich selbst. Die anderen Bewohner hielten mich eine Zeit lang für einen Taugenichts, aber das hast du noch mitbekommen. Anscheinend konnte ich sie vom Gegenteil überzeugen. Ich wünschte, du könntest mich in den Arm nehmen." Ein paar Tränen liefen ihre Wangen hinab, aber ihr Lächeln war nicht gewichen. Das tapfere Mädchen wischte sich die Tränen wieder weg und verabschiedete sich von ihrer Mutter, ehe sie mit den anderen weiterfeierte.
Gegen Abend kam plötzlich Brandon zu ihr. Er wollte ihr etwas sagen. Serena sah ihn an und fragte ihn: "Wo drückt denn der Schuh?" "Ich ... also ... ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll, Serena. Ich schiebe das schon recht lange vor mich hin. Du weißt, dass du meine beste Freundin bist, aber seit einiger Zeit. ... Ich ... Ich ...", stotterte Brandon. Serena wurde ein wenig sauer. "Jetzt komm zum Punkt!", pampte sie ihn an. Brandon zuckte zusammen, ehe er weiterredete: "Ich wollte dir nur sagen, dass ich dich ..." Just in diesem Moment wurde Serena von Brandon weg auf die "Tanzfläche" gezerrt. Daryl hatte sie an ihrer Hand zu sich gezogen, sodass sie sich kurz in seinen Armen befand. "Serena, lass uns tanzen!", forderte er sie einfach auf, wozu sie nicht Nein sagte. So tanzten die zwei zusammen. Brandon ließ den Kopf hängen und zog sich zurück, damit er den beiden nicht zusehen musste. "Dann ein anderes Mal!"

Nun, da die Ausbildung abgeschlossen war, konnten Daryl, Brandon und Serena gemeinsam als Team Aufträge erfüllen. Am Ende war es zwar auch so, dass sie mit anderen zusammenarbeiteten, doch während ihrer gemeinsamen Aufträge hatten sie jede Menge Spaß. Manchmal schien es nur so, als ob Brandon ein Problem mit Daryl hätte. Sie streiten sich nicht selten, allerdings versöhnten sie sich auch immer wieder, weshalb die Prospector sich nichts dabei dachte.
An einem wunderschönen sonnigen Tag mit wenigen Wolken am Himmel, kam Serena mit einem neuen Auftrag an. "Jungs, uns wurde doch immer gesagt, dass wir nicht nach Puderado dürfen. Seht mal, was ich hier habe. Einen Auftrag, am Hafen in Puderado ein paar Lebensmittel zu mopsen. Lasst uns sofort aufbrechen." Die Jungs ließen sich nicht zweimal bitten. Das Team machte sich sofort auf den Weg. Sie reisten mit Bolidechsen. Für die drei reichte eigentlich eine Echse aus, aber sie reisten mit zweien, da sie mit ihnen die gestohlenen Lebensmittel transportieren wollten. Zu Beginn ihres Weges nach Puderado verzichtete Serena darauf, auf einer Echse zu reiten. Stattdessen forderte sie die Echsen zu einem Rennen auf. Sie hatte sich damals in den Kopf gesetzt, eines Tages schneller als eine Bolidechse zu sein. Bei diesem Rennen wurde ihr aber schnell vor Augen geführt, dass sie mit den Reptilien bei weitem nicht mithalten konnte. Anfangs konnte sie zwar in puncto Geschwindigkeit kurz mithalten, aber ihr ging schnell die Puste aus. Selbst wenn sie also genauso schnell wäre, ließ ihre Kondition noch zu wünschen übrig. Brandon wollte sie mit seiner Echse aufgabeln, doch Daryl kam ihm zuvor, sodass Serena sich hinter Daryl auf die Bolidechse setzte und sich an ihn klammerte.
Der Weg des Teams führte sie am Scujo vorbei. Ein paar Krebse, kleine Alligatoren, bei deren Anblick Serena sich merkwürdig verhielt, nahezu mit Panik reagierte, und Fische lebten an diesem Teil des Flusses. Sie sausten sogar geradewegs an einem Tyrannen vorbei, ein übergroßes Erdmännchen, das in diesem Moment einen vergleichweise kleinen Falken fraß. Obwohl dieses Tier mit Sicherheit sehr gefährlich war, konnte Serena ihren Blick von ihm kaum abwenden. Zum Glück für die drei waren sie mit Bolidechsen unterwegs und sausten an dem Riesenerdmännchen vorbei, ohne dass es sie überhaupt bemerkte. Brandon, Daryl und Serena suchten nach einem Eingang zu Ant's Labyrinth. Während ihrer Ausbildung hatten sie gelernt, dass man sich Puderado besser unterirdisch näherte. Andernfalls könnte es nämlich sein, dass man ihr Kommen zu früh bemerkte. Über Ant's Labyrinth gelangten sie in die Nähe der feindlichen Stadt. Der Höhlenausgang befand sich direkt in der Nähe des westlichen Zugangs zur Stadt. Etwa sechs Stunden hatten sie auf den Rücken der Echsen bis hierher gebraucht.

Als nächstes folgte der interessante Teil des Auftrags. Die drei Freunde bekamen heute zum ersten Mal Puderado zu Gesicht. In allen dreien machte sich Aufregung breit. Über die Stadt selbst wurde ihnen nur wenig erzählt. Nur, dass der Ort für sie bis vor Kurzem noch tabu war und dass es einen Hafen gab, an dem Handel betrieben wurde. Der Hafen war ihr Ziel, genauer gesagt waren Lebensmittel, die sie am Hafen steheln konnten, ihr Ziel. Zuerst mussten sie erstmal in die Stadt gelangen. Die Bolidechsen hatten sie außerhalb der Stadtmauern, etwas vom Tor entfernt, festgebunden, damit niemand sie gleich sehen konnte, wenn jemand die Stadt verließ. Ihre Umhänge ließen sie auch bei den Tieren. An den Toren im Westen und Süden waren nämlich Wachen postiert, zumindest innerhalb der Stadt. Diese Wachen achteten auch eigentlich nur darauf, dass niemand die Stadt verließ und sich nach draußen in Gefahr begab. Also bewahrten sie die Bewohner vor einer großen Dummheit. Das Betreten der Stadt erwies sich so als sehr viel einfach, als erwartet. Brandon, Daryl und Serena mussten nur einen günstigen Moment abwarten, in der die Wache nacht rechts sah. Schon konnten sie sich in die andere Richtung hineinschleichen. Das Trio suchte sich direkt ein Versteck in einer Gasse. Dort meinte Brandon: "Ihr wisst, was wir jetzt tun müssen. Lasst uns uns uns unter die Bewohner mischen."
Serena und ihre beiden besten Freunde traten heraus aus der Gasse und liefen so unauffällig wie möglich durch die Straße. Wie es aber bei einem ersten Mal war, war ihnen ihre Aufregung deutlich anzusehen. Sowie sie eine belebte Straße entlangliefen, prasselten so viele Eindrücke auf sie ein. Puderado sah um einiges prunkvoller und eleganter aus als Rocuenco. Rocuenco sah dagegen aus wie eine Müllhalde. Nicht nur die Gebäude und die Straße selbst sah so luxuriös aus, sondern auch die Kleidung der Menschen. Die drei fielen also trotzdem auf wie bunte Hunde. Serena trug zum Beispiel ein braunes Top, auf dem in heller Schrift "Furball" stand und ein zusammengerollter Palap zu sehen war. Das Top war ein Geschenk von Kira, die ihr es hatte zukommen lassen. Zu dem Top trug sie eine kurze, weiße Hose und schwarze Sandalen. Auffällig war eben an ihrer Kleidung und die der Jungs, dass sie dreckig war. Für die drei war das nichts Neues. Umso mehr bestaunten sie die saubere Kleidung der Leute aus Puderado.
Bevor sie umgerannt wurden, zog Daryl Serena und Brandon zur Seite. Sie bleiben unmittelbar an einer Wand stehen und beobachteten die vorbeigehenden Leute. Auf einmal kam ein älterer Herr auf die drei zu und drückte Serena etwa 100 Berry in der Hand. Er gab ihnen mit auf den Weg, dass sie sich davon was Vernünftiges zu essen holen sollten. Serena starrte verdutzt auf das Geld und fragte: "Was ist das? Kriegt man dafür wirklich was zu essen?" Der ältere Herr war schon weitergegangen und Daryl und Brandon waren genauso ratlos wie sie. Alle drei zuckten mit den Schultern, da sie nicht wussten, was Geld war, bevor sie ihr Glück einfach versuchten. Sie gingen auf einen Obststand zu, Serena mit den Berry in ihrer rechten Hand, und sahen sich das Angebot an. Am Ende wollten alle drei dasselbe, nämlich eine Wassermelone, wobei ein Stück schon ausreichte. "Wir hätten gerne eine Wassermelone.", bestellte Serena bei der Verkäuferin. Diese sprach daraufhin: "Das macht dann 260 Berry.". Die Verkäuferin erntete fragende Blick und fragte, weshalb die Kinder sie so ansahen. Serena fragte deshalb: "Was sind Berry?" Die nette Verkäuferin entdeckte die Münze in Serenas Hand. Eine 100-Berry-Münze. Sie erklärte, dass diese Münze Berry seien, mit denen sie die Melone bezahlen konnten. Auf einen Blick sah sie aber auch, dass sie nicht genug Berry besaßen, doch sie drückte ein Auge zu und verzichtete auf die fehlenden 160 Berry. Brandon, Daryl und Serena bedankten sich und erhielten die Wassermelone. Die Verkäuferin war sogar so freundlich und schnitt die Wassermelone in Stücke. Bevor die drei aber jeweils ein Stück aßen, suchten sie sich einen Platz, an dem sie sich hinsetzen konnten. Ihre Wahl fiel auf ein paar Fässer, die in einer anderen Gasse standen. Aus der Gasse heraus beobachteten sie die Menschen, während sie ihr Stück Wassermelone aßen und parallel dazu einen kleinen Wettbewerb in Kernweitspucken veranstalteten. Serena dachte währenddessen daran, wie großartig diese Berry doch waren. Man konnte sich mit ihnen hier etwas zu essen kaufen, ohne dafür großartig etwas leisten zu müssen. Man musste nicht erst Tiere jagen, um Fleisch zu bekommen. Serena war von dem Geld schwer beeindruckt. Außerdem wunderten sich alle drei darüber, dass die Verkäuferin so nett zu ihnen war. In ihrer Heimat hatte man ihnen etwas anderes erzählt, nämlich dass alle Menschen in Puderado bösartig waren und die Rocuencaner verachteten. Aber die Verkäuferin wusste auch nicht, dass die drei aus Rocuenco kamen.

Die Menschen hielten auf einmal in ihren Bewegungen inne. Zuvor hatte eine Person etwas gerufen, aber weder Serena noch die Jungs hatten etwas verstanden. Anschließend sahen sie mit an, wie die Bewohner nach und nach an den Rand der Straße gingen und somit Platz machten, ehe sie sich demütig verneigten. Wenige Minuten später entdeckte das Trio gut ein Dutzend Männer, die eine Rüstung trugen und bewaffnet waren. Sechs von ihnen trugen einen Thron, auf dem ein brünetter Mann saß, geschätzt Anfang bis Mitte 40 Jahre alt, der einen ebenso brünetten Bart besaß. Er trug ein blaues Gewand. Auf seinem Haupt entdeckte Serena zudem eine Krone. Dies musste der König sein. Von den verbliebenen sechs Rüstungsträgern liefen jeweils drei vor und hinter dem König. Aus der Menschenmasse erspähte der König einen Jungspund, der sich nicht verneigte. Daraufhin schnippte er nur mit dem Finger und deutete auf ihn, woraufhin zwei der Ausgerüsteten auf ihn zugingen und diesen festnahmen. Das Verhalten des Königs spiegelte schon eher wieder, was man sich in Rocuenco über Puderado erzählte.
Während dieses Schauspiels erblickte Serena hinter dem König ein hübsches, brünettes Mädchen, das in etwa so alt wie sie war. Sie trug ein prachtvolles, blaues Kleid, in dem sie direkt noch viel hübscher aussah. Sie musste die Prinzessin sein. Allein der Anblick der Prinzessin brachte Serenas Augen zum leuchten. Sie bewunderte in erster Linie das blaue Kleid, von dem allein sie glaubte, dass die Farbe viel ausmachte. Ihre Bewunderung fand jedoch ein Ende, als eine junge Frau hinter der Prinzessin aus der Menge trat und eine Pistole zückte. Diese richtete sie auf die Prinzessin. Serena rannte ohne zu zögern los und stürmte auf die Prinzessin zu. Die Pinkhaarige stürzte sich auf die Prinzessin und warf sie um. Der Schuss der neidischen Frau traf dadurch nicht ihr Ziel, aber dafür einen der Rüstungsträger, an dem das Geschoss einfach abprallte. Zwei andere Leibwächter nahmen die Frau fest, während der Getroffene Serena auf Befehl des Königs festnehmen wollte. "Warte, Vater!", hielt die Prinzessin die Leibgarde auf, "Dieses Mädchen hat mich nicht attackiert. Sie hat mich gerettet. Ich würde mich dafür gerne erkenntlich zeigen." Der König verstand. Seiner Tochter wollte er keinen Wunsch ausschlagen. Anstatt Serena festnehmen zu lassen, veranlasste er, dass sie mit in den Palast kam. Brandon und Daryl sahen nur zu und blieben zurück. Serena zwinkerte ihnen noch zu, ehe sie die Prinzessin, die die Hand der Zwölfjährigen ergriffen hatte, begleitete. Damit mussten die beiden Jungs wohl den Auftrag ohne sie beenden.
Im königlichen Palast angekommen kümmerte die Prinzessin sich höchstpersönlich um ihren Gast. Serena kam sich in ihrem Beisein ziemlich merkwürdig vor. Verglichen mit der Prinzessin sah sie aus wie ein Straßenköter. Da Serenas sonst so loses Mundwerk gerade sehr still war, ergriff die Prinzessin das Wort: "Vielen, vielen Dank für die Rettung! Ich stehe in deiner Schuld. Aber ich habe bisher versäumt mich vorzustellen. Ich bin Elena aus der Königsfamilie Anchantia, die Prinzessin von Nascal. Dürfte ich auch den Namen meiner Retterin erfahren?" Nachdem sie nun auch noch gehört hatte, wie vornehm die Prinzessin redete, kam Serena sich noch mehr fehl am Platze vor. Sie wollte Elena aber nicht im Unklaren lassen, wer sie nun war, weshalb sie antwortete: "Ich heiße Serena Caruso. Freut mich, Euch kennenzulernen, Eure Hoheit." Die Prinzessin schüttelte sofort den Kopf. "Nein, bitte nenne mich Elena." Wie aus dem Nichts räusperte sich jemand im Hintergrund. Serena erschrak, Elena hingegen nicht. Ein Diener der royalen Familie hatte den Raum betreten und fragte nach, ob er etwas zu Essen servieren solle. Elena musterte Serena und fragte erst gar nicht, ob sie hungrig war. Sie bejahte die Frage einfach, woraufhin der Diener nur noch sagte, dass er alles veranlassen würde.
Nachdem die Mädchen wieder unter sich waren, überlegte Serena ein wenig. Plötzlich erhielt sie freche Zunge zurück und fragte Elena: "Alsooooo.... du sagtest, du seiest mir etwas schuldig. ... Könnte ich in dem Fall nicht ein paar dieser Berry bekommen? Ich finde sie einfach toll. Und ich hätte auch gerne solch ein schickes blaues Kleid, wie du es trägst. Mir gefällt die Farbe sehr." Serena sah Elena erwartungsvoll an. Ihre Augen funkelten und nahmen regelrecht die Form des Berry-Symbols an. Elena wunderte sich doch sehr über die Bitten der Pinkhaarigen. Dass jemand Geld wollte, wunderte sie da weniger, aber sie hätte solch eine Bitte nicht von einem Mädchen erwartet, dass in ihrem Alter war. Die Bitte um das Kleid fand sie dagegen einfach nur ungewöhnlich. Trotzdem lächelte sie Serena an und meinte: "Eines meiner Kleider würde dir sicher gut stehen. Du kannst es gerne anprobieren. Aber ich schlage vor, dass du vorher ein Bad nimmst. Das Essen dauert eh noch etwas, deshalb hast du dafür genügend Zeit." Serena sah an sich herab und hätte Elenas Vorschlag fast als Beleidigung aufgefasst, wenn sie nicht so freundlich gewesen wäre. Serena willigte ein, sagte aber noch: "In Ordnung. Aber danach reden wir nochmal über die Berry. Damit das klar ist."
Um der Prinzessin den Gefallen zu tun, nahm Serena das Bad. Elena führte sie persönlich dorthin und zeigte ihr die Räumlichkeiten. Zuerst betraten sie die Umkleide. Elena wartete, bis Serena sich ihrer Kleidung entledigt und ihren Körper in ein Handtuch gewickelt hatte, bevor sie ihr dann das Bad zeigte. Dieses war sehr groß, einige goldene Statuen befanden sich dort. Aus einer Statue, die wie ein Wolf aussah, floss das Wasser in die zu groß geratene Wanne. "Der Raum steht dir zu deiner freien Verfügung. Tu, was du willst.", erklärte Elena. Serena nickte ihr zu und sah sich ein wenig um. Dies konnte sie aber auch, wie sie feststellte, im warmen Wasser machen. Zur Abwechslung hatte Serena mal ihre Ohrenschützer abgesetzt. Die benötigte sie beim Baden sicher nicht. Sie entspannte sich einfach, schloss die Augen und vergaß einen Moment lang alles. Noch jemand kam plötzlich in das Bad und gesellte sich zu Serena ins Wasser. Da dies nicht zu überhören war, öffnete Serena ihre Augen wieder und sah Elena. Dass die Prinzessin höchstpersönlich mit ihr badete, kam für die Pinkhaarige mehr als unerwartet. Serena musterte die Brünette in ihrer ganzen Natürlichkeit. Plötzlich sprach Elena: "Hat dir eigentlich schonmal jemand gesagt, dass du ein sehr hübsches Mädchen bist? Das ist mein voller Ernst. Aber ich wollte dich etwas ganz anderes fragen..." Serena öffnete wegen des Kompliments weit die Augen, bevor sie deswegen peinlich berührt wurde. Dann war sie wiederum ganz Ohr, was Elena sie noch fragen wollte. "Eigentlich wollte ich dich fragen, ob wir nicht Freundinnen sein können?", sprach Elena, "Ich habe sonst keine Freunde. Niemand möchte mit mir befreundet sein." Serena war sprachlos. Elena, die Prinzessin, fragte sie, ein einfaches Mädchen aus Rocuenco, ob sie ihre Freundin sein wollte. Bevor sie darauf antwortete, meinte Serena: "Hängt das mit deinem Vater zusammen? Ich meine, mal ganz ehrlich, er ist ein ziemlicher Stinkstiefel. Ich denke, dass weder du noch das Volk es leicht mit ihm haben." Elena nickte bedrückt. Sie senkte ihren Blick und erklärte: "Ich liebe meinen Vater, aber du hast Recht. Die Menschen in unserer Stadt haben entweder Angst vor ihm oder sind wütend auf ihn. Das Attentat vorhin ... die Frau, die mich erschießen wollte ... Damit wollte sie in erster Linie bestimmt ihm wehtun. Ich verurteile sie dafür nicht einmal. Ich mag es persönlich auch nicht, wie Vater über unser Königreich regiert. Am wenigsten gefällt mir, wie die 'Savior' wahllos Tiere erlegen, damit der Handel floriert. Die Tiere, die nicht verkauft werden, werden einfach entsorgt. Und Vater unternimmt nichts dagegen. Er unterstützt es sogar noch. Dabei mag ich Tiere so sehr. Am liebsten Hunde oder Tiere, die Hunde ähneln. Deshalb steht dort auch die Statue eines Wolfes. Das hat Vater mir zuliebe getan, aber ich weiß, wie sehr er diese Statue verachtet." Serena nickte verstehend. "In Ordnung. Natürlich werde ich deine Freundin. Du hattest mich bereits am Haken, als du sagtest, du hättest keine Freunde. Dann meintest du, dass du am liebsten Hnde magst und liebe Säugetiere ebenfalls. Aber unsere Freundschaft ändert nichts daran, dass ich Berry haben will, kapiert?" Elena fing an zu lachen, Serena stimmte wenige Sekunden später mit ein. Die beiden verstanden sich prächtig. Und beim Essen hatten sie noch mehr Zeit, um sich besser kennenzulernen.
Elena und Serena aßen nach dem in den Gemächern der Prinzessin. Vorher zogen sie sich aber selbstredend an. Serena wollte zuerst wieder ihre Klamotten anziehen, doch Elena hielt sie davon ab. Sie sollte erstmal das Handtuch umlassen, denn als nächstes wurde sie von ein paar Dienerinnen eingekleidet. Wie versprochen durfte die Pinkhaarige in ein blaues Kleid schlüpfen. Damit aber nicht genug. Ihr wurden darüber hinaus noch die Haare gemacht, genauer gesagt hochgesteckt. Als Serena sich selbst im Spiegel betrachtete, erkannte sie sich selbst nicht wieder. Es war, als stünde eine Fremde vor ihr. Sie war ganz fasziniert von ihrem Anblick - schließlich hatte sie ihr Spiegelbild noch nie so klar gesehen, sonst immer nur in der Spiegelung im Wasser. Anschließend speisten Serena und Elena zusammen, wo sie einander besser kennenlernten. Serena wurde dabei etwas los, was sie Elena unbedingt sagen musste. Ansonste hätte sie das Gefühl gehabt, dass irgendwas zwischen den beiden stünde. "Elena? Du musst etwas über mich wissen. Ich komme nicht aus Puderado. Meine Heimat ist Rocuenco. Sicher hast du schon mal davon gehört." Elena fasste die Nachricht ziemlich positiv auf, wenngleich sie auch ein wenig traurig darüber war, dass sie sich auf diese Weise auf keinen Fall jeden Tag sehen könnten. Elena war sich sogar ziemlich sicher, dass sie nie wieder einander begegnen würden. Aber trotz allem war sie froh, in Serena eine Freundin gefunden zu haben.

Als die Sonne anfing unterzugehen, kam plötzlich wieder der Diener von vorhin in den Raum und teilte den Mädchen mit, dass Serena nun gehen müsse. Serena deutete auf ihn und meinte: "Einen Moment mal! Nicht so schnell! Ich gehe nicht ohne meine Berry." Der Diener meinte daraufhin, dass Serenas Belohnung bereits auf sie warte. Beim Verlassen des Palastes könnte sie diese entgegennehmen. Der Diener führte Serena schließlich zum Ausgang. Elena begleitete sie, da sie sich noch verabschieden und Serena für den schönen Tag danken wollte. Außerdem äußerte sie der Pinkhaarigen gegenüber den Wunsch, dass sie sich eines Tages wiedersähen. Serena sah das genauso. Elenas Freundschaft bedeutete ihr auch etwas und sie wollte diese nicht missen. Die Brünette hatte auch ihr einen schönen Tag bereitet. Mit dem Geld und dem Kleid, das sie trug, verließ sie den Palast. Ihre eigene Kleidung hatte sie ebenfalls wieder mitnehmen dürfen, nein, sogar müssen. Serena suchte nach Daryl und Brandon. Sie vermutete die beiden bei den Bolidechsen, weshalb sie sich an den Wachen vorbei hinaus aus der Stadt schlich und zu ihnen ging. Wie erwartet, warteten die beiden dort. Sowohl Brandon als auch Daryl staunten nicht schlecht, als sie Serena erblickten. "Was hast du denn da an? Du siehst lächerlich aus.", lachte Daryl. Brandon meinte dagegen: "Du siehst sehr hübsch aus, Serena. Wie immer." Die letzten beiden Worte verschluckte er schon fast, weshalb Serena diese überhörte. Die Jungs hatten ausreichende Beute machen können. Gemeinsam ritten die drei dann zurück nach Hause.


Zuletzt von Serena am So Jun 12, 2016 8:52 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Serena Caruso   So Jun 12, 2016 8:55 pm

Kapitel IX: Alles Gute kommt von oben!

Mitten in der Nacht kehrten Serena, Daryl und Brandon wieder nach Rocuenco zurück. Serenas Kleid war auf dem Rückweg ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden. Kleider waren eben nicht für die Wildnis auf Arénicañón gemacht. Zuhause wurden die drei von ihrer Familie und Carter erwartet. Sie hatten sich allesamt Sorgen um die drei gemacht. Immerhin waren sie immer noch ihre Kinder bzw. Enkelkinder - nur in Carters Fall traf diese Familiengeschichte nicht zu. Er fühlte sich aber für jeden verantwortlich. Der Anführer war auch derjenige, der dem Trio eine deftige Standpauke hielt. In der Hinsicht traf es Serena am schlimmsten. Als Carter sie in dem prächtigen, wenn auch nun dreckigem und zerrissenen Kleid sah, zählte er eins und eins zusammen, und schlussfolgerte, dass das Mädchen anstelle von Nahrungsmitteln lieber Kleidung gestohlen hatte. Stoffe für Kleidung waren in Rocuenco zwar auch nur begrenzt vorhanden, aber Nahrungsmittel hatten Vorrang. Diese waren zum Überleben viel wichtiger. Als Serena auch noch erklärte, dass sie sich mit der Prinzessin angefreundet und von ihr das Kleid erhalten hatte, verschlug es Carter glatt die Sprache. Diese Information musste er zuerst verarbeiten, bevor er Serena noch mehr anschrie. Letztendlich fand er auch noch das Geld, wozu Serena erklärte, dass sie es als Belohnung für die Rettung der Prinzessin bekommen hatte. Carter war daraufhin mehr als enttäuscht von Serena. "Du hast Geld dafür bekommen und ... hast es mitgenommen. Dir ist doch klar, dass diese Scheine hier bei uns völlig wertlos sind. Wieso hast du stattdessen nicht Essen als Belohnung verlangt oder das Geld direkt für Essen und Trinken ausgegeben?", wies Carter Serena zurecht. Die Zwölfjährige hielt einen Teil des Geldes in ihrer Hand und erwiderte: "Weil es mir gefällt, Geld zu besitzen. Ich weiß, dass es mir hier nichts bringt, aber was ist, wenn ich nochmal nach Puderado gehe? Dort kann ich es dann ausgeben, um was zu essen zu holen, schicke Kleidung - alles wonach mir der Sinn steht!" "Genau! Wonach DIR der Sinn steht. Von dir hatte ich mehr erwartet, Serena." Carter zog daraufhin ab und ließ Serena das Geld behalten. Er war wütend auf sie und zugleich enttäuscht von ihr.

Es dauerte einige Wochen bis die Wogen sich zwischen Carter und Serena wieder einigemaßen glätteten. Das Kleid hatte Serena abgegeben, damit aus dem Stoff des Kleides noch andere Kleidungsstücke hergestellt werden konnte. Fortan wollte die Pinkhaarige nämlich größtenteils nur noch Blau tragen. Sie war nämlich der Auffassung, dass sie in blauen Klamotten viel besser aussah. An einem schönen Tag mit klarem Himmel und einer etwas kühleren Brise, durch die es ein paar Grad kälter als gewöhnlich war, trug Serena ebenfalls ein blaues Top, eine weiße Hose und braune Stiefel. Sie wollte gerade mit zwei anderen Prospector losziehen, um sich einem Auftrag anzunehmen, doch plötzlich stürzte ein Mann direkt vor ihren Augen vom Himmel. Serena blickte sofort hoch und wunderte sich sehr, woher der Mann kam. Wenn sie nach oben sah, dann sah sie nur den klaren Himmel und den Gipfel der Felswand, die Rocuenco umschloss. Kann das sein? Ist er etwa von der Felswand runtergefallen? Das ist aber ziemlich hoch., dachte Serena in diesem Moment. Es war ein Wunder, dass der Mann noch lebte. Ohne Verletzungen kam er nach dem Sturz nicht davon. Der Auftrag wurde fürs Erste verschoben. Der Mann benötigte einen Arzt. Serenas Team kümmerten sich um ihn und sorgten dafür, dass er untersucht wurde. Die Ärzte stabilisierten den Zustand des jungen Mannes, der sein Bewusstsein verloren hatte, und ließen ihn dann sich ausruhen.

Drei Tage später wachte der vom Himmel gefallene Mann wieder auf. Als Serena davon hörte, besuchte sie ihn bei der nächstbesten Gelegenheit, also sofort. Sie war neugierig geworden und fühlte sich ein wenig für den Mann verantwortlich, da sie und ihre Teammitglieder den Mann gefunden hatten bzw. mitangesehen hatten, wie er hinuntergestürzt war. Aus diesem Grund stellte Serena ihm ein paar Fragen. "Woher kommst du? Wie heißt du? Und wie kam es dazu, dass du in unsere Stadt gestürzt bist?" Das Mädchen überhäufte den Fremden mit Fragen, sodass er nicht wusste, wo er anfangen sollte. Das hielt ihn aber nicht vom Antworten ab. So erzählte der Fremde: "Mein Name ist Andrew. Freunde nennen mich Andy. Ich stamme aus dem South Blue und bin ein Bergsteiger, der herumreist, um die höchsten Berge der Welt zu erklimmen. Die Felswand bin ich allerdings nur hochgeklettert, weil ich die Aussicht von dort oben genießen wollte. Dabei bin ich dann wahrscheinlich abgerutscht und hier herunter gefallen. Ich kann wohl von Glück reden, dass ich nur mit ein paar Schrammen davongekommen bin." Sein behandelnder Arzt lachte auf, da er seine Verletzungen als "Schrammen" bezeichnete. Er hatte sich mehrere Knochen gebrochen und musste erstmal einige Zeit lang das Bett hüten.

Nachdem Serena erfahren hatte, dass Andy ein Bergsteiger war, kam sie selbst auf die Idee, dass sie mit ihren Freunden ein paar der hohen Felsformationen auf der Insel erklimmen könnte. Wann immer sie wieder ein Team bildeten und gemeinsam einen Auftrag ausführten, suchten sie sich an ihrem Einsatzort eine Felsformation heraus, die sie daraufhin hochkletterten. Dabei war Vorsicht geboten, denn überall konnten Kraxlerskorpione lauern. Serena kannte das Gefühl von ihnen vergiftet zu werden. Die Kraxlerskorpione stellten dabei aber nicht die einzige Gefahr dar. Sowohl Brandon als auch Daryl und Serena wurden desöfteren von Rockkaimanen gebissen. Deren Bisse schmerzten ganz schön.
Während ihrer Klettertouren, die ohne jegliche Absicherung nahezu immer lebensgefährlich waren, stellte sich heraus, dass Serena mit ihren Freunden kaum mithalten konnte. Brandon und Daryl mussten beim Klettern immer einen Gang zurückschalten, da Serena ansonsten nicht hinterherkäme. Diese Tatsache nervte sie ganz schön. Um besser im Klettern zu werden, fragte sie Andy um Rat. Er konnte ihr Problem nachvollziehen und freute sich, dass sie sich so für das Klettern begeistern konnte. "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Also gut, ich helfe dir.", meinte er. Auf diese Weise veranlasste sie den Bergsteiger dazu, seinen Aufenthalt in Rocuenco zu verlängern. Letztendlich konnte Andy Serena nur damit helfen, indem er ihr ein paar Tricks und Kniffe verriet, die es einem erleichterten, in der freien Natur eine Felswand oder einen Berg hochzuklettern. Er machte sie ihr auch vor, aber er war ein Befürworter des Learning-by-doing, weshalb Serena es selbst üben musste. "Übung macht den Meister! Vergiss das nicht!", gab er ihr mit auf den Weg. Am Ende verbesserte sich Serenas Kletterstil nur mäßig. Das war wohl einfach nicht ihr Ding, aber das hielt sie nicht davon ab, damit aufzuhören.

Andys Aufenthalt in Rocuenco zog sich so lang, dass er sogar Serenas 13. Geburtstag mit ihr feiern konnte. Innerhalb dieser Zeit schaffte es Serena, die Porneglyphen ohne Probleme lesen zu können. Sie behauptete sogar von sich, dass sie die Schriftzeichen schreiben konnte. Andy hatte zwar nichts, was er Serena schenken konnte, was er sehr bedauerte, doch der 13-jährigen reichte es völlig, dass er mit ihr ihren Geburtstag feiert. Dafür hatte Brandon ein Geschenk, dass er Serena eigentlich schon eher hatte überreichen wollen, aber die Fertigstellung hatte sich hingezogen. Serena nahm sein Geschenk entgegen, das mit einer einfachen kleinen Holzkiste verpackt wurde. Serena öffnete die Kiste und entnahm dieser zwei Kurzschwerter mit einem blauen Griff. Daraufhin sagte Brandon: "Du hattest dich doch so darüber geärgert, dass du deine Kurzschwerter und deine Naginata immer separat mit dir führen müsstest, wenn du mit beidem kämpfen möchtest. Weißt du noch? Du hast mich damals auf eine Idee gebracht. Wie soll ich sagen - es war für mich nicht einfach, aber ich denke, du bist mit dem Ergebnis zufrieden. Die Griffe der Schwerter sind ausfahrbar, siehst du?" Brandon zeigte ihr, was er meinte, womit er Serena in Erstaunen versetzte. Dann erklärte er weiter: "Die Griffe kannst du zusammenstecken. Et voilà, schon hast du eine Naginata. Sogar eine mit zwei Klingen. Dafür fällt sie etwas kürzer aus, als gewöhnliche Naginata." Serena betrachtete ihre neue Waffe bzw. ihre neuen Waffen. Sie versuchte daraufhin die Naginata wieder in zwei Kurzschwerter umzuwandeln, was ihr nach der Einführung direkt gelang. Zur Sicherheit baute sie nochmal die Naginata zusammen, ehe sie am Ende wieder bei den handlicheren Kurzschwertern blieb. Daraufhin umarmte sie Brandon, der dadurch errötete. "Danke, Brandon. Mir gefällt dein Geschenk sehr. Ich werde damit umzugehen wissen." Serena wollte ihre neue Waffe auf der Stelle testen. Brandon stellte sich gerne zur Verfügung, doch Serena zog Daryl ihm vor. Die beiden Freunde lieferten sich einen kurzen Trainingskampf, in dem Serena sehen wollte, wie sie mit Brandons Geschek zurechtkam. Sie erweckte den Anschein, als würde sie schon jahrelang so kämpfen, da sie keinerlei Probleme zu haben schien.

Weitere Monate vergingen, während denen Andy in Rocuenco geblieben war. Doch jetzt nahte die Zeit des Abschieds. "Ich hoffe, mein Segelboot gibt es noch und es wurde nicht von irgendwelchen Tieren plattgewalzt.", scherzte er. So ausgeschlossen war dies aber wirklich nicht. Andy stand nur nicht auf Abschiede, weshalb er darauf bestand, dass nur Serena und Sylvester ihn begleiteten. Mit Letzterem hatte er sich auch stets gut verstanden. Die beiden konnten sich nämlich hervorragend über ihre Abenteuer austauschen. Serena und Sylvester erfüllten dem reisenden Bergsteiger seine Bitte und begleiteten ihn zu seinem Segelboot.
Sie hatten die Küste im Osten der Insel, wo angeblich Andys Segelboot auf ihn wartete, noch längst nicht erreicht, als Andy sich plötzlich merkwürdig verhielt. Er bleib plötzlich stehen und senkte seinen Blick, sodass seine Augen nicht mehr zu erkennen waren. "Es wird Zeit, dich endlich deiner gerechten Strafe zuzuführen.", meinte Andy plötzlich. Der vermeintliche Bergsteiger zeigte nun sein wahres Gesicht. Serena verstand nicht, dafür aber Sylvester. Er schubste Serena von sich weg, woraufhin wenige Sekunden später Andy verschwand und direkt vor ihrem Großvater wieder auftauchte, um ihm einen Tritt in die Magengegend zu geben. "Andy, was ist in dich gefahren?", fragte Serena, woraufhin der Befragte nur anfing hämisch zu lachen. "Ihr seid richtige Einfaltspinsel. Kein normaler Mensch würde einen Sturz aus der Höhe überstehen. Das schafft nur jemand mit übermenschlichen Fähigkeiten ... wie ich. Es ist nun nicht mehr nötig, meine Tarnung aufrechzuerhalten. Die einzigen Personen, die von meiner wahren Identität erfahren werden, seid ihr zwei. Und ihr werdet nicht mehr dazu in der Lage sein, jemandem davon zu berichten." Serena verstand immer noch nicht, worauf er hinaus wollte, aber ihr Großvater hatte es längst verstanden. Deshalb rief er seiner Enkelin zu: "Serena, lauf! Renn um dein Leben!" "Schweig!", sagte Andy, der Sylvester erneut trat. Daraufhin sah er die Pinkhaarige an und erklärte: "Ich bin ein Agent der Weltregierung. Dein Großvater hat dich sicher darüber aufgeklärt, dass die Weltregierung ihn für eine Gefahr hält, die eliminiert werden muss. Und diese Aufgabe werde ich nun erledigen. Keine Sorge, Kleine. Wenn ich mit ihm fertig bin, bist du an der Reihe."
Sylvester dachte nicht daran, sich kampflos zu ergeben. Er fing an sich gegen den Cipherpol-Agenten zu wehren, obwohl er genau wusste, dass er es nicht mit ihm aufnehmen konnte. Er wollte Serena nur etwas Zeit verschaffen. Andy wollte das Ganze aber schnell über die Bühne bringen. Er bewegte sich auf einmal so schnell, dass Serena und Sylvester ihn mehrfach sehen konnten. Jedes einzelne Abbild von ihm stach mit dem Zeigefinger auf den Teufel ein. Als Andy seine Bewegungen wieder verlangsamte, glich Sylvesters Körper einem Schweizer Käse. "Renn ... um ... dein ... Leben, .... Se ... re... na!", rief er noch so laut er konnte, ehe er nach vorne kippte und reglos am Boden liegen blieb. Anschließend nahm Serena die Beine in die Hand. Sie versuchte wie von ihrem Großvater aufgetragen so schnell wie möglich wegzurennen, doch Andy war viel schneller als sie. Er tauchte aus dem Nichts vor ihr auf, wodurch sie stoppte. "Für ein so kleines Mädchen bist du ganz schön schnell." Er holte zu einem Tritt aus, mit dem er die Luft zum Schneiden brachte. Serena versuchte der Schnittwelle auszuweichen, doch sie war zu langsam und wurde am rechten Oberschenkel getroffen. Durch die Attacke fiel Serena zu Boden, wo sie verwundet liegen blieb. Andy schritt auf sie zu und sprach zu ihr: "Keine Sorge, Serena. Ich weiß zwar, dass du wie dein Großvater Porneglyphe lesen kannst und deshalb eine ebenso große Gefahr darstellst, aber ich werde dein Leben verschonen. Wir haben noch ein paar Fragen an dich, die du uns beantworten wirst." "Nur über meine Leiche. Fahr zur Hölle!", erwiderte sie, ehe sie dem Cipherpol-Agenten Sand ins Gesicht schleuderte. Serena nutzte diese Gelegenheit, um die Flucht zu ergreifen, aber das hatte keinen Zweck. Serena kontne wegen ihrer Verletzung am Bein nicht mehr richtig rennen. Andy holte sie schnell ein und schleuderte die 13-jährige mit einem kräftigen Tritt gegen einen Felsen. In dem Glauben, dass sie nun aufgab, schritt er wieder auf sie zu. Serena blieb diesmal liegen, Andy könnte sie allen Anschein nach gefangennehmen. Doch plötzlich wurden er und Serena von Schatten umhüllt.
Andy sah nach oben und konnte den Ra-Falken auf sich zustürmen sehen. Der Agent machte sich darum wenig Sorgen. Er meinte, dass er den Vogel dann eben auch noch erledigen müsse. Doch der Falke war weitaus stärker, als er es annahm. Andy attackierte den Falken zwar mit einer Shigan, doch die führte dazu, dass er sich an dem Gefieder des Tyrannen die Hand verbrannte. Die Attacke verletzte zwar den Falken, doch dadurch wurde er nur wütende. Der Ra-Falke kreischte laut auf, wodurch Serena letztendlich auch aufsah und den Tyrannen ansah. Ihr Blick war verschwommen, doch sie konnte erkennen, wie ein kleines Wesen vom Rücken des Falken herunterhüpfte und auf sie zurannte. Serena bekam nicht mehr mit, was danach passierte, da sie das Bewusstsein verlor.

Als Serena wieder aufwachte, fand sie sich an einem dunklen Ort vor. Zuerst dachte sie, dass Andy sie tatsächlich gefangen genommen hätte, doch dann überkam sie schnell das Gefühl, dass dem nicht so war. Sie konnte sich frei bewegen und sogar ihre Wunden waren versorgt worden. Außerdem hörte sie mehrere Stimmen und keine von ihnen gehörte Andy. Bei genauerem Hinhören glaubte sie die Stimmen - oder zumindest ein paar davon - trotzdem zu kennen. Die Pinkhaarige richtete sich auf. Sie drückte ihren Augen zusammen, da sie noch Schmerzen hatte. Sie biss sich aber auf die Zähne und stand auf, um herauszufinden, zu wem die Stimmen gehörten. Als sie wenige Momente später eine Gruppe von Fellkugeln sah, erinnerte Serena sich wieder, woher sie die Stimmen kannte. Sie war bei der Palap-Karawane, in der Kira lebte. Die Palap bemerkten sofort, dass Serena aufgewacht war. Das Reden überließen sie aber ihrer Anführerin Mikani: "Mikani begrüßt Girlgirl ganz herzlich bei den Palap. Mikani ist ja so froh, dass Girlgirl nochmal mit einem blauen Auge davongekommen ist."
Serena wirkte ein wenig irritiert. Sie war froh, dass die Palap sie offenbar gerettet hatten, doch sie wusste nicht, was geschehen war. Mikani sah ihr ihre Ratlosigkeit an und erzählte: "Mikani flog auf Big Birdie über Ödland. Plötzlich erblickte Big Birdie bösen Menmen, der Girlgirl Ärger bereitet hat. Mikani sah erst später, dass Girlgirl verletzt wurde. Sofort brachte Mikani Girlgirl in Sicherheit während Bir Birdie bösen Menmen gemampft hat." Serena rieb sich die Stirn. Allmählich verstand sie, was passiert war, aber sie hielt dies um ehrlich gesagt für zu schön, um wahr zu sein. Die Verletzungen sprachen aber dafür, dass dies alles Realität war. "Danke für die Rettung! Es ist irgendwie eine Ironie des Schicksals, dass ich nun von einem Palap gerettet wurde." "Girlgirl muss Mikani nicht danken. Mikani hilft gerne."  Das einzige, das Serena sich nicht erklären konnte, war, dass Mikani ihrer Erklärung zufolge auf dem Ra-Falken geflogen ist. Der Ra-Falke galt als der gefährlichste Tyrann auf der Insel. Sie hinterfragte dies, woraufhin Mikani erklärte, dass sie mit dem Ra-Falken Freundschaft geschlossen hat. Die Erklärung reichte Serena bereits aus.
Anschließend realisierte Serena erst, dass Andy ihren Großvater getötet hatte, wenn das überhaupt sein richtiger Name war. Gleich darauf ließ sie ihrer Trauer freien Lauf und fing an zu weinen. Mikani versuchte sie zu trösten, doch als sie Serena fragte, ob sie sie nach Hause bringen solle, machte sie alles nur noch schlimmer. Serena schüttelte auf die Frage hin den Kopf und sprach: "Nein, ich kann nicht nach Hause zurück. Die Weltregierung schickt bestimmt noch einen Agenten nach Rocuenco. Dann bringt dieser mich um und Opa hat umsonst gekämpft, damit ich überlebe. Zwar habe ich dir mein Leben zu verdanken, aber ohne Opas Einsatz wärt irh vielleicht sogar zu spät gekommen. ... Kann ich nicht hier bei euch bleiben? Vielleicht denkt die Weltregierung dann, dass ich tot bin und ich bringe so die anderen nicht in Gefahr?" Serena sah Mikani bittend mit Tränen gefüllten Augen an. Die Palap-Anführerin war damit einverstanden, wenn Serena bei ihnen blieb. Mikani nahm Serena sogar in ihre Arme, was man so Arme nennen konnte. Der Anblick der beiden sah für andere sich sehr lustig aus, aber Serena bedeutete es viel, dass Mikani sie umarmte. Auch Kira freute sich darüber, dass sie und Serena wieder zusammenlebten. Kira setzte es sich zur Aufgabe, ihre Freundin zu trösten. Dies gelang ihr nur mit mäßigem Erfolg. "Ich... Ich... Ich konnte nichts tun. Ich konnte nur zusehen, wie Andy Opa tötete. Er war... Er war einfach viel zu schnell. Viel schneller als ich.", erzählte Serena, die das Geschehene noch verdauen musste. Kira meinte einfach: "Wieso wird Rena dann nicht einfach noch schneller? Kira weiß, dass das Renas Opalap nicht zurückbringt, aber wenn Rena schneller wird, ist Rena vorbereitet, wenn solch ein Unglück nochmal passiert." An ihren Worten war etwas Wahres dran. Das sah Serena ebenfalls ein. Sie nickte Kira zu und sprach entschlossen: "Du hast Recht, Kira! Ich muss an meiner Schnelligkeit arbeiten. Ich muss genauso schnell werden wie Andy es war. Nein, sogar noch schneller. Die Weltregierung wird bestimmt kommen, um nach mir zu suchen. Ich muss mich gegen sie wappnen." Ihre Entschlossenheit verschwand schnell wieder. Die Trauer um ihren Großvater rückte wieder an ihre Stelle. Das Mädchen brauchte noch etwas Zeit, um sich mit seinem Verlust abzufinden. Aber dass sie wieder etwas runterfuhr, war wahrscheinlich ohnehin besser für sie, da sie noch ihre Verletzungen auskurieren sollte.


Kapitel X: Mein Freund Tyson

Etwa ein Jahr verging, in dem Serena bei den Palap lebte. Ihre Wunden verheilten und sie hatte ihr Training aufgenommen. An ihrer Lebenssituation hatte sich grundlegend nichts geändert. Anstatt mit den Rocuencanern kämpfte sie nun mit den Palap um das Überleben. In dem Jahr stellte Serena fest, dass Palap mehr auf dem Kasten hatten, als sie den Anschein erweckten. So richtig zuhause fühlte Serena sich bei ihnen aber nie. Obwohl sie sich mit den Palap anfreundete, fühlte sie sich wie eine Außenseiterin. Sie musste immerzu an ihre Freunde in Rocuenco denken, die vermutlich auch dachten, dass sie gestorben war. Immer wenn sie daran dachte, kam ihr auch der Gedanke, dass sie ihnen damit sehr wehtat, indem sie Daryl und Brandon in dem Glauben ließ, dass sie tot war. Um ihren Gedanken frei nachzugehen, schottete sie sich etwas von den Palap ab. Sie brauchte einfach die Momente für sich alleine.

Eines Tages, während Serena sich in ihren Gedanken verloren hatte, riss ein Wimmern sie aus eben diesen Gedanken. Sie sah nach, woher das Wimmern kam, als sie ein kleines Tier fand. Wegen der Dunkelheit konnte sie aber nur schwer erkennen, um was für ein Tier es sich handelte. Sie erkannte aber, dass das Tier sich kaum auf den Beinen halten konnte. Serena brachte das Geschöpf zu den Palap, in deren Lager es schon heller war. Dort erkannte Serena, dass sie einen Stahlschädelschakal aufgegabelt hatte - einen Welpen. Die 14-jährige verliebte sich sofort in das Tier - zum einen, weil er ein Säugetier war und zum andern wegen seines überwiegend blauen Fells - und wollte ihm selbstverständlich helfen. Gemeinsam mit den Palap stärkte sie das Jungtier wieder, bis es wieder auf eigenen Füßen stehen konnte. Als es soweit war, waren Mikani und die anderen Palap der Meinung, dass sie den Schakal zu seiner Familie zurückgehen lassen müssten. Serena sah dies schweren Herzens auch ein und kümmerte sich persönlich darum, das Tier aus Ant's Labyrinth, wo die Palap-Karawane ihre Zelte aufgeschlagen hatte, herauszubringen. Es war noch Tag, als die zwei die Höhle verließen. Serena setzte den kleinen Schakal ab und sagte: "Auf Wiedersehen! Du solltest zu deinem Rudel zurückgehen. Vielleicht sehen wir uns mal wieder." Serena hatte den Welpen in ihr Herz geschlossen, weswegen es ihr schwer fiel, ihn einfach gehen zu lassen. Sie drehte sich weg, damit sie nicht zusehen musste, wie er sich von ihr entfernte. Zu ihrer Überraschung wollte er aber nicht gehen. Der Schakal stellte sich auf seine Hinterbeine und umarmte Serenas linkes Bein. Serena blickte sprachlos zu dem Schakal herunter. Ihre Traurigkeit legte sich binnen weniger Sekunden. Danach nahm sie ihren kleinen Freund auf den Arm und fragte: "Möchtest du etwa bei mir bleiben?" Der Schakal verstand sie anscheinend, denn er nickte auf ihre Frage. Überglücklich, dass sie ihn nicht gehen lassen musste, nahm Serena den Stahlschädelschakal mit zurück zu den Palap. Da er nun ihr neuer bester Freund war, gab sie ihm den Namen Tyson, an dem er sogar Gefallen fand.

Serena und Tyson verbrachten von da an fast jede Sekunde miteinander. Die beiden waren unzertrennlich. Kira wurde ein wenig eifersüchtig, doch sie wusste, wie glücklich Serena war, was für sie die Hauptsache war. Da Serena einiges über Stahlschädelschakale gelernt hatte, wusste sie, dass sie passionierte Kämpfer waren. Aus diesem Grund versuchte sie Tyson das Kämpfen beizubringen. Sie nahm an, dass Stahlschädelschakale dasselbe für ihre Jungen täten, doch Tyson überzeugte sie schnell vom Gegenteil. Serena hatte Tyson praktisch nichts beigebracht, doch er beherrschte das Kämpfen bereits. Daraufhin vermutete sie, dass es einfach in der Natur diese Tiere lag zu kämpfen. Das machte es ihr um einiges einfacher. Sie trainierte trotzdem mit Tyson, wodurch nicht nur ihr kleiner blauer Freund stärker wurde, sondern auch sie selbst, wobei sie selbst in erster Linie schneller wurde. Die Palap fanden sie mit der Zeit so schnell, dass sie anfingen Serena "Speedster" zu nennen ... oder Wusch-Wusch-Girl. Als Tyson eines Tages anfing, seinen Kopf einzusetzen und damit ohne große Probleme einen kleinen Felsen zertrümmerte, dachte Serena für einen Moment an die Geschichte ihres Großvaters. Ihr kleiner, blauer Freund erinnerte sie daran, dass er ihr erzählt hatte, er sei von einer blauen Bestie mit einem stahlharten Schädel angegriffen worden. Serena musste lachen, da ihr Großvater dieses Tier als furchterregend und menschenverachtend beschrieben hatte. Auf Tyson traf beides nicht zu.

Zwei weitere Jahre lebte Serena gemeinsam mit Tyson bei den Palap. Tyson ersetzt fast schon Brandon und Daryl, denn gemeinsam mit dem Stahlschädelschakal erlebte sie zahlreiche Abenteuer. Einmal nahm Mikani sie sogar mit zum Ra-Falken, damit die beiden mit ihr auf diesem fliegen durften. Ein paar Vorkehrungen musste Mikani treffen, da sie sich ansonsten am Gefieder verbrannt hätten, aber das war es wert. Von so weit oben hatte Serena ihre Heimat noch nie gesehen. Nebenbei gab es auch Verletzungen, mal mussten sie Hunger leiden, aber an diesen ständigen Überlebenskampf war Serena gewöhnt. Dafür war sie nicht an ihre körperlichen Veränderungen gewöhnt. Aus dem Mädchen wurde während ihres Aufenthalts bei den Palap nach und nach eine junge Frau. Serena fühlte sich in ihrer Haut aber nicht unwohl und an ihrer Schnelligkeit änderte sich auch nichts. Sie glaubte nur, dass sie ihrer Mutter immer mehr ähnelte.
Während die inzwischen 16-jährige das nächste Abenteuer mit Tyson bestritt, entdeckten sie eine Gruppe "Savior". Die Männer in der Rüstung hatten soeben mehrere Tiere getötet, die sie mühsam nach Puderado schleppten. Beim Anblick dieser "Savior" versuchte Serena ruhig zu bleiben. Diese Bemühung war vergebens. Die 16-jährige wusste, dass solche Typen ihren Vater umgebracht hatten. Für sie war dies ein günstiger Moment, um Vergeltung auszuüben. Serena flitzte los und attackierte die "Savior". Tyson unterstützte sie dabei. Gemeinsam konnten sie zwei der drei "Savior" verletzten. Der Dritte machte sich schleunigst aus dem Staub. Serena ließ die verletzten Männer nicht einfach so liegen. "Das ist dafür, dass ihr meinen Vater getötet habt.", sprach sie, bevor sie beide nacheinander tötete. Anschließend ging sie mit Tyson zurück zu den Palap.
Sechs Wochen später gab es für diese Aktion die Retourkutsche. Serena und Tyson wurden plötzlich von fünf "Savior" umzingelt. Wieder versuchte Serena ruhig zu bleiben, aber das gelang ihr wieder nicht. Schon wieder griff sie ihre Feinde an, doch diesmal waren sie besser vorbereitet. Ihre Angriff zeigten keine bis kaum Wirkung. Einer der Männer hielt sie dann fest und sagte: "Wir wollen nichts von dir. Nicht einmal Rache ausüben für unsere Leute, die du getötet hast. Wir wollen nur den blauen Fuchs." Schockiert riss Serena ihre Augen auf. Diese Typen wollten ihr Tyson wegnehmen. Die übrigen "Savior" versuchten den Stahlschädelschakal zu fassen. Tyson wehrte sich gegen sie und seine Angriffe zeigten mehr wirkung, aber gegen vier Leute auf einmal war er machtlos. "Tyson! Nein! Bitte nehmt mir nicht Tyson weg! Dann tötet mich lieber!", flehte Serena die "Savior" an. Als Antwort erhielt sie: "Auf keinen Fall! Wir tun dir mehr weh, wenn wir dir deinen Freund wegnehmen, der unserer Stadt sicher eine Menge Geld einbringen wird. Sag Lebewohl!" Der "Savior", der Serena festhielt, injizierte ihr ein Gift, durch das sie nach und nach das Bewusstsein verlor. Sie blieb gerade noch lange genug wach, um mitanzusehen, wie Tyson verschleppt wurde.

Als Serena wieder aufwachte, pickte bereits ein Hyänengeier an ihr herum. Sie verscheuchte den Vogel und nahm daraufhin sofort die Verfolgung auf. Sie rannte bis nach Puderado, schlich sich in die Stadt und suchte nach Tyson. Ihre Suche war vergebens. Tyson war nirgends mehr aufzufinden. Zumindest nicht an den für sie zugänglichen Orten. Sie unterdrückte ihre Trauer über ihre Verlust bis sie Puderado wieder verlassen hatte. Danach kehrte sie wieder zu den Palap zurück, aber nur um ihnen zu sagen, dass sie sie verließ. Serena wollte nicht noch jemanden verlieren, der ihr etwas bedeutete, weshalb sie es vorzog, ab sofort alleine zu leben. Sie wusste auch genau, wo sie ein Dach über dem Kopf fand. In Phantom's Hall. Der einzige ihr bekannte Ort, von dem sie wusste, dass sie hier allein sein würde. Außer ihr kannte nur noch Carter diesen Ort. Das Gefühl der Einsamkeit gefiel ihr nicht, aber sie nahm es in Kauf, bevor sie erneut den Schmerz spüren musste, jemanden zu verlieren.


Kapitel XII: Captain Rogue

Serena fristete in Phantom's Hall ihr einsames Leben, das sie sich selbst ausgesucht hatte. Mehr als zuvor hielt sie an ihrer Entschlossenheit fest, schneller zu werden. Doch vorher musste sie immer zusehen, dass sie genug hatte, um zu überleben. Aus einer der Zellen hatte sie die Überreste der Verstorbenen rausgeräumt und daraus ihren Schlafplatz gemacht. Als sie dies tat, entschuldigte sie sich bei den Toten, da sie ihnen damit ihre Ruhestätte raubte. Zum Überleben brauchte sie aber vor allem auch Nahrung und etwas zu Trinken. Wie sie sich ihr Überleben sicherte, hatte sie jahrelang in Rocuenco gelernt. Sie musste nun nur alles alleine machen. Wasser holte sie sich am Scujo. Dafür kehrte sie dann doch mal ein oder auch zwei Tage nicht nach Phantom's Hall zurück. Um was zu Essen zu haben, jagte sie Tiere. Da sie aber ziemlich wählerisch war und Säugetiere generell in Ruhe ließ. Dadurch kam es häufiger dazu, dass sie einen Tag nichts zu essen hatte. Überhaupt lebte sie nur noch vom Nötigsten, um nicht zu sterben.
Das Alleinsein war für die Pinkhaarige nicht leicht. Sie hatte in Phantom's Hall viel Zeit um nachzudenken. Sie musste immer an Tyson denken, den sie sehr vermisste. Wie gerne würde sie ihn immer in den Arm nehmen und mit ihm schmusen. Sie vermisste aber auch ihren Großvater und ihre Mutter. Manchmal fragte sie sich, wieso sie überhaupt noch weiterleben wollte. Wenn sie sterben würde, dann würde sie wie Viola und Sylvester ein Teil der Insel werden. Ein Grund, um an ihrem Leben festzuhalten, befand sich in der Wüstenruine. Serena verbrachte viel Zeit auf dem Dach der Ruine, vor dem Porneglyph. Sie las es sich immer wieder durch, bis sie den Text auswendig konnte. Das Porneglyph... Sylvester hatte ihr nicht ohne Grund beigebracht, diese Steine entziffern zu können. Sie wollte seine Aufgabe fortsetzen und die wahre Geschichte entschlüsseln. Sein Tod hatte damit nichts zu tun, diesen Entschluss hatte sie von sich aus gefasst. Die Suche nach weiteren Porneglyphen war nur ein Vorwand, um eines Tages auf eine große Reise zu gehen. Serena wollte auch Abenteuer erleben. Das Problem war nur, dass die 16-jährige nicht wusste, wie sie die Insel verlassen sollte. Sie hatte kein Boot oder Schiff, mit dem sie in See stechen konnte. Und sie wollte irgendwann ihre Heimatinsel verlassen. Dafür gab es neben der Porneglyphe und Abenteuer noch einen dritten Grund. Serena war der festen Überzeugung, dass Tyson im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihrem Großvater nicht tot war. Er lebte noch und hielt sich irgendwo in der großen weiten Welt auf. Sie wollte ihn finden und wieder mit ihm zusammenleben und Abenteuer bestreiten. Des Weiteren vertrieb Serena sich die Zeit damit, sich selbst etwas vorzusingen oder nur zu summen sowie mit Zeichnen.

Ein halbes Jahr verging. Serena schaffte es bislang irgendwie zu überleben. Tatsächlich wäre sie gefühlt schon ein paar Mal beinahe gestorben, aber ihr Überlebenswille war wohl einfach stärker. Innerhalb der sechs Monate hatte Serena eine neue Trainingsmethode für sich entdeckt. Immer wieder versuchte sie so schnell wie möglich das große durch das Gitter verschlossene Tor zu öffnen. Im Klartext löste sie wiederholt die Rätsel, die die Ruine bereithielt. Da sie keine Stoppuhr besaß, konnte sie ihre Schnelligkeit nur am Ende daran messen, wie weit oben das Gitter immer stand, wenn sie darunter herhuschte. Diese Trainingsmethode ließ was die Erfolge anging schon zu wünschen übrig. Immerhin meinte Serena eine kleine Verbesserung feststellen zu können. Ihr Training mit ihren Kurzschwertern und ihrer Naginata hielt sie ebenfalls aufrecht.

Gerade als Serena anfing sich an das Alleinsein zu gewöhnen, änderte sich ihre Situation wieder. Sie saß auf der oberen Etage des Raumes, in dem sich das große verschlossene Tor befand und ließ ihre Beine von dem Gerüst herunterbaumeln. Sie summte leise vor sich her, da sie zurzeit nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen wusste. Das Waisenkind verstummte aber augenblicklich, als sie Schritte vernahm. Jemand - oder Etwas - befand sich außer ihr in der Ruine. Jemand bzw. etwas Lebendiges. Serena zog ihre Beine eng an sich und verhielt sich ganz ruhig. Neben den Schritten hörte sie auch Stimmen, die durch den Gang bis hierher in den Saal hallten. Die eine Stimme meinte sowas wie: ”Captain? Meinen Sie, dass wir in dieser Ruine noch einen Schatz finden? Ich meine, sie wurde bestimmt schon von jemand anderem gefunden und ausgeplündert.” "Abwarten, Kleiner! Du musst noch eine Menge lernen. Schätze bestehen nicht nur aus Gold oder anderen Wertgegenständen. Und ich bin mir zu 93 % sicher, dass sich der Schatz, nach dem ich suche, in dieser Ruine befindet.", erwiderte die andere Person. Serena lauschte nur, verlor aber selbst keinen Mucks. Von einem Schatz hier drin wusste sie nichts, aber durch deine Worte der einen Person vermutete sie, dass das Porneglyph das Objekt der Begierde sein könnte. Doch diese Vermutung war sehr wage, weshalb sie sich darauf nicht verließ.
Um sich besser im Schutz der Dunkelheit verstecken zu können, hüllte Serena sich in ihren recht dunkel gehaltenen Umhang ein. Die Kapuze zog sie so weit runter wie nur möglich, so dass sie aber noch etwas sehen konnte. Wenige Momente später sah sie zwei Fremde, die den Saal betreten hatten. Ein älterer Mann und ein vergleichsweise junger Mann. Wahrscheinlich waren beide noch älter als Serena, aber darüber zerbrach sie sich nicht den Kopf. Sie wollte wissen, was die beiden hier wollten. Sie sahen sich ein wenig um, der Jüngere der beiden Fremden interessierte sich vor allem für das Gitter, dass das große Tor verschlossen hielt. "Captain! Bestimmt versteckt sich der Schatz hinter dem Tor. Lassen Sie uns durch das Gitter brechen." Der ältere Herr, der mit "Captain" angeredet wurde, blieb inmitten des Saales stehen. Die Hände versteckte er hinter seinem Rücken, Serena konnte sie noch sehen, da er ihr seinen Rücken zuwandte. Ansonsten sah er sich in Ruhe um und antwortete: "Möglich. Aber das muss nicht zwingend der Fall sein. Wir sollten nichts überstürzen." Der Jungspund sah ihn ungeduldig an. Serena machte sich währenddessen ihre eigenen Gedanken wegen der beiden: Die beiden stammen nicht von dieser Insel. Der eine nannte den anderen "Captain". Das sind bestimmt Seefahrer. Womöglich sogar Piraten. Großvater erzählte doch irgendwas davon, dass er mit seinen Piraten-Freunden hinter Schätzen her war. So wie die beiden. Aber der alte Sack ist komisch. Soweit ich das verstanden habe, hat er eine andere Definition von einem Schatz. ... Ich darf die beiden auf keinen Fall zu dem Porneglyph lassen. Mit diesem Ziel im Kopf wollte sie die zwei Unerwünschten so schnell wie möglich wieder loswerden. Am einfachsten wäre es, so dachte sie, wenn sie die zwei in irgendeine Falle tappen lassen würde. Letztendlich wusste sie aber nicht, wie sie die beiden in eine lotsen sollte. Der Ältere blieb einfach im Saal stehen und sah sich um, während der jüngere Mann den Saal nach einem Hebel absuchte, wonach er aber lange suchen konnte. "Worüber zerbrichst du dir den Kopf, Kleine? ... Zeig dich, ich weiß, dass du da bist! Keine Angst, wir tun dir nichts. Ich schätze, dazu bist du viel zu kostbar. Zumindest, wenn du diejenige bist, nach der ich gesucht habe.", sprach der "Captain". Auf seine Worte hin erschrak Serena. Woher weiß er, dass ich hier bin?, dachte Serena. Wie als habe er ihre Gedanken gehört, antwortete er: "Ausgezeichnete Frage. Hast du schon mal daran gedacht, dass wir dich auch sehen können, wenn du uns sehen kannst? Jetzt hör auf mit dem Spielchen und komm raus aus deinem Versteck." Die 16-jährige wusste nicht, was sie tun sollte. Entweder bluffte der Mann und tat nur so, als wüsste er von ihrer Anwesenheit, um sie rauszulocken oder aber er sagte die Wahrheit und pflegte keine bösen Absichten. Dennoch sah sie nicht ein, dass sie einfach klein beigab. Eigentlich gab er ihr sogar die perfekte Vorlage, um ihren Plan umzusetzen. "Ich komme nicht raus. Wenn ihr etwas von mir wollt, dann müsst ihr schon zu mir kommen. Dazu müsst ihr nur weitergehen.", antwortete Serena. Die Schatzsucher widersprachen nicht, sondern gingen sofort los.
Nachdem die beiden weg waren und die Pinkhaarige ziemlich zuversichtlich war, dass sie die beiden nie wieder sehen würde, da sie die Ruine nicht mehr lebend verlassen würden, lehnte sie sich wieder zurück. Minuten - wenn nicht sogar Stunden - vergingen, in denen sie es sich ein wenig gemütlich machte und sich entspannte. Dabei döste sie ein wenig ein. Als sie ihre Augen wieder öffnete, sah sie die beiden Gestalten, die sie losgeschickt hatte, direkt vor sich. Die Pinkhaarige erschrak und ihr wurde mulmig zumute. Die beiden könnten ihr nun wer weiß was antun. Es musste auf jeden Fall einen Grund haben, dass sie zwei hier waren. Letztendlich spielte sie sogar mit dem Gedanken, dass die zwei von der Weltregierung gesandt wurden, um sie zu töten, aber dabei vergaß sie auch völlig, dass sie nach einem Schatz suchten. Als der ältere Mann seinen Arm auf sie zu bewegte, dachte sie, es wäre aus mit ihr, sodass sie schützend ihre Arme vor sich nahm und die Augen schloss. Gut, dass sie sich nicht selbst sah, denn sie sah in diesem Moment wirklich jämmerlich aus. Da sie nach wenigen Augenblicken einsah, dass ihr nichts passierte, vernachlässigte sie ihre Deckung und starrte auf die Hand, die ihr gereicht wurde. "Du brauchst keine Angst zu haben. Wie ich schon sagte, wollen wir dir nichts Böses. ... Du bist doch Serena, oder?", sprach der Alte zu ihr. Serena erwiderte: "Was, wenn es so ist?" "Dann hast du wirklich nichts zu befürchten. Wir sind nämlich Freunde - genauer gesagt Freunde deines Großvaters Sylvester. Aber seine Enkelin ist ebenfalls unsere Freundin.", antwortete er. Serena nahm seine Hand und ließ sich aufhelfen. Anschließend schlug der Alte vor, dass sie sich einen gemütlicheren Ort suchten, um zu reden. Schon führte Serena sie durch das große Tor - vorbei am Gitter -, sodass sie im besser beleuchteten Saal dahinter miteinandern reden konnten. "Wie jetzt? Das Mädchen ist der Schatz, nach dem wir hier gesucht haben.", fragte der jüngere Mann.

"Ihr kennt also meinen Großvater? Wer seid ihr denn?", wollte Serena von den beiden freundlichen Fremden wissen. Der Alte erklärte: "Ja, wir kannten deinen Großvater. Oder vielmehr ich kannte ihn. Mein Freund ist noch nicht so lange an Bord meines Schiffes. Aber bevor ich noch weiter meine Manieren vergesse ... Mein Name ist Rogue. Ich bin der Kapitän der Rogue-Piratenbande. Vielleicht hat Sylvester dir mal von uns erzählt. Oder dachtest du etwa, dass er mit seiner Nussschale über die Grand Line segelte. Das wäre glatter Selbstmord gewesen. Nein, er steuerte damit immer auf unser Schiff zu. Wir haben gemeinsam einige Abenteuer bestritten." Sein junger Kamerad stellte sich ebenfalls vor. Dann hatte Serena Recht gehabt. Die zwei waren Piraten. Sie hatte nur nicht damit gerechnet, dass es die Piraten waren, mit denen sich ihr Großvater angefreundet hatte. Unter diesen Umständen wussten sie sicher auch über die Porneglyphe Bescheid, doch zur Sicherheit fragte sie nach: "Wenn du meinen Großvater kanntest, dann weißt du bestimmt auch, wonach er gesucht hat, oder?""Ja, das weiß ich. Dein Großvater hat zwar nicht oft darüber gesprochen, aber letztendlich haben wir sogar ein, zwei dieser Porneglyphe gemeinsam gefunden. Aber das ist nicht alles, worüber wir Bescheid wissen." Rogue erweckte mit seinem letzten Satz Serenas Interesse. Die blickte den in die Jahre gekommenen Piraten fragend an und erkundigte sich: "Was wisst ihr denn sonst noch?" "Es ist kein Zufall, dass wir hierher kamen. Wir haben nach dir gesucht und nicht nach deinem Großvater. Uns ist bekannt, dass er vor etwa drei Jahre ermordet wurde. Von einem Agenten von Cipher Pol, einer Geheimeinheit der Weltregierung. Es war nicht verkehrt von dir, uns anfangs zu misstrauen, denn jeder könnte zu Cipher Pol gehören und dir auflauern. Wir wussten sogar darüber Bescheid, dass ein Agent diese Insel besuchte. Meine Crew und ich befanden uns in der Hauptstadt Puderado, als wir ihn sahen. Natürlich war es nicht offensichtlich, dass er zu Cipher Pol gehörte. Bei uns läuteten trotzdem die Alarmglocken. Wir haben es uns daraufhin zum Ziel gesetzt, deinen Großvater und dich vor ihm zu beschützen, aber ohne euch darüber wissen zu lassen. Hättet ihr über ihn Bescheid gewusst und er hätte es herausgefunden, hätte er nicht damit gewartet, euch umzubringen. Womöglich hätte er in dem Fall nicht nur euch, sondern auch eure Freunde getötet. Deshalb warteten wir ab, aber wir kamen trotzdem zu spät. Wir fanden die Leiche deines Großvaters ... und ein paar Überreste der Kleidung des CP-Agenten. Wir hörten die Teleschnecke, die ihn anrief. Offenbar erwartete jemand von weiter oben einen Bericht. Den bekam er auch... von mir!" "Ich verstehe nicht." Rogue demonstrierte dem Waisenkind, was er meinte. Er hustete einige Male kräftig durch, bevor er ihr in die Augen sah und mit Andys Stimme sprach: "Ich kann meine Stimme verstellen. Seine Stimme ist mir aus Puderado im Kopf geblieben. Deshalb war das nicht schwer für mich." Sowie sie die Stimme des Mörders ihres Opas hörte, lief es Serena eiskalt den Rücken runter. Sie sah, dass die Worte aus Rogues Mund kamen, aber wenn sie die Augen geschlossen hätte, dann hätte sie wirklich geglaubt, Andy wäre wieder von den Toten auferstanden und wollte sein Werk nun vollenden.
Rogue sprach wieder mit seiner normalen Stimme weiter, obwohl Serena sich inzwischen sehr unsicher war, ob dies seine echte Stimme war. Andererseits vermutete sie, dass es ziemlich anstrengend werden konnte, wenn man ständig mit einer anderen Stimme sprach. Schließlich erklärte Rogue: "Worauf ich hinaus wollte ist, dass die Weltregierung denkt, du seist ebenfalls tot. Du hast also nichts zu befürchten." Serena lenkte sofort ein, bevor er weitersprach. "Moment mal! Das bedeutet doch dann, dass meine Freunde ebenfalls in Sicherheit sind, oder? Das heißt, ich kann nach Hause zurückkehren." Tränen flossen bei der 16-jährigen. Freudentränen. Sie hätte nicht gedacht, dass sie eines Tages nach Rocuenco zurückkehren würde. Bestimmt dachten alle sie sei tot. Sie hatte ihren Freunden damit garantiert genug Schmerzen zugefügt. Sicher wären auch sie überglücklich, wenn sie sie wiedersehen würden. Rogue meinte daraufhin aber: "Wir haben nach dir gesucht, weil wir dir helfen wollen. Ich bin mir sehr sicher, dass dein Großvater dir beigebracht hat, die Porneglyphe zu lesen. Auch wenn du dich zurzeit nicht vor der Weltregierung zu fürchten brauchst, rate ich dir davon ab, nach Hause zu gehen. Es ist nämlich nicht ausgeschlossen, dass sie herausfinden, dass du doch noch lebst. Und darauf möchte ich dich vorbereiten. Dich trainieren. Denn weißt du, Serena,... meine Crew und ich - wir werden auch nicht jünger. Wenn du uns begleiten würdest, würden wir dich mit aller Macht beschützen, aber noch besser wäre es, wenn du dich ohne Hilfe gegen sie zur Wehr setzen könntest. Sie würden dich dein Leben lang verfolgen. So lange werde ich vermutlich nicht da sein können, um dich zu beschützen, wie meine Kameraden und ich desöfteren deinen Großvater beschützt haben." Serena nahm Rogues Worte noch zur Kenntnis, doch sie scherte sich einen Dreck darum, was er wollte. Sie richtete sich auf und machte sich auf den Weg nach draußen. Noch im Saal blieb sie stehen und sprach an die Piraten gewandt: "Ich habe euch nicht um eure Hilfe gebeten. Wer sagt denn überhaupt, dass ich irgendwann zur See fahren und die anderen Porneglyphe finden möchte. Ich kann genausogut wieder nach Hause gehen und dort wieder mit meinen Freunden leben. Und das mache ich jetzt auch." Rogue blieb ruhig. Er akzeptierte ihre Entscheidung, aber er teilte ihr noch mit: "Ich verstehe. Solltest du es dir anders überlegen, dann werden ich in dieser Ruine auf dich warten. Ich werde sie einen Monat lang jeden Tag besuchen. Solltest du dich bis dahin nicht wieder blicken lassen, dann lassen wir dich in Ruhe." Serena nickte ihm zu und lief dann weiter. Der jüngere Pirat sah fassungslos zwischen den beiden hin und her und meinte: "Unfassbar! So ein undankbares Stück!" Serena hörte seine Worte noch, lief aber trotzdem weiter. Als sie den dunklen Gang zum Gitter entlang ging, hörte sie ein Klatschen, woraufhin sie lächeln musste.

In dem Wissen, dass die Weltregierung sie für tot hielt, machte Serena sich auf den Weg nach Rocuenco. Nach Hause. Mit den Energiereserven, die sie noch hatte, rannte sie so schnell sie konnte nach Hause zu ihren Freunden. Durch die herrschende Hitze waren diese allerdings schnell aufgebraucht, sodass sie bei der nächsten Gelegenheit Ant's Labyrinth betrat und unterirdisch weiterlief. Am Ausgang nahe Rocuenco betrat die wieder die Oberwelt. Vor dem Eingang zu ihrer Heimat blieb sie stehen und atmete tief durch. Die anderen werden Augen machen, wenn sie mich wiedersehen. Da bin ich mir sicher. Da es mitten in der Nacht war, als sie Rocuenco erreichte, war sie sich nicht mal sicher, ob noch jemand wach war. Aber dies war ihr in diesem Moment egal. Sie lief durch den Tunnel, der durch die Felswand in die Stadt führte und kam endlich wieder zuhause an. Tatsächlich schliefen so gut wie alle, bis auf die Wachen, die darauf aufpassten, dass niemand Unbefugtes die Stadt betrat. Zuerst hielten sie auch Serena davon ab, an ihnen vorbeizugehen, doch wenige Sekunden und einige Unsicherheiten später erkannten die Wachen das Gesicht der jungen Pinkhaarigen wieder - vermutlich spielte ihre Haarfarbe aber sogar eine größere Rolle. Die Wachen konnten nicht glauben, wen sie vor sich sahen. Eine rannte sofort los und erstattete Carter Bericht. Die frohe Botschaft machte relativ schnell ihre Runde. Neben Carter wurden noch andere Bewohner wach, die die 16-jährige ebenfalls sehen wollten, um den Worten glauben zu schenken. Ehe sie sich versah, fand Serena sich inmitten der Rocuencaner wieder, die sie beinahe alle fassungslos ansahen. "Se... Serena? Wir dachten ... du seist tot!", sagte Carter, worauf Serena erwiderte: "Tja, aber hier bin ich. Putzmunter und bereit die Arbeit wieder aufzunehmen." Noch zwei freuten sich Serena wiederzusehen: Brandon und Daryl. Die beiden wirkten auch nicht so fassungslos wie die anderen. "Ich weiß, dass ich ziemlich lange weg war. Die Geschichte erzähle ich euch später. Wenn es euch nichts ausmacht, dann lege ich mich jetzt schlafen.", meinte Serena.
Die Gemeinschaft konnte nachvollziehen, dass sie bestimmt erschöpft war. Die Menschenmenge löste sich nach und nach wieder auf, alle gingen wieder zurück ins Bett. So auch Serena, die einfach zurück in das Haus ging, in dem sie aufgewachsen war. Dort sah sie seit langer Zeit wieder ihre Zeichnungen, die sie über die Jahre angefertigt hatte. Ein paar weitere Zeichnungen wartete noch in Phantom's Hall, aber da konnten sie auch erstmal bleiben. Wenn der Monat vorbei war und die Rogue-Piraten dort verschwunden waren, könnte sie sie holen. Kurz bevor sie sich dann endlich hinlegen wollte, bekam sie plötzlich Besuch von Daryl. "Daryl? Was willst du hier? Ich kann mir vorstellen, dass du mich vermisst hast, aber wir können später noch miteinander sprechen.", meinte Serena, aber er widersprach: "Nein, können wir nicht." Danach kam er Serena immer näher, packte sie an den Schulter und drückte sie gegen die Wand, woraufhin er sie einfach küsste. Anfangs versuchte sie sich zu wehren, aber das war schnell vergessen. Daryl löste den Kuss und sagte: "Du bist wunderschön, Serena. Ich habe immer gewusst, dass du noch lebst und irgendwann zurückkehren würdest." Anschließend gingen sie gemeinsam ins Bett und verbrachten noch eine gemeinsame restliche Nacht, die die zwei wohl nie vergessen würden.

Am nächsten Morgen wachte Serena neben ihrem besten Freund auf. Die Decke hielt sie vor sich, um ihre Blöße zu bedecken. Was habe ich... was haben wir getan?, fragte sie sich in Gedanken. Die 16-jährige bereute die vergangene Nacht nicht. Sie verstand nur nicht, wie es dazu kam. Dennoch bekam sie wegen Brandon ein schlechtes Gewissen, auch wenn die zwei ihm keine Rechenschaft schuldig waren. Der Tag begann dann beinahe so, als wäre Serena nie fort gewesen. Sie zog sich etwas an, frühstückte und danach wollte sie sich an die Arbeit machen. Der Unterschied war wohl nur, dass die anderen noch nicht so Recht glauben wollten, dass sie wieder unter ihnen war. Serena erzählte nur Carter und ihren besten Freunden, wo sie die vergangenen drei Jahre steckte. Sie erklärte ihnen auch den Grund dafür, eben dass Sylvester von einem CP-Agenten ermordet wurde und sie diesem nur knapp entkam. Die zurückgebliebene Narbe, die sie von Andys Orkankick davongetragen hatte, zeigte sie ihnen auch. Damit sie sich langsam wieder eingewöhnen konnte, teilte Carter Serena in ein Team mit Brandon und Daryl ein. Sie zogen gemeinsam los und schlossen einen Auftrag ab.
Wieder zurück in Rocuenco wollte Brandon Serena etwas zeigen. Er nahm sie mit zu seiner kleinen Werkstatt, wo er seit etwa vier Jahren an Waffen arbeitete. Eines seiner Werke stellte er Serena vor. Die Waffe sah auf dem ersten Blick uunscheinbar aus, da es sich zunächst nur um Armbänder handelten. Brandon legte diese Serena an und aktivierte daraufhin einen Mechanismus, der aus den Armbändern einen Panzerhandschuh machte. Die Pinkhaarige staunte nicht schlecht, doch viel wichtiger war nun die Frage: "Und was können die?" "Gute Frage", antwortete Brandon. Anschließend erklärte er ihr, dass man diese Handschuhe wie Pistolen benutzen könnte, doch ihre Hauptfunktion bestand darin, Impulse aus kinetischer Energie zu erzeugen. Dies probierte Serena aus, doch da sie auf die Wucht nicht vorbereitet war, kugelte sie sich durch den Rückstoß die Schulter aus. Überhaupt schmerzte ihr ganzer Arm. Brandon wollte sich sofort um sie kümmern, legte seinen Arm sorgsam um sie und wollte sie zum Arzt bringen, doch genau in dem Moment kehrte ihr schlechtes Gewissen wieder zurück. Sie löste sich von Brandon und tat auf einmal so, als ging es ihr wieder gut. Die Handschuhe nahm sie noch ab und legte sie an der nächstbesten Stelle, also neben Brandons Werkzeug ab, und wollte dann verschwinden. "Tut mir Leid, Serena. Ich wollte dir nicht wehtun. Ich schätze, ich habe die Handschuhe ein wenig zu stark für deinen zierlichen Körper eingestellt.", rechtfertigte sich Brandon. Normalerweise wäre sie ihm für den "zierlichen Körper" böse gewesen, auch wenn es ein Kompliment sein sollte, aber sie hatte gerade ganz andere Sorgen. "Ich weiß. Ich bin dir auch nicht böse. Und die Waffe ist gut so, wie sie ist. Ich war einfach nicht darauf vorbereitet. Dir braucht also nicht leid zu tun. Stattdessen entschuldige ich mich, denn ich muss los.", erwiderte sie hektisch und verließ daraufhin die Werkstatt. Serena ging eigenständig zum Arzt und der ordnete an, dass sie ihn schonen müsse. Sie bekam eine Schlinge, mit der sie ihren Arm entlasten konnte. Kaum war sie wieder da, musste sie eine Auszeit nehmen. Noch am selben Abend besuchte sie Brandon bei ihr daheim. Er wollte sich erkundigen, wie es ihr ging. Serena empfing ihn und sie setzten sich gemeinsam hin. Daraufhin erklärte Serena: "Tut mir Leid, Brandon, dass ich vorhin so schnell weg musste. Wie du siehst, war ich doch noch beim Arzt. Es ist nur so, dass... ich glaube, es wurde mir einfach vorhin zu viel, dass du mir so nahe gekommen bist. Aber bitte versteh mich nicht falsch. Ich habe dich sehr gern. Du gehörst immer noch zu meinen besten Freunden und..." "Serena! Ich wollte dir schon vor ein paar Jahren etwas sagen, aber ich wurde immer wieder unterbrochen. Zunächst einmal solltest du wissen, dass ich nie daran gezweifelt habe, dass du noch lebst. Ich habe in den letzten drei Jahren immer wieder nach dir gesucht. Wahrscheinlich wollte ich mich nicht damit abfinden, dass du tot sein könntest, weil ich dich ... weil ich dich ... liebe!" Bevor Serena reagieren konnte, gab Brandon ihr ebenfalls einen Kuss. Die Pinkhaarige drückte ihn aber schnell von sich weg. Auf einmal war alles noch komplizierter geworden. Anscheinend hatten sich beide ihrer besten Freunde in sie verliebt, womit sie in diesem Moment nicht zurechtkam. Daryl hatte zwar nicht das L-Wort benutzt, aber sie hatte mit ihm eine unvergessliche Nacht. Sie sah Brandon fast schon schockiert an und sagte: "Du liebst mich? Mich, Serena? ... Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Erst überfällt mich Daryl und jetzt du." Ihre Worte kamen klar und deutlich bei Brandon an, der sich den Rest denken konnte. "Ach so. Deshalb hast du vorhin so reagiert. Mal wieder bin ich der Langsamere von uns beiden.", meinte Brandon, der danach aufstand. Serenas Blick verfolgte ihn und sie sprach: "Nein, du verstehst das falsch. Ich gestehe, dass wir gemeinsam die Nacht verbracht haben, aber ich liebe Daryl nicht. Aber dich ebenfalls nicht. Trotzdem seid ihr mir beide wichtig. Ihr seid meine besten Freunde. Ich hoffe, daran hat sich nichts geändert." "Nein, keine Sorge. Das hat es nicht.", erwiderte Brandon mit trauriger Stimme, bevor er einfach Serenas Zuhause verließ.

Nach dem Gespräch mit Brandon hatte Serena ein ungutes Gefühl. Die nächsten Tage waren ruhig. Trotzdem war etwas nicht in Ordnung, da Brandon Daryl aus dem Weg ging. Weitere Tage später platzte dann die Bombe und die beiden besten Freunde kämpften gegeneinander. Brandon war hierbei auf Daryl losgegangen, da er es ihm übel nahm, dass er mit Serena geschlafen hatte, obwohl er wusste, was er für sie empfand. Serena wohnte dem Streit bei, konnte aber wegen ihrer Verletzung nicht eingreifen. Sie rief ihnen nur immer wieder zu, dass sie aufhören sollten, aber die zwei hörten nicht. Nach einiger Zeit hörten die beiden auf und sie vertrugen sich sogar wieder. Trotzdem hatte Serena eine Entscheidung getroffen. Nachdem ihre Verletzung wieder verheilt war, suchte sie das Gespräch mit Carter auf. Ihn unterrichtete sie als erstes über ihre Entscheidung. Anschließend sprach sie gemeinsam mit Brandon und Daryl darüber. "Neulich, als ihr gekämpft, wurde mir klar, dass nichts mehr so wie früher sein wird. Seit meiner Rückkehr habe ich das Gefühl, dass Rocuenco nicht mehr mein Zuhause ist, der Ort, an dem ich leben will. Es liegt nicht nur an eurem Kampf. Abends im Bett muss ich immer wieder an Mama und Opa denken. Ich vermisse Mamas Gesang und Opas Geschichten. Am Ende wollte ich nur wegen euch bleiben, aber wegen eurem Kampf, habe ich eine andere Entscheidung getroffen. Nach Opas Tod habe ich mir vorgenommen, an seiner Stelle sein Ziel zu erfüllen. Er war Archäologe, der nach den sogenannten Porneglyphen gesucht hat. Die Schriftzeichen darauf kann nicht jeder lesen. Vermutlich bringe ich euch allein damit in Gefahr, indem ich euch davon erzähle, aber ich möchte, dass ihr über alles Bescheid wisst. Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, dass ich eines Tages in See steche. Aber bis dahin muss ich mich noch vorbereiten. Und es gibt da jemanden, der mir dabei helfen will. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, Rocuenco zu verlassen und zu ihm zu gehen. Ich hoffe, ihr, meine besten Freunde, versteht das." Zunächst sahen Brandon und Daryl die 16-jährige nur sprachlos an. Dann tauschten sie Blicke aus, ehe sie anfingen zu lächeln und Serena zunickten. "Lass dich von uns nicht aufhalten!" "Du weißt, was du tust." Die beiden untertützten sie in ihrem Vorhaben, worüber sie sich sehr freute. Doch dies war nicht der Abschied. Die Jungs begleiteten Serena nach Phantom's Hall, wo sie ihnen versprach: "Das ist nur ein vorläufiger Abschied. Ich verspreche euch, dass ich mich nochmal bei euch melden werde, bevor ich die Insel verlasse." Damit waren die beiden einverstanden. Doch bevor sich ihre Wege wieder trennten, schenkte Brandon Serena die Panzerhandschuhe. "Die hier habe ich eh für dich entwickelt. Du wirst sicher bald mit ihnen umgehen können.", erklärte er und sie bedankte sich.

Serena betrat daraufhin allein die Ruine, während die Jungs wieder heimkehrten. Zielstrebig lief sie zu dem großen vergitterten Tor, hinter dem Rogue auf dem Boden saß. "Ich wusste, du würdest kommen. Dann kann unser Training nun beginnen. Aber vorher will ich wissen, was du drauf hast." Rogue zog an dem Hebel und ließ Serena herein. Zusammen gingen sie hinauf aufs Dach zum Porneglyph. Dort hielten sie das Training ab.
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BeitragThema: Re: Serena Caruso   So Jun 12, 2016 8:57 pm

Kapitel XIII: Rache ist süß

Serena hatte sich dazu entschieden, Rogues Training über sich ergehen zu lassen. Dieses könnte sofort beginnen, doch vorher wollte der ältere Pirat sehen, was in ihr steckte. Oder anders gesagt: Er wollte mit ihr kämpfen. Darauf ließ sich Serena wiederum nicht einfach so ein, woraufhin er sprach: "Warum kämpfst du Serena?" "Um zu überleben.", antwortete sie sicher. "Und wieso möchtest du überleben?" Auch für die Antwort musste Serena nicht lange überlegen. "Damit ich auf Reisen gehen und anstelle meines Opas die wahre Geschichte aufdecken kann." "Und warum kämpfst du noch?" Diesmal stand Serena dann doch auf dem Schlauch. Soweit hatte sie alles gesagt, was es dazu zu sagen gab. Das dachte sie zumindest. Rogue wusste aber, wie er noch etwas aus ihr rauskitzeln konnte. "Möchtest du nur auf die Weise für deinen Großvater kämpfen? Oder möchtest du auch seinen Tod rächen? Vielleicht gibt es noch jemanden, der dir viel bedeutete und dir entrissen wurde." Serenas graue Zellen wurden angekurbelt. Sie überlegte noch ein wenig, während sie immer wütender wurde, ehe sie antwortete: "Ja, ich will die Weltregierung dafür büßen lassen. Und ich will mich an den 'Saviors' rächen... dafür, dass ich wegen ihnen nie meinen Papa kennenlernen konnte und dafür, dass sie mir Tyson weggenommen haben." "Worauf wartest du dann noch? Zeig mir, was du drauf hast."
Ihm gelang es ziemlich erfolgreich, Serena zu provozieren. Sofort stürmte sie mit ihren gezückten Kurzmessern auf Rogue los und griff ihn an. Der Piratenkapitän wich aber mit einem Schritt zur Seite aus und ließ das Mädchen ins Leere laufen. Serena wurde noch wütender. Sie startete die nächste Attacke, doch Rogue bewahrte Ruhe und wich erneut aus. Dies ging solange weiter - Serena wechselte zwischendrin zu ihrer Naginata - bis die 16-jährige außer Puste war. Daraufhin stieß Rogue sie mit seinem Fuß um, sodass sie erschöpft am Boden lag. "Du hast deine Kräfte nicht unter Kontrolle. Deine Wut blendet dich, wodurch du zu viel Energie verschwendest. Du verlierst deinen Gegner aus den Augen und attackierst ihn mit unklugen Angriffen. Deine Gegner werden dies ausnutzen und dir Windeseile den Gnadenstoß verpassen.", urteilte Rogue über Serena. Sie schnappte derweil nach Luft und fragte: "Worauf ... willst du ... hinaus?" Rogue half der Pinkhaarigen wieder auf und erklärte danach, dass sie Ruhe bewahren müsse, um nicht vorschnell zu handeln. Ansonsten vergeudete sie zu viel Energie. Dennoch lobte er sie für ihre Schnelligkeit, aber die hielt er für ausbaufähig. Am Ende erklärte er, wieso er von ihr verlangte, dass sie in einem Gefecht ruhig und gelassen blieb: "Nur ein ruhiger Geist wird dich dazu befähigen eine spezielle Kampftechnik zu erlernen, die dich sicher um einiges stärker machen wird. Mithilfe dieser Technik ist es mir zum Beispiel möglich, andere Stimmen zu imitieren, eine Fähigkeit, die dir garantiert auch von Nutzen sein könnte." "Wovon zum Teufel sprichst du, Alterchen?", hakte Serena nach. "Ich spreche von der hohen Kunst der Körperbeherrschung. Personen, die diese Kunst beherrschen, können ihren gesamten Körper, von den Zehennägeln bis zu den Haarspitzen - ja sogar ihre Innereien - kontrollieren. Diese Kunst wird von manchen 'Life Feedback' genannt, aber eigentlich heißt sie 'Seimei Kikan'." Serena interessierte sich nun doch für diese Technik. Sie zupfte ein wenig an ihren Haarspitzen und stellte sich vor, wie sie diese kontrollieren könnte. Eine weitere Vorstellung von ihr war aber, dass sie nicht nur mit ihren Beinen schnell rennen, sondern ihren gesamten Körper mit dieser Geschwindigkeit bewegen könnte. Vielleicht könnte sie dadurch schneller als Andy werden. Deshalb forderte sie: "Bitte bring' mir diese Technik bei. Ich möchte sie unbedingt lernen!" Rogue nickte ihr zu, doch er erklärte ihr noch, dass sie fortan enthaltsam leben und hart trainieren müsse. Er erkannte aber auch ihre Entschlossenheit und bezüglich der Enthaltsamkeit machte er sich aufgrund ihrer vorigen Lebensumstände ebenfalls wenig Sorgen.

Somit begann das gemeinsame Training mit Rogue. Er und seine Piratencrew blieb solange vor der Insel vor Anker, bis Serena gelernt hatte, einen kühlen Kopf zu bewahren. Nebenbei arbeiteten die zwei auch an ihren Kampftechniken, sprich an ihren Fähigkeiten mit ihren Kurzschwertern, ihrer Naginata, ihren Panzerhandschuhen und zu guter Letzt an ihrer Schnelligkeit. Serena machte kontinuierlich Fortschritte in allen Bereichen. Verletzungsbedingte Pausen blieben vor allem wegen der Panzerhandschuhe nicht aus. Ihre kämpferischen Fähigkeiten verbesserte sie zu einem in Trainingskämpfen gegen Rogue, aber auch indem sie gegen die Fauna der Insel kämpfte - ausgenommen der Säugetiere. Um schneller zu werden, eignete sich das Gelände rund um die Ruine. Dort konnte Serena immer wieder Runden drehen, bis sie außer Puste war. Der Piratenkapitän stoppte dabei die Zeit und zählte die Runden.
Rogue war in Großem und Ganzen zufrieden mit Serenas Fortschritten, doch selbst nachdem sie zwei Jahre lang trainiert hatten, während denen er später nur noch der Beobachter war. dachte er, dass der entscheidende Schritt fehlte, damit er das Training als erfolgreich werten konnte. Er tüftelte ohne Serenas Beisein einen Plan mit seinen Kameraden aus. Er glaubte zu wissen, wo das Problem lag. Serena hatte es ihm erklärt. Sie sehnte sich nach Rache an den "Saviors", die sich in Puderado aufhielten. In einem Gespräch konfrontierte er Serena mit seinen Überlegungen. Dabei erklärte er ihr: "Ich glaube, dass du mit deinen Gedanken zu sehr auf Rache an diesen sogenannten 'Saviors' aus bist, als dass du wirklich einen klaren Gedanken fassen kannst. Du hast mir erzählt, dass sie dir viel Leid zugefügt haben, aber dabei solltest du eines wissen: Diese 'Savior' sind nur die Marionetten des Königs. So ähnlich wie die Cipher Pol-Agenten die Marionetten der Weltregierung sind. Wenn du also Rache willst, dann solltest du dich an dem König rächen. ... Wie es der Zufall will, hatten meine Leute und ich vor, die Schatzkammer des Schlosses zu plündern. Ich erkläre mich bereit, dich an Bord meines Schiffes mitzunehmen, sobald du deine Rache bekommen hast, deshalb frage ich dich: Möchtest du endlich deine Rache bekommen?" Serena hörte Rogue gespannt zu und ließ seinen Vorschlag einen Moment lang auf sich wirken. Sie erhielt eine Chance, um ihre Heimatinsel zu verlassen und ihre eigene große Reise zu beginnen. Eine Gelegenheit, um sich der Aufgabe anzunehmen, die Porneglyphe zu finden und die wahre Geschichte zu entschlüsseln. Solch eine Gelegenheit würde sie so schnell nicht wieder bekommen. Und wenn sie dadurch auch noch ihre Rache bekam, dann umso besser. Mit dem König hatte sie ohnehin noch ein ernstes Wörtchen zu sprechen. Prinzessin Elenas Worte hatte sie nicht vergessen. Deshalb nickte sie Rogue zu und antwortete: "Ich bin dabei. Wann geht es los?"

Rogue setzte sich augenblicklich mit seiner Crew auseinander und leitete alles in die Wege. Er offenbarte ihnen und Serena seinen Plan, den er in aller Ruhe ausgeklügelt hatte. Am Ende war es ein recht simpler Plan. "Meine Crew und ich werden in der Stadt für Aufruhr sorgen und damit die Aufmerksamkeit der 'Savior' auf uns lenken. Serena, du nutzt währenddessen die Gelegenheit und deine Schnelligkeit, um den Palast zu stürmen und Rache am König auszuüben. Und anschließend plünderst du die Schatzkammer des Schlosses. Damit erweist du dich gleichzeitig auch als eine würdige Piratin.", stellte Rogue seinen Plan vor. Alle wussten, was zu tun war. Der Angriff sollte mitten in der Nacht beginnen. Rogues Crew segelte mit dem Schiff zum Hafen Puderados während Rogue selbst und Serena von Westen die Stadt betraten. Ein Angriff an zwei Fronten.

Wie geplant startete erst am übernächsten Tag der Angriff, da der Weg nach Puderado von Phantom's Hall aus eben seine Zeit brauchte. Zumindest ohne Bolidechse. Der Angriff fand deshalb tagsüber statt, da zu dieser Tageszeit einige "Savior" außerhalb von Puderado unterwegs waren. Am Ziel angekommen schlichen Serena und Rogue in die Stadt, zunächst noch ohne Aufsehen zu erregen. Sie hatten eine Uhrzeit ausgemacht, wann die Piratenbande mit den Angriffen beginnen würde. Punkt 12 Uhr. Eine Stunde zuvor verteilten sich die Piraten überall im östlichen Teil der Stadt auf. Serena und Rogue trennten sich ebenfalls, damit die Pinkhaarige das Schloss stürmen konnte. Sie war bereit dafür und als es schließlich 12 Uhr mittags schlug, setzten die Piraten den Plan in die Tat um. Im Osten Puderados ließen sie ein paar Bomben hochgehen. Auf Zivilisten nahmen sie in dem Fall wenig Rücksicht. Die sich in der Stadt befindenden "Savior" wurden recht schnell aktiv. Die in der Stadt verteilten Posten, die auf Patroille waren, erreichten nahezu sofort den Ort des Geschehens. Die Piraten wurden aber schnell mit ihnen fertig, ließen aber stets einen übrig, der Verstärkung anfordern konnte. Serena wartete noch ein wenig ab. Wenn sie zu früh den Palast stürmte, müsste sie sich auch noch an einigen "Saviors" vorbeikämpfen und die Kräfte wollte sie sich sparen.
Am Ende wartete Serena etwa bis halb Eins mittags ab, bevor sie losrannte und geradewegs in den Palast rannte. Der König war wegen der angreifenden Piraten in heller Aufregung und wurde zunehmend wütender, je länger es dauerte, bis der Angriff unterbunden wurde. Elena, die in den letzten Jahren eine noch viel schönere Prinzessin geworden war, als sie es vor sechs Jahren bereits war, versuchte ihren cholerischen Vater zu beruhigen. Als Dank erhielt sie eine Ohrfeige, da er seine Wut nicht unter Kontrolle hatte. Schließlich stürmte Serena in den Thronsaal, was den König noch viel wütender werden ließ. Er bezeichnete seine Untertanen als nutzloses Pack. Die anderen überraschte Serena mit ihrem Auftritt, nur Elena freute sich darüber, sie zu sehen. "Serena!", rief sie freudig und lief auf ihre Freundin zu. Auch Serena freute sich über das Wiedersehen und die beiden jungen Frauen fielen sich für einen kurzen Moment in die Arme, bis Serena die Umarmung löste und erklärte: "Tut mir Leid, Elena, aber ich bin nicht wirklich gekommen, um dich zu sehen. Stattdessen will ich mich am König rächen." Elena war ein wenig enttäuscht, aber sie wollte Serena komischerweise nicht im Weg stehen. Sie versteckte sich hinter der Pinkhaarigen und ließ sie machen.
Nachdem die Prinzessin Serenas Namen ausgesprochen hatte, war der König still geworden. Er dachte laut darüber nach, woher er den Namen kannte. Sein Diener erinnerte ihn daran, dass sie die Freundin seiner Tochter war, woraufhin der König sich erinnerte und laut dachte, dass er wegen ihres Namens die Weltregierung informiert hatte, da er den Nachnamen von einem Steckbrief kannte. Kurz darauf stand ihm der Schock ins Gesicht geschrieben und wunderte sich darüber, dass sie noch lebte, denn er hatte angenommen, dass die Weltregierung sie und ihren Großvater getötet hatte. Daraufhin wurde Serena einiges klar. Wie Rogue ihr erklärt hatte, war der König die Wurzel allen Übels auf dieser Insel - neben den Tyrannen. Er trägt also nicht nur Schuld am Tod meines Vaters und an Tysons Entführung, sondern ist auch Schuld daran, dass die Weltregierung Opa gefunden hat?, ging es Serena durch den Kopf. Nun gab es für sie kein Halten mehr.
Serena aktivierte ihre Panzerhandschuhe und lief langsam auf den König zu. Eine Person stellte sich ihr noch in den Weg: Der Diener des Königs. Er versuchte seine Majestät mit allen Mitteln zu beschützen, aber letztendlich hatte er ihr nichts entgegenzusetzen. "Aus dem Weg, Tischtuchfalter!", sprach Serena, kurz bevor sie ihn mit einem Impuls aus ihren Handschuhen an die Wand zu ihrer linken schleuderte. Danach ging sie bestimmt weiter auf den König zu und sah ihn bedrohlich an, während sie sich ihm näherte. Der König merkte, dass sie es ernst meinte und bekam es mit der Panik zu tun. Er versuchte auf Abstand zu bleiben, aber er ließ sich auf den Balkon drängen, von dem es kein Entrinnen mehr gab. Serena verfolgte ihn stur und sprach auf dem Balkon schließlich zu ihm: "Du bist also dafür verantwortlich, dass mein Opa gefunden und ermordet wurde. Und du bist derjenige, der die 'Savior' befehligt, die meinen Vater getötet und mir Tyson entrissen haben. Und Elena hat mir damals noch viel mehr erzählt. Für all diese Taten wirst du jetzt büßen." Die Panik des Königs legte sich für einen Moment und er erwiderte, dass er keine dieser Taten bereue. Über jede einzelne habe er sich amüsiert und ganz besonders darüber, dass der den Agenten der Weltregierung auf Sylvester angesetzt hatte. Daraufhin kochte Serena vor Wut. Mit Ausnahme des Todes ihrer Mutter war der König für all das Leid verantwortlich, dass ihr widerfahren war. Heute war der Tag der Abrechnung. Serena näherte sich dem feigen König, der sich immerzu hinter seinen "Savior" versteckt hatte, und hob ihn an seinem Kragen hoch. Mit einem Impuls hätte sie ihm jetzt seine jämmerliche Visage entstellen können, aber das war ihr noch zu langweilig. Stattdessen formte sie ihre Panzerhandschuhe wieder in Armbänder um und ließ den König wieder fallen. "Du bist den Aufwand gar nicht wert.", sagte sie ihm direkt ins Gesicht, bevor sie sich umdrehte und sich wieder entfernte. Der König stand auf und ließ einen abfälligen Kommentar über Serena los, von wegen, dass sie keinen Mumm in den Knochen habe. Sie blieb abrupt stehen und zog eines ihrer Kurzschwerter, dass sie wenige Sekunden lang ansah. "Ich, Serena Caruso, habe vielleicht viele Fehler...", sprach Serena, bevor sie sich umdrehte, mit einem Satz auf den König zustürmte und ihm mit beiden Händen ihr Kurzschwert ins Herz rammte. Sie nahm ihren Fuß zu Hilfe, um ihr Schwert wieder aus seinem schwabbeligen Körper herauszuziehen, wodurch er über das Balkongeländer kippte und in die Tiefe stürzte. Noch bevor sein Körper sich im freien Fall befand, sprach sie zu Ende: "... aber Aufhören gehört nicht dazu." Serena blickte auf die Klinge ihres Kurzschwertes, an der das Blut des Königs klebte. Als sie dieses betrachtete, fühlte sie sich mit einem Mal sehr erleichtert. Sie war sich nicht sicher, ob ihr Vater, ihr Großvater oder Tyson dies so gewollt hätten, aber sie war der Meinung, dass sie damit ihre Gerechtigkeit bekommen hatte.
Nachdem sie König Anchantia ermordet hatte, ging Serena wieder auf ihre Freundin zu, der sie noch etwas sagen musste. "Es tut mir Leid, dass ich deinen Vater umgebracht habe. Ich weiß wie es ist, ein Elternteil zu verlieren. Aber ich denke wir sind uns einig, dass dem Land damit nur geholfen ist. Er war ein Tyrann, du hattest damals selbst schlecht über ihn gesprochen. Außerdem denke ich, dass du, sobald du Königin wirst, einiges in diesem Land verändern wirst." Elena war über Serenas Tat zutiefst schockiert, aber auch sie fühlte sich auf eine Art erlöst. Vermutlich war sie Serena deshalb nicht böse. Sie nickte der Pinkhaarigen zu und erwiderte: "Noch ist meine Mutter da, die künftig über das Land herrschen wird. Aber Veränderungen brauchen seine Zeit und das Verhalten der 'Savior' lässt sich vermutlich nicht so schnell umstellen. Aber ich verspreche dir, dass ich, sobald ich über Nascal regiere, mein Bestes tun werde, um für Frieden zwischen unseren Völkern zu sorgen." Die Freundinnen lächelten sich gegenseitig an, während Elena trotzdem ein wenig ihrem Vater nachtrauerte. Serena konnte sie verstehen. Egal wie schlimm er war, so war er doch immer noch ihr Vater. Sie fühlte sich selbst ein wenig taktlos, als sie Elena darum bat, sie zur Schatzkammer zu führen. Elena kicherte auf, da sie sich daran erinnerte, wie verrückt Serena damals schon nach Geld war. Serena stellte jedoch noch klar, dass sie die Schatzkammer für die Piraten, die die Stadt angegriffen hatten, plündern wollte. Dabei erfuhr Elena letztendlich auch, dass Serena plante, Arénicañón zu verlassen. Die Prinzessin wollte der künftigen Piratin aber nicht im Wege stehen und führte sie zur besagten Schatzkammer. Auf dem Weg dorthin drückte sie noch ihre Sorge aus, dass Serena nicht alles tragen könne, was sich darin befände. Dazu meinte Serena: "Ich denke, dass wissen die Piraten auch und deshalb denke ich, dass es darum gar nicht geht. Ich trage eben so viel wie ich kann und wenn sie mehr wollen, dann komme ich eben wieder." Serena war sich bewusst, dass Elena so nett zu ihr war, weil sie Freundinnen waren. Wenn jemand anderes ihren Vater getötet hätte, wäre sie vermutlich nicht so gnädig gewesen.
Serena nahm wie angekündigt aus der Schatzkammer des Königlichen Palastes mit, wie sie tragen konnte. Daraufhin verabschiedete sie sich von Elena. Beide hofften, dass sie sich eines Tages wiedersehen würden, doch war beiden bewusst, dass Serenas Tat Konsequenzen haben wird. Dafür gab es zu viele Zeugen und allein wegen der Ermordung des Königs würde die Weltregierung höchstwahrscheinlich davon erfahren, dass sie doch noch lebte. Serena stellte sich darauf ein, dass sie bald wie ihr Großvater auf der Flucht vor der Weltregierung sein würde. Sie hoffte nur, dass Elena nicht noch Probleme gab, da sie ihr dabei half, die Königsfamilie zu bestehlen. Die Prinzessin versicherte ihr, dass sie sich was einfallen ließ. Nach dem erfolgten Abschied machte Serena sich mit einem ganzen Sack voller Schätze auf den Weg zum Piratenschiff. Die 18-jährige schlich ein wenig durch die Stadt, da überall noch "Savior" waren, die nach Piraten suchten oder verletzten Verbündeten und Zivilisten halfen. Am Ziel angekommen sah sie, dass die Piraten bereits zum Schiff zurückgekehrt und bereit zum Ablegen waren. Serena hatte allerdings noch eine Bitte. Sie musste noch ein Versprechen halten, bevor sie zusammen mit den Piraten Segel setzte und ihre Heimat verließ. Die Piraten erfüllten dem Waisenkind gerne die Bitte. Am Ende war es ein Befehl des Kapitäns noch einmal zur westlichen Küste zu segeln. Rogue wollte anschließend noch wissen: "Wie fühlst du dich jetzt, Serena?" Sie antwortete ihm direkt: "Schwer zu beschreiben... Erleichtert... Befreit... Ich hatte das Gefühl, dass die Insel mir diese Aufgabe übertragen hat und ich sie nur erfüllt habe, womit ich von dieser Aufgabe losgelöst bin. Du verstehst bestimmt, was ich sagen will." Rogue nickte bloß noch.

Das Piratenschiff legte nach einigen Stunden wieder an der Westküste an. Die Piraten konnte getrost auf dem Schiff auf sie warten. "Ich komme so schnell wie möglich wieder. Ich möchte mich nur von meinen Freunden verabschieden. Danach komme ich sofort wieder." Dass dies trotzdem ein paar Stunden dauern könnte, verschwieg sie ihnen. Serena rannte nach Rocuenco. Ein paar Tiere kreuzten ihren Weg, aber zum Glück kein Tyrann, weshalb sie sie einfach in Ruhe ließ und weiterrannte. Als sie in Rocuenco ankam suchte sie nicht zuerst nach Brandon und Daryl, sondern nach Carter, dem sie noch etwas zu sagen hatte. Den Anführer Rocuencos fand sie in seiner "Kommandozentrale", wie er diesen Ort immer genannt hatte. Carter war überrascht, dass Serena sich wieder blicken ließ, aber er empfand ihren Besuch als eine freudige Überraschung. Die Neuigkeiten über die Ereignisse in Puderado hatten ihn anscheinend noch nicht erreicht. Dies teilte sie Carter damit mit, den diese Nachricht sichtlich schockierte. Er verstand dies aber auch als Warnung, da Puderado einen Rachefeldzug gegen Rocuenco starten könnte. Was dies für seinen pinkhaarigen Schützling bedeutete, war ihm natürlich auch klar. Doch Serena wich vom Thema ab. "Ich muss dir noch etwas Wichtiges sagen, Carter. Ich werde recht bald mit einer Piratenbande, Freunden meines Opas, die Segel setzen und Arénicañón verlassen. Du sollst aber noch wissen, dass ich die Nachricht des Porneglyphs verbreiten werde. Die Stadt muss den Stein also nicht mehr beschützen. Rocuenco hat diese Aufgabe erfüllt." Carter fiel ein Stein vom Herzen. Er hat diese Aufgabe zwar nie als Last empfunden, aber dass er sich fortan keine Sorgen mehr um die Ruine machen musste, erleichterte ihn sehr. Der muskulöse Mann nahm Serena in seinen Arm und meinte: "Danke, Serena! Du nimmst uns damit eine Aufgabe ab, die uns vor langer Zeit auferlegt wurde. Aber es wird alles beim Alten bleiben. Was immer auch auf dem Stein steht - du brauchst es mir nicht zu erzählen - wurde nicht umsonst in diesen Stein gehauen. Auch künftig soll der Stein für die Nachwelt erhalten bleiben. Alles was ich dir nur noch wünschen möchte, ist eine gute Reise und dass du glücklich wirst." Carter vergoss ein paar Tränen, dasselbe galt für Serena. Somit hatte sie sich schon mal von ihm verabschiedet.
Als nächstes waren dann Brandon und Daryl an der Reihe. Von ihren besten Freunden musste sie sich auf jeden Fall noch verabschieden. Serena sah zuerst bei ihnen Zuhause nach ihnen. Dort waren sie aber nicht aufzufinden. Danach sah sie sich an Orten um, an denen sie sich häufig aufgehalten hatten. Auch dort waren sie nicht zu finden. Nur um sicherzugehen, dass sie dort ebenfalls nicht waren, sah sie in ihrer inzwischen ehemaligen Behausung nach. Dort hielt sich ebenfalls niemand auf. Ausgerechnet ihre besten Freunde waren nirgendwo aufzufinden. Es dauerte ein wenig, aber schließlich kam die Pinkhaarige dahinter, dass die zwei noch unterwegs sein könnten. In diesem Fall würden die zwei sicher irgendwann wiederkommen. Serena wartete deshalb an einem Ort, an dem im Laufe des Tages praktisch jeder vorbeikam. Sie saß auf dem durch die Sonne erhitzten Stein und wartete darauf, dass Daryl und Brandon sich zeigten. So wartete sie, bis es Abend wurde.
Rogue und seine Leute machten sich bestimmt Sorgen um Serena. Sie ließ die Piraten auch schon deutlich länger warten, als sie es ihnen versprochen hatte. Doch das war ihr egal. Ihr Versprechen wollte sie unter keinen Umständen brechen, so ungern sie sich diese womöglich einmalige Chance entgehen lassen wollte. Allmählich fing die Seefahrerin in spe aber an zu glauben, dass die Jungs ihr bewusst aus dem Weg gingen. Sie versank in Gedanken, woran das liegen könnte, als sie plötzlich von einer ausgebüchsten Bolidechse umgerannt wurde. Das flinke Reptil sah sich nach dem Zusammenstoß kurz um, ehe es wieder davonraste. Serena sah dem Tier hinterher und schrie diesem nach: "Pass das nächste Mal gefälligst besser auf, wo die herrennst." Die Echse war noch in Sichtweite, als Serena eher zufällig etwas in dessen Schnauze entdecken konnte. Hastig fasste sie sich an die Ohren. "Me-Me-MEINE OHRENSCHÜTZER!! GIB SIE WIEDER HER!", rief Serena, die danach sofort die Verfolgung aufnahm. Ihre Hände behielt sie schön an ihren Ohren, doch merkte sie selbst, dass sie nicht so schnell rennen konnte, wie es normalerweise der Fall war. Ihre fehlenden Ohrenschützer waren der Auslöser dafür, allerdings nicht der eigentliche Grund, der dahinter steckte. Sie verzichtete beim Rennen auf die Bewegung ihrer Arme. Kein Wunder, dass sie nicht richtig an Geschwindigkeit aufnahm. Als sie dies selbst realisierte, überlegte sie: Vielleicht sollte ich einfach meine Hände runternehmen. Aber was ist, wenn Sand direkt in meine Ohren fliegt. Nein, das will ich nicht. Es war längst kein Geheimnis mehr, dass Serena die entflohene Bolidechse verfolgte. So ziemlich jeder Bewohner, an dem sie vorbeisauste, feuerte sie an, dass Tier zu fangen. Was Serena dabei nicht mitbekam war, wie sich danach jeder zurückzog. Wohin wusste sie ebenfalls nicht. Die Leute motivierten die Pinkhaarige dazu, die Bolidechse zu fangen. Als ob sie das nicht auch so schon vorgehabt hätte. Aber erst durch das Zurufen der anderen, traute sie sich, ihre Hände von ihren Ohren runterzunehmen und wie gewohnt zu laufen. Die Bolidechse war aber auch dann nicht leicht zu fangen, selbst wenn Serena so schnell rannte wie sie konnte. Ihr einziger Vorteil war es, dass sie das Reptil verfolgte und nicht erst noch überlegen musste, wo sie lang rennen sollte. Am Ende war dies auch der Grund, wieso sie aufholte und die Echse fangen konnte, da diese häufiger kurz stehen blieb und sich umsah. Sowie sie die Bolidechse geschnappt hatte, nahm sie ihre Ohrenschützer wieder an sich und setzte sie wieder auf. Dass diese bis eben noch im Maul der Echse waren, störte sie dabei absolut nicht.

Die Bolidechse rannte weiter, nachdem Serena wieder hatte, was ihr gehörte. Serena bekam kurz darauf das dumpfe Gefühl, dass sie die Echse hätte festhalten sollen. Deshalb folgte ihr Blick der Echse, die auf zwei Gestalten zurannte. "Du bist seit damals um einiges schneller geworden, Serena!" "Wir wussten, dass du es schaffen würdest, den 'Ausreißer' zu fangen. Auch wenn da etwas nachgeholfen werden musste." Diese Worte richteten zwei ihr sehr vertraute Stimme an sie. Da waren sie nun endlich: Brandon und Daryl. Serena ging auf die beiden zu und sagte zu ihnen: "Na endlich! Ich habe euch schon überall gesucht." Darauf antwortete Brandon: "Das wissen wir. Wir haben gesehen, wie du zu Carter gegangen bist. Da wussten wir schnell, dass du gekommen bist, um dich zu verabschieden." "Aber wir wollten dich nicht so schnell gehen lassen. Wir wollten zuerst noch sehen, ob du auch schon bereit bist, die Insel zu verlassen.", ergänzte Daryl seinen besten Freund. Serena sah die beiden fragend an, woraufhin sie erklärten, dass sie sich diesen Test schon vor einiger Zeit ausgedacht und die Bolidechse darauf trainiert hatten, Serena ihre Ohrenschützer zu stehlen. Serena antwortete daraufhin: "Okay. Ich weiß, dass ich mir fest vorgenommen habe, irgendwann schneller als eine Bolidechse zu sein. Aber das zählt nicht. Sie hatte hier doch gar nicht genug Freiraum. Ich wollte draußen in der Wüste schneller als eine Bolidechse rennen können..." Die Jungs schnitten ihr das Wort ab und waren da anderer Meinung. Serena konnte die Bolidechse fangen, ohne sie in eine Falle zu locken. Und das war es, was ihrer Meinung nach zählte. Danach meinten sie noch, dass Serena ohne eine Abschiedsfeier ganz sicher nicht davonkäme. Dies war das Stichwort für die anderen Bewohner, die sich bisher im Hintergrund gehalten hatten. Alle waren sie gekommen, um für Serena eine Feier anlässlich ihres Abschieds zu feiern. Dies ließ sich die Abenteuerlustige nicht nehmen. Die Rocuencaner feierten nach Lust und Laune die ganze Nacht durch. Die potentielle von Puderado ausgehende Gefahr nahm in dieser Nacht niemand wahr. Doch nachdem die Feier ihr Ende fand und nur noch Brandon und Daryl vor Ort waren, wurde es wirklich Zeit für den Abschied. Serena fiel den Jungs in die Arme. Sie war wegen der Feier ganz gerührt, sodass sie ihre Tränen nicht zurückhalten konnte. Abschied nehmen war nicht einfach, auch für sie nicht. Einerseits vermisste sie ihre Heimat jetzt schon, aber andererseits freute sie sich auch auf ihre bevorstehende Reise. Ein kleines Abschiedsgeschenk hatten die Jungs auch noch: ein neues Paar Ohrenschützer. Sie glaubten, dass sie ihr die schuldig waren, nach dem, was die Echse ihretwegen getan hatte. Außerdem gaben sie Serena das Geld mit, das sie vor ein paar Jahren für die Rettung der Prinzessin erhalten hatte. Außerhalb Arénicañóns konnte sie das Geld bestimmt gebrauchen. Anschließend machte sich Serena auf den Weg zurück zum Piratenschiff. Dort erwartete sie eine weitere Überraschung. Die Palap - angeführt von Mikani - waren zum Schiff gekommen, nachdem sie irgendwie davon Wind bekommen hatten, dass Serena die Insel verlassen wollte. Der Abschied von ihren Palap-Freunden wurde nun aber kurz gehalten. Die flauschigen kleinen runden Wesen überfielen sie nur kurz in größeren Gruppen und umarmten sie. Nachdem dies ein Ende gefunden hatte, betrat Serena das Piratenschiff und ihre Reise begann.


Kapitel XIV: Der "Jungbrunnen"

Serenas große Reise an Bord des Schiffes des Rogue-Piratenbande hatte begonnen. Sie war 18 Jahre jung, genauso wie ihr Großvater eins, als er loszog, aber dieser Tatsache war sie sich nicht bewusst. Solange sie konnte blickte sie zurück zu Arénicañón, doch sowie die Insel in der Ferne verschwand, hörte sie auf damit und gesellte sich zu den anderen Piraten. Zunächst einmal wurde gefeiert. Rogue und seine Leute hießen Serena an Bord des Schiffes und in der Crew willkommen. Serena sah sich selbst aber nicht wirklich als ein Teil der Crew. Ihr lag nichts daran, eine Piratin zu werden. Sie bezeichnete sich selbst lieber als Archäologin, wie Sylvester einer war, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die wahre Geschichte aufzudecken. Die Rogues geizten nicht mit dem Rum und gaben sogar Serena etwas ab, die prompt an dem Gesöff nippte. Zuerst ekelte sie sich vor dem Geschmack der "Plörre" - wie sie sie nannte. Die Piraten stachelten sie aber dazu an, mehr zu trinken, was sie daraufhin auch tat. Das Ende der Geschichte war, dass Serena der Rum dann doch schmeckte und sie immer mehr haben wollte, bis sie so betrunken war, dass Rogue dem ein Ende setzte. Nicht nur dem Trinken, sondern auch der Party an Bord des Schiffes.

Am nächsten Tag, nachdem Serena ihren Rausch ausgeschlafen hatte, was die zwei miteinander vereinbart hatten. Serena bekam ihre Rache, nun konnte das Training richtig beginnen. Serena nickte dem in die Jahre gekommenen Piraten zu und fühlte sich bereit dazu. Rogue sprach zu ihr: "Dir ist bestimmt bewusst, dass der König kein Gegner für dich war. Andere Gegner werden es dir nicht so leicht machen. Sie werden deine Wut ausnutzen und sie gegen dich verwenden. ... Besser Kämpfer haben sich besser unter Kontrolle! Genauer gesagt, besitzen sie die Kontrolle über ihren Körper. Wut vernebelt die Sinne. Doch ich denke, dass du deine Wut nun in den Griff bekommst." Serena bestätigte seine Annahme mit einem Nicken. Sie glaubte ebenfalls, dass ihr Verlangen nach Rache gestillt worden war. Wenn sie überhaupt noch Rache nehmen wollte, dann an der Weltregierung, allerdings nicht auf dieselbe Art und Weise, wie sie sich am König gerächt hatte. Sie setzte stattdessen das Bestreben ihres Großvaters fort, die Porneglyphe, die überall auf der Welt verstreut waren, zu finden und die wahre Geschichte zu entschlüsseln. Ihr Großvater Sylvester war der festen Überzeugung, dass in ihnen von den Gräueltaten der Weltregierung berichtet wird und diese galt es, in der Welt zu verbreiten. Rogue sprach weiter: "Ich hoffe, du hast den Rum gestern Abend genossen. Denn ab sofort wirst du wieder nur von dem Nötigsten leben, wie du es gewohnt bist. Das alles ist Teil deines Trainings um die hohe Kunst der Körperbeherrschung zu erlernen." Serena verstand und zeigte sich entschlossen. Doch sie warf ein: "In Ordnung. Ich bin bereit dafür, alles auf mich zu nehmen, was es braucht, um die Kunst zu erlernen. Allerdings habe ich eine Bedingung: Die ganze Crew muss mit mir fasten." "WAAAAAAAAAAAS?!!!", kam es im Chor von den anderen Piraten, doch Rogue willigte ein und er meinte, dass das einen Haufen Geld sparen würde. Auch wenn Piraten sich eh nahmen, was sie wollten, wie er sich dazu noch äußerte. Anschließend begann sofort Serenas wohl härtestes Traning ihres Lebens.

In der folgenden Zeit trainierte Serena hart, um Rogues Erwartungen zu erfüllen und das Seimei Kikan zu erlernen. Das war alles andere als einfach. Auch wenn sie schonmal drei Jahre lang damit zu kämpfen hatte, litt sie großen Hunger, den sie am liebsten immer sofort gestillt hätte. Noch viel mehr litten aber Rogues Crewmitglieder, die am liebsten nach jedem erfolgreichen Beutezug, nach jeder erfolgreichen Auseinandersetzung mit der Marine oder anderen Piraten feiern und dabei saufen würden. Dank Serenas Bedingung durften sie das nicht. Gefeiert wurde zwar, allerdings ohne jegliche Genussmittel. Es wurde nur gesungen, gelacht, aber nicht auf den Triumph angestoßen. Für Serena ging es dabei vor allem darum, ihre Grundbedürfnisse unter Kontrolle zu bekommen. Die und ihre Gefühle. Sie bekam zwar eigentlich täglich etwas zu essen und zu trinken, jedoch beschränkte sich das auf eine kleine Schüssel Reis und höchstens ein Glas Wasser. Die Piraten hassten sie dafür, dass sie dies ebenfalls mitmachen mussten, aber etwas Gutes hatte das auch. Serena wurden immerzu von ihnen motiviert, ihr bestes zu geben und das Seimei Kikan so schnell wie möglich zu erlernen. Natürlich wollten sie das, denn sie glaubten, dass sie dann wieder leben könnten wie früher. Serenas Training zog sich aber eine Weile hin. Etwa vier Jahre um es genauer zu nennen. In dieser Zeit erlebte Serena mit ihren Freunden, den Rogue-Piraten, zahlreiche Abenteuer, wodurch sie sich ihrem Großvater um einiges näher fühlte. Unterwegs begegneten sie sogar ein paar Palap, mit denen Serena in der Regel schnell Freundschaft schloss. Während ihrer Reise fand sie auch ein paar Porneglyphe, jedoch gaben sie nicht sonderlich viel über die wahre Geschichte preis. Manche dieser Porneglyphe waren ohnehin nur Wegweiser zu dem Porneglyph, das Informationen enthielt.
Serena trainierte nicht nur für das Seimei Kikan, sondern arbeitete auch an ihrem Kampfstil und vor allem an ihrer Schnelligkeit. Es gab selten Tage, an denen sie nicht wie ein Wirbelwind auf dem Schiff herumrannte und sich dabei zum Ziel setzte, immer schneller zu werden. Sobald sie aber eine Insel betraten, tobte sie sich auf dieser aus. Hin und wieder musste sie aber leider auch verletzungsbedingt eine Zwangspause einlegen.

Im Großen und Ganzen machte Serena große Fortschritte. In den vergangenen vier Jahren war die inzwischen 22-jährige ein Stück schneller geworden. Außerdem konnte sie ihre Technik mit ihren Waffen verbessern, da nahezu jeder Rogue-Pirat ein erfahrener Kämpfer und somit ein hervorragender Trainingspartner war. Anfangs hatte sie sich noch schwer getan, doch mit der Zeit wurde sie immer besser und galt sogar als eine der zehn stärksten Kämpfer unter den Rogues. Während ihrer gemeinsamen Reise mit den Piraten schnappte Serena immer wieder Gerüchte auf, von denen sie den Piraten - allen voran Rogue - erzählte. Sobald etwas nach einem Schatz klang, setzten sie sofort die Segel und gingen dem Gerücht auf den Grund.
Neulich schnappten die Piraten auf einer Insel der Grandline ein Gerücht auf, das von einem Jungbrunnen handelte. Als Serena dies hörte, spitzte sie ihre Lauscher und nahm aus dem weiteren Gespräch mit, welches sie belauschte, dass eine Piratenbande davon geredet und sich sofort auf den Weg dorthin gemacht hatte. Rogue interessierte sich sehr für diesen Jungbrunnen, was Serena verstehen konnte. Immerhin war er nicht mehr der Jüngste und wollte sich wieder so fühlen wie früher. Vielleicht wollte er aber auch einfach nur mehr Zeit, um sein Ziel zu erreichen, nämlich das One Piece zu finden, von dem er der Pinkhaarigen desöfteren erzählt hatte. Der Piratenkapitän beschloss, dass er und seine Crew die Verfolgung aufnahmen und ebenfalls nach dem Jungbrunnen suchten. Obwohl sie keinen konkreten Anhaltspunkt hatten, wohin die Piraten unterwegs waren, folgten sie der richtigen Spur und erreichten ein paar Wochen später Sandy Island, auf der sich die verfolgten Piraten ebenfalls aufhielten.

Serena und die Rogue-Piraten hatten in der Hafenstadt Nanohana angelegt. Das Klima auf Sandy Island erinnerte Serena direkt an Arénicañón, ihre Heimat. Allerdings erinnerte sie Nanohana keineswegs an Rocueneco. Dann doch eher an Puderado. In der belebten Hafenstadt häufigte sich aber das Gerede über den besagten Jungbrunnen, so dass Serena und die Rogues wichtige Informationen aufschnappten. Darunter befand sich der Ort, an dem sich der Jungbrunnen befinden soll: Rainbase. Die Bande setzte sofort Kurs auf die nordwestlich gelegene Stadt, nachdem sie eine Karte erworben hatten, wofür sie den Sandora-Fluss entlang segelte. Doch dies reichte nicht, um Rainbase zu erreichen. Ein Fußmarsch durch die Wüste war trotzdem vonnöten. Serena hatte damit das geringste Problem, aber die Rogues passten ihre Kleidung an, um dem Klima zu trotzen. Mitten in der Nacht zogen die Piraten los - nicht alle, da ein paar beim Schiff blieben, um es zu bewachen. Auf dem Weg nach Rainbase beobachtete Serena besonders aufmerksam die Umgebung wie als rechnete sie damit, dass jede Sekunde ein Monster angreifen könnte. Dies wäre auf ihrer Heimatinsel sicher nicht ausgeschlossen, aber Sandy Island schien da weitaus ungefährlicher zu sein. Gegen Mittag erreichten die Piraten die Stadt Rainbase, in der sie sich sofort auf die Suche nach dem Jungbrunnen machten.

Serena suchte in Rainbase nach einem Eingang zu einer Ruine, von der sie vermutete, dass sie unterirdisch war. Aufgrund ihrer Annahme übersah sie das Offensichtliche und wandelte stattdessen auf einer falschen Spur. Erst als einer der Piraten mit einem Poster auf sie und Rogue zu kam, erkannten sie, dass die Suche nach dem Jungbrunnen gar nicht so schwer war, wie gedacht. Allerdings hatten sie sich besagten Jungbrunnen auch etwas anders vorgestellt. "Youth Fountain Poker-Turnier ... Teilnahmegebühr: 10.000.000 Berry ... Hauptgewinn: eine Teufelsfrucht.", las Serena laut vor, was auf dem Poster stand. Das war nun nicht ganz das, was sie sich vorgestellt hatten, aber Rogue war der Meinung: "Eine Teufelsfrucht ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Und das nötige Kleingeld haben wir durch unseren letzten Beutezug und unseren Ersparnissen in den letzten vier Jahren zufällig auch übrig. ... Das ist eine einmalige Gelegenheit. Die sollten wir uns nicht entgehen lassen. Und wer weiß, ob die Teufelsfrucht nicht in falsche Hände gerät." Serenas Segen hatte er. Zwar hatte sie auf Rocuenco nie etwas von Teufelsfrüchten gehört, wohl aber in der gemeinsamen Zeit mit den Rogues. Deshalb dachte auch sie, dass sie diese Gelegenheit nutzen sollten. Vielleicht beinhaltete die Teufelsfrucht sogar Kräfte, die einem ewige Jugend schenken konnte. Anschließend befahl Rogue seinen Kameraden, sich ein Bananenkrokodil der S-Klasse zumieten, zurück zum Schiff zu rasen und dort das nötige Geld zu holen, sprich alles was sie hatten, denn er wollte seine Chancen auf den Gewinn vergrößern, indem möglichst viele seiner Leute daran teilnahmen. Sein Befehl wurde sofort ausgeführt und schon am Abend waren seine Crewmitglieder wieder zurück - noch rechtzeitig zum Anmeldeschluss. Dennoch gab es eher schlechte Neuigkeiten, die Rogues Pläne zunichte machten. Die Bande hatte noch etwa 27 Millionen Berry übrig, also gerade mal genug für zwei Teilnehmer aus den eigenen Reihen. Aber das machte Rogue überhaupt nichts. "Dann spielen eben nur Serena und ich. Das wird schon genügen." Bei seinen Crewmitgliedern fand er da nicht gerade Zustimmung, Serena selbst hielt sich zurück. Rogue erklärte dann, dass er nur Serena und sich selbst zutraute, dass sie ihre Emotionen voll und ganz unter Kontrolle halten und gelassen bleiben konnten, also ein Poker Face auflegen konnten. Er wollte damit nicht sagen, dass er seinen Leuten nicht vertraute, aber er war trotzdem der Auffassung, dass jeder einzelne von ihnen sich verraten würde.
Nach der erfolgreichen Anmeldung hieß es zunächst noch sich etwas in Geduld auszuüben, denn das Turnier startete erst am nächsten Abend. Im Klartext hieß das, dass sie sich von den übrigen 7 Millionen Berry eine Unterkunft leisten mussten. Am nächsten Morgen fragte Rogue Serena: "Fühlst du dich bereit für heute Abend? Du weißt doch, wie man Poker spielt, oder? Da du nicht gefragt hast, was Poker ist, nahm ich es einfach an." Serena sah Rogue ungläubig an. Sein Plan beruhte auf einer Annahme. Serena fehlten einen Moment die Worte, doch als sie sie wiederfand, antwortete sie: "Scheiße, NEIN! Woher soll ich denn wissen, was Poker ist? Ist das etwa eine Voraussetzung? Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich was gesagt." Rogue und der Rest seiner anwesenden Crewmitglieder fielen von allen Wolken. Doch sah der Piratenkapitän darin kein Problem. Immerhin hatten sie noch Zeit, um Serena das Pokern beizubringen. Das Poker Face hatte sie jedenfalls, wie Rogue es vorhergeahnt hatte, drauf. Über den Tag hinweg brachten die Piraten Serena die Poker-Regeln bei. Die 22-jährige fand diese gar nicht so schwer. Sie erkannte schnell, dass die Kunst darin lag, bluffen zu können, wenn man kein gutes Blatt hatte. Die Rangfolge der Gewinnkombinationen - vom Royal Flush bis zur High Card - verstand sie ebenfalls recht schnell. Am Ende gab es nur noch ein kleines Problem, das die Bande aber mit dem restlichen Geld lösen konnte. Rogue erklärte der Pinkhaarigen, dass es sich für solch ein Poker-Turnier gehörte, wenn man modisch korrekt auftrat. Für sie bedeutete das, dass sie in einem Kleid beim Turnier erscheinen sollte. In Rainbase wurden also noch ein paar Geschäfte auf den Kopf gestellt, um das passende Kleid für Serena zu finden. Dabei halfen ihr die Piraten. Diese rieten ihr zuerst ein rotes Kleid anzuziehen, da es ihrer Meinung Serena hervorragend stehen würde, doch als sie das Kleid sah, meinte sie aufgebracht: "Nein, verdammt! Habt ihr Idioten in den letzten Jahren überhaupt nichts über mich gelernt? Das Kleid ist rot, das beißt sich mit meinen Haaren. Das ziehe ich nicht an! Und jetzt geht mir aus den Augen!"  Am Ende war Serena den anderen doch ein wenig zu Dank verpflichtet, da sie nun selbst ein Bild von ihrem Kleid vor Augen hatte.

Als es Abend und endlich Zeit für den Beginn des Poker-Turniers wurde, betraten Rogue und Serena das Goldregen-Kasino. Der Piratenkapitän hatte sich in einen Anzug gezwängt, während Serena ein aufreizendes figurbetontes blaues Abendkleid trug, das viel von ihrem linken Bein preisgab. Dazu trug sie goldene Sandalen mit Absätzen. Lediglich ihre Ohrenschützer nahmen etwas Glanz aus dem Outfit, aber ohne diese lief sie bekanntermaßen selten herum. Die beiden wurde zu ihren Poker-Tischen geleitet. An dem Turnier nahmen 36 Personen teil, die in der Vorrunde auf sechs Pokertische à sechs Personen aufgeteilt wurden. In der finalen Runde nahmen am Ende die jeweiligen Sieger der einzelnen Tische teil. Glücklicherweise saßen Rogue und Serena nicht gleich am selben Tisch. Serena spielte an diesem Abend im Prinzip zum ersten Mal Poker. Zwar hatte sie im Laufe des Tages ein wenig mit den anderen geübt, aber dies zählte für sie nicht. Die 22-jährige musste also unter Beweis stellen, was sie heute erst gelernt hatte. Die anderen Teilnehmer - nicht nur ihr fünf ersten Gegner - schienen im Gesamten alle mittleren Alters oder in Rogues Alter zu sein. Sie war demnach mit Abstand die jüngste Teilnehmerin und eine der wenigen weiblichen. Die Piraten, die die Rogues verfolgt hatten, nahmen ebenfalls mit zwei Mann an dem Turnier teil. Bevor das Turnier begann, hielt der Veranstalter noch eine kleine Rede und pries in dieser vor allem den Hauptgewinn an: die Reset-Frucht, deren Kräfte einst dem legendären Piraten Tehut innewohnten, der seiner Zeit die Existenz einer ganzen Insel ausgelöscht haben sollte. Klingt abgefahren. Was man mit der Frucht wohl alles anstellen kann., dachte Serena.
Obwohl ihre Mitspieler erfahrener wirkten, gelang es Serena in der Vorrunde als Siegerin hervorzugehen. Damit sicherte sie sich zum einen die 60 Millionen Berry, als auch das Ticket ins Finale, in dem sie das gewonnene Geld wieder einsetzen musste. Auch Rogue gelang der Einzug ins Finale sowie dem Smutje der anderen Piratenbande.
Serena wertete die Vorrunde als Aufwärmrunde. Poker war für sie wirklich kein schweres Spiel, was sie aber vermutlich vor allem dem Training mit Rogue zu verdanken hatte. Sie hatte Gestik und Mimik sowie ihre Emotionen unter Kontrolle und ließ sich deshalb überhaupt nicht anmerken, ob sie nun ein gutes Blatt hatte oder ob sie mit einem schlechten Blatt bluffte. In der Finalrunde kam endlich auch Rogues Plan zum Zuge. Er und Serena hatten sehr unauffällige geheime Zeichen vereinbart, mit denen sie sich absprechen konnten. Rogue war sich aber bewusst, dass richtige Poker-Veteranen auf jede Bewegung achteten, weshalb diese Zeichen nur zur Irreführung der anderen dienten. Serena brauchte darauf also gar nicht zu achten, sondern sollte so spielen, wie sie es für richtig hielt. Als das Finale startete, merkte Serena recht früh, dass der Mitspieler zu ihrer linken ständig zu ihr sah, genauer gesagt ihr linkes Bein musterte. Wie Rogue schon sagte, konnte die richtige Kleidung ebenfalls entscheidend sein. Dieser Herr war jedenfalls von ihrem Anblick abgelenkt, was sie sich im Laufe des Spiels noch zunutze machte. Sie spielte nämlich mit ihrem linken Fuß an seinem Bein herum, womit sie ihn völlig aus dem Konzept brachte. Am Ende verzockte er all sein Geld, womit er allerdings erst als Zweites den Tisch verlassen musste. Vier Spieler waren also noch drin, darunter Serena, Rogue und der Smutje der anderen Piratenbande. Der vierte Mitspieler hatte kurz darauf auch keine Chips mehr, als nächstes musste dann Rogue den Tisch verlassen, sodass nur noch Serena mit dem Smutje am Tisch zurückblieb. Rogue entfernte sich aber nicht allzu weit, da er den weiteren Verlauf des Finales nicht verpassen wollte. Serena und ihr Kontrahent schenkten sich wahrlich keine Chips. Keiner ließ sich etwas anmerken, bis der Smutje den Fehler begang und versuchte Serena in ein Gespräch zu verwickeln. Darauf ließ Serena sich aber nicht ein. In dem Moment wusste sie jedoch, dass er unsicher war. Und diese Unsicherheit machte sie sich zunutze, indem sie fortan die Einsätze erhöhte. Somit zwang sie ihren Gegner desöfteren auszusteigen, sodass am Ende die Blinds spielentscheidend war und Serena als Siegerin aus dem Turnier hervorging. Die 22-jährige, die jüngste Teilnehmerin, hatte nicht nur die Reset-Frucht gewonnen, sondern dazu auch noch 360 Millionen Berry. Ihre Augen fingen dabei vor allem wegen des Geldes an zu leuchten, welches ihr persönlich viel mehr bedeutete, als die Teufelsfrucht.
Nach ihrem Sieg im Youth Fountain Poker-Turnier nahm Serena das Preisgeld und den Hauptpreis, die Reset-Frucht, an sich. In dem Moment wusste sie noch nicht, was sie mit dem Geld anstellen würde, aber sie wusste, dass was sie mit der Frucht anstellen würde. Doch erstmal verließ sie in aller Ruhe das Goldregen-Casino. Rogue folgte ihr unauffällig. Die zwei gingen zurück zu den anderen Rogues, in deren Anwesenheit sie Rogue die Teufelsfrucht gab. Dazu wollte sie den Gewinn mit allen Teilen, aber Rogue verlangte lediglich die 20 Millionen Berry zurück, die als Teilnahmegebühr herhalten mussten. Der Rest des Geldes gehörte seinen Worten zufolge allein Serena. Das Turnier hatte mitten in der Nacht geendet, aber das hielt die Rogue-Piraten nicht davon ab, so schnell wie möglich zum Schiff zurückzukehren. Vorher zogen sich Rogue und Serena aber wieder um.

Wie zuvor auf dem Weg vom Schiff nach Rainbase dauerte der Rückweg ebenfalls seine Zeit. Auf dem Weg lobten die Piraten Serena hoch, bis sie unerwartet überrascht wurden. Die anderen Piraten stellten sich den Rogues in den Weg, da sie sich mit der Niederlage nicht so leicht abfinden wollten. Nun wollten sie die Reset-Frucht und das Geld nachträglich in ihren Besitz bringen. Dagegen hatte nicht nur Serena etwas. Die Rogues und Serena machten sich bereit für den Kampf. Die Archäologin kämpfte mit ihrer Naginata, mit der sie sofort auf die feindlichen Piraten zustürmte. Gerade auf sie hatten die Piraten es am meisten abgesehen, da sie dachten, sie hätte die Teufelsfrucht gegessen. Nach Serena gingen auch die Rogues zum Angriff über und die Auseinandersetzung eskalierte. Die feindlichen Piraten mussten letztendlich nur noch eine weitere Niederlage einstecken. Die Rogue-Piraten ließen ihre Gegner einfach zurück und setzten ihren Weg zu ihrem Schiff fort. Dort angekommen wurde zuerst einmal der doppelte Sieg mit der kompletten Bande gefeiert. Währenddessen ging Rogue auf Serena zu und gab ihr die Teufelsfrucht zurück. "Ich weiß nicht, welche Kräfte diese Teufelskräfte beinhaltet, aber ich bin mir sicher, dass sie in jedem Fall bei dir besser aufgehoben ist. ... Außerdem habe ich ein wenig nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass derjenige, der die Frucht ist, zum 'Jungbrunnen' wird, also anderen ihre Jugend wiedergeben kann. Vielleicht wirst du die Kräfte auch bei dir selbst einsetzen können, aber ich möchte auf jeden Fall, dass du die Teufelsfrucht isst. Du hast sie dir mehr als verdient." Serena nahm Rogues Worte zur Kenntnis und erwiderte: "Ich habe auch ein wenig nachgedacht, Rogue.  Wir sind unzählige Male von der Marine verfolgt worden und manchmal nur knappt entkommen. Ich weiß, dass ihr gesuchte Piraten seid, aber ich bin trotzdem der Ansicht, dass die Marine euch meinetwegen verstärkt auf den Fersen ist. Außerdem habe ich mich noch nie wirklich als eine von euch, als eine Piratin gefühlt. Ich hatte zwar sehr viel Spaß mit euch und bin euch dankbar für alles, aber ich habe mich dazu entschieden, euch hier zu verlassen. Ich denke nämlich, weil diese Insel so groß ist, dass sich hier irgendwo ein Porneglyph verstecken könnte. Und dieses Abenteuer muss ich in dem Fall alleine bestehen." Rogue akzeptierte ihre Entscheidung und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. "Du erinnerst mich an deinen Großvater. Er hat sich auch nie als einen von uns gesehen. Und trotzdem waren wir gute Freunde. Das wird bei dir nicht anders sein." Serena sah Rogue überrascht an. Schließlich aß sie die Teufelsfrucht, die grässlich schmeckte. Danach warteten die zwei ab, bis Serenas Hände plötzlich anfingen pink aufzuleuchten. Rogue forderte sie in dem Moment auf, sie zu berühren, was sie auch tat. Eine wirkliche Veränderung war aber nicht zu erkennen. Serena hatte ihre neu dazugewonnenen Teufelskräfte noch nicht unter Kontrolle, aber diesbezüglich machte Rogue ihr keine Vorwürfe. Während Serena glaubte, dass ihre Kräfte überhaupt nicht wirkten, meinte Rogue, dass er eine Veränderung spüren konnte. Er wollte eine weitere Dosis ihre Teufelskräfte, die er etwas später auch bekam. Bei der einen blieb es aber nicht. Serena wandte ihre Teufelskräfte solange bei Rogue an, bis sich eine Veränderung zeigte und er sagte, dass es gut war. Mittels ihrer Teufelskräfte machte Serena aus Rogue wieder einen jungen Mann, der seine besten Jahre noch vor sich hatte. Serena staunte nicht schlecht, aber gleichzeitig erfüllten sie ihre Kräfte ein wenig mit Angst. Sie sah auf ihre Hände und fragte: "Was ist mit mir passiert?" Rogue beruhigte sie sofort wieder und klärte sie darüber auf, wie der Verzehr der Teufelskraft sich auf sie ausgewirkt hatte. Für den Erhalt dieser Kräfte musste sie die Fähigkeit einbüßen, schwimmen zu können. Er enthielt ihr auch nicht vor, dass es sogenanntes Kairōseki gab, dass ihr die Kräfte nehmen könnte. Nach ihrer Entscheidung, die Piratenbande zu verlassen, wollte er, dass sie auf alles gefasst ist.


Kapitel XV: Auf sich gestellt

Wie Serena es angekündigt hatte, verließ sie die Piratenbande, nachdem Rogue nun wieder etwa Ende Zwanzig war. Bevor sie dies aber wirklich tat, bat sie die Piraten noch, sie ans andere Ufer des Flusses zu bringen. Sie wollte zur Hauptstadt Arbana, um dort mit dem amtierenden König zu sprechen. Ihr war durchaus bewusst, dass es womöglich zu keinem Gespräch kam und dass ihr Vorhaben gefährlich sein konnte. Immerhin könnte die Marine sich in der Hauptstadt aufhalten und ihr dort auflauern, genauso aber auch Agenten der Weltregierung. Wie dem auch sei, ließ sie sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen. Die Rogue-Piraten erfüllten Serena ihre Bitte und brachten sie auf die andere Seite des Sandora, wo sie sich schweren Herzens von der 22-jährigen verabschiedeten. Serena bedankte sich nochmal bei allen für die schöne gemeinsame Zeit und hoffte, dass sie sich eines Tages wiedersähen. Die Piraten meinten nur, dass sie sich jederzeit melden könne, wenn sie Hilfe brauchte. Rogue erinnerte sie daran, weiterhin hart an sich zu arbeiten, damit sie das Seimei Kikan perfektionieren konnte. Davon war sie nämlich noch weit entfernt, konnte sie gerade mal ein wenig ihre Stimme verstellen, aber längst noch keine imitieren. "Jetzt hört schon auf, ihr Mistkerle! Sonst vermisse ich euch noch.", rief Serena den Piraten zu. Die Rogues stachen daraufhin in See. Serena lief ihnen noch gemächlich nach, damit sie noch hören konnte, wie die Piraten ihre Überraschung vorfanden. Die Archäologin hatte den Piraten nämlich nicht nur 20 Millionen Berry überlassen, sondern 260 Millionen Berry. Sie selbst behielt "nur" 100 Millionen Berry, die für sie voll und ganz ausreichten. Irgendwie musste sie das Geld eben auch noch befördern, ein Sack hielt dafür her. Der wichtigste Grund für diese Entscheidung war jedoch, dass sie den Piraten einfach viel zu dankbar war und sich mit dem Geld dafür revanchierte, dass sie sich etwa vier Jahre lang bei ihnen durchgegessen hat, auch wenn es nie wirklich viel war.

Auf sich allein gestellt machte Serena sich auf den Weg nach Arbana. Wer nun dachte, sie würde sich Zeit lassen, der irrte sich. Serena rannte so schnell sie konnte in Richtung Arbana, dessen Standort sie nur von einer Karte kannte. Sie wurde dabei so schnell, dass sie den Sand hinter sich aufwirbelte. Serena erreichte Arbana dadurch wohl schneller, als sie es erwartet hätte. Kaum war sie in Arbana angekommen, machte sie sich sofort auf den Weg zum Königspalast. Dort fand sie aber verschlossene Türen vor. Die königlichen Wachen dachten nicht einmal daran, sie ohne guten Grund zum König zu lassen. Zwar hatte sie ihrer Meinung nach einen guten Grund, aber den konnte sie nicht jedem auf die Nase binden. Als einer der Wachen glaubte, Serena wiederzuerkennen und der andere sie deshalb festhalten wollte, ergriff sie schnell die Flucht.
Serena floh in Richtung Westen vor den Wachen, die sie verfolgten, aber trotzdem schnell von ihr abgehängt wurden. Westlich vom Palast fand sie schließlich eine Stätte vor, bei deren Anblick sie vermutete, dass sich hier in der Nähe das Porneglyph befinden könnte. Ihre Annahme war Grund genug, sich in der Umgebung nach dem Porneglyph umzusehen. Ihre Suche lief hier aber ins Leere. Ein Porneglyph fand sie hier nicht vor, ebenso wenig eine Spur auf einen dieser massiven Steine. Dafür fand sie die Statue einer Seekatze vor. Einer solchen waren sie und die Rogues auf dem Weg nach Sandy Island begegnet. Wäre Serena nicht gewesen, dann hätten die Piraten die Seekatze am liebsten gefangen und auf den Grill geworfen. Die Pinkhaarige konnte das aber verhindern, da eine Seekatze für sie ein Säugetier war, obwohl es vermutlich ein Fisch war. Die Statue zog sie jedenfalls in den Bann, sodass sie sogar vergaß, wonach sie eigentlich gesucht hatte. Plötzlich fanden sie die Wachen, weshalb sie sofort wieder die Flucht ergriff und die Gegend rund um das Mausoleum verließ.

Serena wusste nun nicht wirklich, wo das Porneglyph stecken könnte. Wenn es wirklich nicht in Arbana war, dann könnte es überall auf der Insel versteckt sein. Inzwischen zweifelte sie sogar daran, ob sich überhaupt ein Porneglyph im Königreich Alabasta befand. Der König könnte ihr bestimmt mehr sagen, aber mit dem konnte sie nicht sprechen. Der Königspalast Alabastas war auch nicht so einfach zu stürmen wie der Palast Nascals, der in Puderado stand. Serena gab die Suche noch nicht auf und sah sich nochmal genauer in Arbana - sofern die Wachen es zuließen - und jeder anderen Stadt auf Sandy Island um, doch ihre Suche blieb vergebens, sodass sie am Ende die Suche nach einem Porneglyph auf Sandy Island aufgab. Wobei sie diese nicht direkt aufgab, denn sie behielt die Insel im Hinterkopf und würde Sandy Island eines Tages vielleicht erneut besuchen.

Serena suchte nach einer Mitfahrgelegenheit, um die Insel verlassen zu können. Auf Sandy Island war diese Möglichkeit allerdings nicht so ausgeschlossen, wie auf ihrer Heimatinsel. Die Reset-Frau kehrte dafür nach Nanohana zurück, da dort genug Seefahrer anlegten. Das einzige Problem war nur, dass sie eigentlich niemandem vertrauen konnte. Dies war auch einer der Gründen, wegen denen sie es letztendlich bereute, die Rogue-Piraten verlassen zu haben. Dafür war sie froh, dass sie ihre Identität einigermaßen zu verschleiern wusste. An ihrer Stimmenimitation musste sie noch arbeiten, aber immerhin konnte sie ihre Stimme bis zur Unkenntlichkeit verstellen. Und mit ihrem Umhang konnte sie ihr Gesicht verbergen. In Nanohana fand sie dann ein Händlerschiff vor, das sie mitnahm, nachdem sie ihnen erzählt hatte, dass sie nicht viel zu essen und zu trinken bräuchte. Das Händlerschiff nahm sie allerdings nur bis zur nächsten Insel mit. Dort setzte sich Serena in eine Bar, wo sie dann doch nicht so enthaltsam lebte, wie sie sollte, um das Seimei Kikan zu trainieren, aber das war ihr egal. Sie trank ein wenig Alkohol und belauschte die Leute in der Bar, um alles mögliche aufzuschnappen, insbesondere etwas, das nach einem Abenteuer klang.

Wann immer sie etwas dergleichen hörte, nahm sie sich diesem Abenteuer an. Immer wenn sie ein Porneglyph auf einer Insel vermutete oder jemand einen dieser Steine andeutete, suchte sie danach. Und wenn sie genug von der Insel hatte, dann suchte sie Jemanden, der sie mitnahm. Auf diese Weise reiste Serena drei Jahre lang umher. Auf ihrem Weg gab Serena auch hier und da etwas von ihren 100 Millionen Berry aus, die sie zwischenzeitlich aber auch wieder ein wenig aufstockte. Sowohl das Geld verdienen als auch das ausgeben gefiel ihr sehr. Sie ließ sich für ihre Moneten zum Beispiel am linken Bein ein Tattoo stechen. Ansonsten gab sie ihr Geld für Kleidung, in Bars für Alkohol und auch für Süßigkeiten aus, die sie eines Tages entdeckte und praktisch sofort eine Art Sucht danach entwickelte. Seitdem hat sie auch so gut wie immer Kaugummi bei sich.
Auch wenn Serena ihre Reise sichtlich genoss, vergaß sie nie, dass die Weltregierung sie jederzeit finden könnte. Deshalb vernachlässigte sie auch ihr Training nie. Die inzwischen 25-jährige hatte ihre Körperbeherrschung verbessert und konnte nun auch andere Stimmen imitieren. An ihrer Schnelligkeit sowie an ihrer Teufelskraftbeherrschung hatte sie ebenfalls gepfeilt. Ihr Ziel, so schnell rennen zu können, dass sie Nachbilder von sich selbst erzeugte, hatte sie noch nicht erreicht, aber sie glaubte kurz vor dem Durchbruch zu stehen. Zudem hatte sie noch ein paar wenige Porneglyphe finden können, doch von ihrem Ziel war sie noch weit entfernt. Ihre Reise war aber auch noch längst nicht zu Ende, sondern stand noch immer an ihrem Anfang. Zumindest war sie sich sicher, dass ihr die Welt noch jede Menge Abenteuer zu bieten hatte.


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BeitragThema: Re: Serena Caruso   Mo Jun 13, 2016 8:04 pm

¬ KÄMPFERISCHE DATEN:

Teufelsfrucht: Serena aß von der Reset-Frucht (Modo Modo no Mi), durch die sie zu einem Reset-Menschen wurde. Dadurch hat sie die Fähigkeit erhalten, eine pinke Energie zu erzeugen, mit der sie leblose Objekte sowie Lebewesen sehr präzise in einen früheren Zustand zurücksetzen bzw. verjüngen kann. Diese Fähigkeit beschränkt sich aber nicht nur auf direkten Kontakt, da Serena (mit zunehmender Beherrschung) ebenso Energiebälle auf ihr Ziel schleudern kann. Es liegt in der Natur der Reset-Frucht, dass sie die Zurücksetzung um eine bestimmte Zeitspanne ermöglicht (z. B. 3, 6, 12 Jahre). Daher ist es für Serena anstrengender, wenn sie von dieser Norm abweicht und anstelle von Jahren nur eine Zurücksetzung um Minuten oder Stunden bewirken möchte. Die Wirkung ihrer Teufelskräfte kann die Archäologin wieder selbstständig aufheben. Ansonsten hält sie solange an, bis Serena das Bewusstsein verliert, worunter Schlaf nicht fällt.
Tabelle:
 
Die Kraft der Reset-Frucht lässt sich an einem Individuum bzw. Objekt mehrfach anwenden. Deshalb ist Serena prinzipiell in der Lage, jemanden so lange zu verjüngen, bis seine Existenz ausgelöscht wurde.

Kampfstil: In Rocuenco ist es keine Besonderheit, das Kämpfen zu lernen, so auch für Serena nicht. Zwar lernte sie den Umgang mit unterschiedlichen Distanz- sowie Hieb-, Stich-, Schlag- und Stoßwaffen, doch wie es in Rocuenco üblich ist, spezialisiert man sich auf zwei Waffen. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um eine Distanzwaffe und um eine Hieb-, Stich-, Schlag- oder Stoßwaffe. Dies trifft auch auf Serena zu. Die Archäologin hat sich auf den Kampf mit zwei Kurzschwertern spezialisiert. Diese besitzen jedoch die Eigenschaft, dass sie sich zu einer Naginata kombinieren lassen, mit der Serena entsprechend ebenfalls umzugehen weiß. Des Weiteren verwendet sie zwei Panzerhandschuhe, die ihren Unterarm zum einen schützen und ihr zum anderen u. a. als Distanzwaffe dienen. Mit ihnen kann sie nämlich Geschosse ähnlich wie Pistolenkugeln auf ihr Ziel feuern. Die Panzerhandschuhe sind aber auch im Nahkampf einsetzbar, da sie mit ihnen kinetische Stöße erzeugen kann
Serenas persönlicher Kampfstil baut auf Schnelligkeit auf. Sie ist ein unbändiger Wirbelwind, der sich nicht so leicht stoppen lässt. Serena benutzt diese Schnelligkeit nicht nur, um ihren Gegner mit schnellen Attacken .- egal ob mit oder ohne ihre Hieb- und Stichwaffen - zu bombardieren, sondern auch, um sich ein Bild von ihrer Umgebung zu machen. Dabei sucht sie nach etwas, aus dem sie sich einen Vorteil im Kampf verschaffen kann. Sie benutzt ihre Schnelligkeit allerdings selten, um zu fliehen. Sie erweckt zwar oft den Eindruck, da sie recht oft auf Abstand geht, obwohl sie eher auf den Nahkampf spezialisiert ist, doch ihre Gegner sollten damit rechnen, dass sie wieder zurückkommt und mit dem Schwung, den sie aus dem Anlauf holt, zuschlägt oder -sticht. In der Regel rennt Serena nur dann wirklich weg, wenn sie durch ihre Umgebung im Nachteil ist bzw. keinen Vorteil aus dieser ziehen kann oder wenn sie erkennt, dass sie gegen ihren Gegner keine Chance hat. Letzterer Fall tritt eigentlich nur dann ein, wenn sie der Meinung ist, dass sie mit dem Kampf ihr Leben riskieren würde, was es ihr nur in bestimmten Fällen wert wäre - nämlich wenn die Aussicht auf ein Porneglyph oder eine ansprechend hohe Summe Geld besteht oder auch um einem Säugetier in Not zu helfen. Der Gebrauch ihrer Waffen unterstützt ihre Schnelligkeit bis zu einem bestimmten Grad. Die kinetischen Stöße ihrer Panzerhandschuhe nutzt sie z. B., um überraschend mit ihren Ellenbogen zuzuschlagen. Sie können ihr aber genauso als Starthilfe dienen. Grundsätzlich gilt auch, dass Serena mit vollem Körpereinsatz kämpft, selbst dann, wenn sie von ihren Waffen Gebrauch macht. Insbesondere ihre Naginata benutzt sie gerne, um sich z. B. am Boden abzustützen und den Gegner dann mit ihren Gliedmaßen zu attackieren.
Serena hat das Seimei Kikan erlernt, mit dem sie darauf abzielt, ihren Körper vibrieren zu lassen. Indem sie ihre Stimmbänder vibrieren lässt, kann sie zum Beispiel ihre Stimme verzerren und somit ihren Gegner täuschen. Bislang reicht es noch nicht für mehr.
Die Kräfte der Reset-Frucht gaben Serena die Fähigkeit, Lebewesen und leblose Objekte in einen früheren Zustand zurückzusetzen. Diese Fähigkeit benutzt sie während eines Kampfes bevorzugt an ihrer Umgebung, um ihrem Gegner so das Leben schwer zu machen. Aus diesem Grund verschafft sie sich auch vorher einen Überblick über ihre Umgebung. Dennoch verjüngt sie auch gerne bewusst ihre Gegner, da diese ggf. an Kraft, Ausdauer, Geschwindigkeit etc. verlieren. Serena benutzt ihre Teufelskräfte aber auch genauso außerhalb eines Kampfes. Die Archäologin setzt z. B. Ruinen so lange zurück, bis sie wieder wie neu aussehen. So kann sie dann mit eigenen Augen sehen, wie bestimmte Orte/Plätze früher ausgesehen haben, was für sie einer Zeitreise recht nahe kommt. Sofern sich die Gelegenheit ergibt, wendet sie ihre Kräfte auch im Alltag an, z. B. um dreckiges Geschirr in einen sauberen Zustand zurückzusetzen.
Im Kampf lässt Serena sich nicht so leicht aus der Fassung bringen. Sie bewahrt so gut es geht die Ruhe und verschafft sich immer wieder einen Überblick über ihre Umgebung, um sich eventuell einen Vorteil verschaffen zu können. Außerdem hilft ihr dies, ihr Handeln besser abzuwägen und kein unnötiges Risiko einzugehen. Dies gilt sowohl, wenn sie ihre eigenen Ziele verfolgt, als auch, wenn sie anderen helfen möchte, die ihr etwas bedeuten. Serenas Verhalten ist im Kampf aber nicht mehr so sehr von Vernunft geprägt, wenn ihr Handeln von dem Gedanken an Rache geprägt ist. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn jemand ihr Geld entwendet hat oder jemand in ihrer Gegenwart einem Säugetier geschadet hat. Im letzteren Fall gibt es eine Ausnahme, da sie sich nicht gleich an jemandem rächen will, wenn es sich bei diesem Säugetier um einen Feind handelt, z. B. einen Zoan-Nutzer. Sie kann es ebenso wenig ausstehen, wenn jemand historisch Wertvolles vorsätzlich beschädigt. Gegenüber solchen Leuten - Säugetierquäler, Diebe und Rowdys - agiert Serena generell grausamer, als sie es normalerweise täte. Sollte der Fall eintreffen, dass Serena sich ihrem Gegner weitaus überlegen fühlt, macht sie sich gerne einen Spaß daraus ein wenig mit ihrem Gegner zu spielen. Sei es nun, ob sie nur seinen Angriffen ausweicht, um sich über seine mangelnde Treffsicherheit lustig zu machen, oder ob sie nicht ernsthaft zurückschlägt. So verhält sie sich aber nur so lange sie das Gefühl hat, dass sie kein vermeidbares Risiko eingeht.

Stärken:
Rationales Denken: Viele mögen Serena als Draufgängerin bezeichnen, doch der Schein trügt. Ihr Handeln ist durchaus von Vernunft geprägt, denn sie handelt selten unüberlegt und wägt ihre Entscheidungen gut ab. Letztendlich stimmt es, dass sie risikofreudig ist, aber sie würde selbst in solchen Fällen nicht handeln, ohne es sich vorher gut überlegt zu haben. Letztendlich sieht sie eine Chance auf Erfolg, sobald sie in Aktion tritt. Wäre dies nicht der Fall, würde sie die Füße still halten.

Wärmeresistenz: Serena wuchs auf einer Sommerinsel auf, auf der Wüstenklima herrschte. Deshalb machen ihr wärmere Temperaturen wenig aus. Dennoch ist sie nicht vor Verbrennungen geschützt und es würde womöglich selbst ihr zu heiß werden, wenn sie von glühend heißer Magma umgeben ist.

Analytische Fähigkeiten: Serena besitzt sehr gute Augen und achtet sehr aufs Detail. Als Archäologin hilft ihr diese Eigenschaft weiter, da ihr ansonsten womöglich etwas entgehen würde. Sie ist eine hervorragende Fährtenleserin, wodurch ihr wenig Spuren entgehen. Des Weiteren fällt es ihr nicht schwer, zwischen den Zeilen zu lesen bzw. um die Ecke zu denken. Außerdem kann sie z. B. Alligatoren von Krokodilen unterscheiden.

Trinkfestigkeit: Serena hat den Alkohol zwar erst recht spät für sich entdeckt, doch seitdem sie allein auf ihrer langen Reise ist, besuchte sie öfter Bars, Kneipen, etc., in denen sie immer wieder in den Genuss von alkoholischen Getränken kam. Die Folge daraus ist, dass sie trinkfest wurde.

Unberechenbarkeit: Serena hat im Kampf viel zu bieten. Sie benutzt sowohl ihren Körper als auch ihre Waffen, wodurch sie nicht nur wegen ihrer schnellen Bewegungen für ihren Gegner nahezu unberechenbar ist. Da sie durch das Seimei Kikan dazu in der Lage ist, Gestik und Mimik zu kontrollieren, lässt sich in ihrem Gesicht auch nicht ablesen, was sie als nächstes vorhat.


Schwächen:
Kälte: Serena wuchs auf einer Wüsteninsel auf, wodurch ihr zwar wärmere Temperaturen wenig ausmachen, kältere dafür aber umso mehr. Kälte ist aber nicht nur deshalb eine ihrer Schwächen. Da Serena wie eigentlich jeder Geschwindigkeit aufbaut, indem sich ihre Muskeln aufwärmen, ist Kälte ein Faktor, der diesen Vorgang erheblich im Wege steht. Daraus folgt, dass Serena länger braucht, um auf Hochtouren zu kommen. Des Weiteren fällt es ihr auf Eis schwer zu laufen, da darauf Rutschgefahr droht.

Säugetiere: Diese in der Regel pelzigen Lebewesen haben es Serena schwer angetan. Sie hat alle Säugetiere so gern, dass sie niemals einem wehtun könnte oder würde. Vor allem Zoan-Nutzer, die sich in ein Säugetier verwandeln können, können sich diese Schwäche zunutze machen. Für sie reicht es schon, wenn sie ihre Tier-Mensch-Form annehmen.
Wenn jemand einem Säugetier schadet, wird dies weiterhin dazu führen, dass Serena ihre rationale Denkweise vergisst und wutentbrannt auf diesen Tierquäler losgeht.

Teufelsfrucht: Die Reset-Frucht hat Serena zwar neue Kräfte verliehen, allerdings nahm sie ihr auch die Fähigkeit zu schwimmen. Im tiefen Gewässer geht sie unter wie ein Stein. Der Kontakt mit Wasser schwächt sie generell. Außerdem kann ihr Seestein zum Verhängnis werden, da der direkt Kontakt damit sie ihrer Kräfte beraubt - nicht nur ihrer Teufelskräfte.

Alligatorentrauma: Seit einem schrecklichen Vorfall während ihrer Kindheit, in dessen Folge ihre Mutter ihr Leben verlor, besitzt Serena eine panische Angst vor Alligatoren. Sobald sie eines sieht, wird ihr Körper steif und sie kann sich nicht mehr bewegen. Dies gilt aber wirklich nur für Alligatoren, da sie Krokodile von ihnen unterscheiden kann.


Inventar: Außer einer Packung Kaugummi führt Serena Folgendes mit sich:

Kurzschwerter/Naginata: Serena besitzt zwei Kurzschwerter, deren Klingen aus Aréca hergestellt wurden. Somit besitzen sie die Fähigkeit, bei Dunkelheit zu leuchten, sofern sie am Tag genug Sonnenlicht gespeichert haben. Die Klingen sind etwa 55 cm lang und wiegen jeweils 800 g, die blauen Griffe der Kurzschwerter lassen sich ausfahren und verbinden, wodurch eine Naginata entsteht, die an beiden Enden mit Klingen bestückt ist.. Diese Naginata, die demnach ein Gesamtgewicht von 1,6 kg aufweist, ist allerdings mit einer Gesamtlänge von 180 cm eine Nummer kleiner als gewöhnliche Naginata.

Panzerhandschuhe: Serena besitzt ein Paar blaue Panzerhandschuhe, die sie unscheinbar als Armbänder mit sich führt. Sie wiegen jeweils 1,25 kg. Durch einen Mechanismus lassen sich diese Armbänder zu den Panzerhandschuhen ausfahren, die ihre Unterarme fast komplett schützen. Die Panzerhandschuhe dienen ihr aber nicht nur zum Schutz, sondern stellen eine weitere Waffe dar. Mit den Geschossen der Panzerhandschuhe, von denen jeder Handschuh 12 Stück fassen kann, kann sie auf zweierlei Arten angreifen. Entweder sie erzeugt direkt aus ihren Panzerhandschuhen kinetische Stöße, ähnlich einer kleinen Explosion, die ihr einerseits zum Angriff, aber andererseits auch zur Unterstützung dienen können, oder sie feuert diese Geschosse wie Pistolenkugeln ab. Die effektive Reichweite diese Geschosse beträgt dann etwa 60 m. Die kinetischen Stöße wirken ähnlich wie ein Impact Dial und erzeugen genauso einen Rückstoß, der Serena ebenfalls schaden kann, zumindest, wenn sie nicht dazu in der Lage ist, diesen abzufedern, wenn sie z. B. zu geschwächt dazu ist. Die Stöße der Panzerhandschuhe besitzen aber nur etwa 50 - 60 % der Kraft eines aufgeladenen Impact Dials. Bei beiden Gebrauchsarten verbraucht Serena ihre handelsübliche Munition - sie braucht sich also prinzipiell keine Sorgen um Nachschub zu machen. Um zwischen den beiden Arten zu wechseln, genügt eine Drehung am Handgelenk.

Referenz: Ember Celica (RWBY)


¬ ATTRIBUTE & FÄHIGKEITEN:

Stärke: E
Geschwindigkeit: C
Geschicklichkeit: D
Ausdauer: C

Support-Fähigkeiten
Archäologin: B
Diebin: E
Kampf-Fähigkeiten
Kurzschwerter: C
Naginata: D
Panzerhandschuhe: E
Sprungkraft: D
Premium-Fähigkeiten
Seimei Kikan: E
Reset-Frucht (Teufelsfrucht): D


¬ TECHNIKEN:

Name: Strike Back
Art: Teufelskraft / Angriff
Reichweite: Nahkampf
Beschreibung: Serena erzeugt mit ihren Händen pinke Energie, bevor sie auf ihr Ziel losstürmt und es mit der Faust schlägt. Durch die pinke Energie wird das Ziel daraufhin verjüngt bzw. zurückgesetzt. Die Wirkung hängt dabei davon ab, wie gut sie ihre Teufelskräfte beherrscht.

Name: Schlag-Festlich
Art: Angriff
Reichweite: Nahkampf
Beschreibung: Serena schlägt mit unglaublicher Geschwindigkeit auf ihren Gegner ein. Dabei erscheint es so, als würde sie mit unzähligen Fäusten zuschlagen.

Name: Hieb- und Stich-Festlich
Art: Angriff
Reichweite: Nahkampf (Kurzschwert-Länge)
Beschreibung: Serena sticht mit unglaublicher Geschwindigkeit mit ihren Kurzschwertern auf ihren Gegner ein, so dass es so aussieht, als würde sie mit unzähligen Klingen zustechen.

Name: Sharp Twister
Art: Angriff
Reichweite: Nahkampf (Naginata-Länge)
Beschreibung: Serena lässt ihre Naginata rotieren und rennt dann auf ihr Ziel zu, um es mit den rotierenden Klingen zu zerschneiden.

Name: Kinect
Art: Angriff
Reichweite: Nahkampf
Beschreibung: Serena schlägt ihr Ziel mit ihren aktivierten Panzerhandschuhen, wobei ein Geschoss im Panzerhandschuh platzt, wodurch ein kinetischer Impuls freigesetzt wird, der ihrem Ziel Schaden zufügt. Diese Technik lässt sich auch dazu einsetzen, um ihre Bewegungen zu beschleunigen oder aber um höher springen zu können, indem sie den Impuls in Richtung Boden freisetzt, in dem Moment, in dem sie abspringt. Allerdings kann Serena sich mit dieser Technik auf diese Weise selbst Schaden zufügen, wenn sie nicht aufpasst.

Name: Voice-over
Art: Unterstützung / Täuschung
Reichweite: Hörweite
Beschreibung: Serena wendet das Seimei Kikan an, um ihre Stimmbänder vibrieren zu lassen, sodass sie ihre Stimme verzerrt. Auf diese Weise kann sie ihre richtige Stimme verbergen und sogar andere Stimmen imitieren.


Zuletzt von Serena am Fr Jul 01, 2016 9:07 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Serena Caruso   Do Jun 30, 2016 12:47 pm

Bin leider immer noch nicht mit der Story durch. Komme in letzter Zeit einfach nicht ordentlich zum lesen, sorry. Werde also erst mal das schreiben, was ich zum Rest habe.

Alter: 25 Jahre

Persönlichkeit:
Du schreibst sie geht keine Risiken ein, die ihr Leben ernsthaft gefährden. Beim gängigen One Piece Setting muss ich daher direkt nachfragen: ist das wirklich ein Absolut? Gibt es also wirklich nichts, aber auch gar nichts auf der Welt für das Serena ihr Leben aufs Spiel setzen würde?
Zum Thema Säugetiere: Da Serena keinem Säugetier etwas antun könnte, wie schaut es da mit der Ernährung aus? Ist sie Vegetarierin?
Vorschlag meinerseits zur Farbe Blau, weil es ein cooler Tick werden könnte, denke ich: Suche/Vorliebe nach/für blaues Essen.
Serena trägt das Herz auf der Zunge, kann aber verschwiegen sein und so wie ich sie einschätze, kann sie sehr verschlagen sein, sprich lügen und täuschen. Liegt ein wenig im Widerspruch, den du kurz mit bestimmten Situationen lösen solltest.
Bestimmte Vorliebe von Musik?

Jetzt noch das allgemein Standardmäßige: Du schreibst zwar das sie die Flagge der Marine hasst und Feind der WR ist. Trotzdem fehlen mir Informationen zu den Fraktionen. Wie genau äußerst sich ihre Abneigung gegen die Marine und die WR? Nur weil diese sie jagen oder sieht sie in ihnen etwas Böses? Wie steht sie zu der Revolution und ihrem Kampf mit der WR? Würde sie sich ihnen theoretisch anschließen? Andere Piraten/Piraten allgemein: Wie steht Serena Piraten gegenüber? Sind sie das Übel der Meere oder Mittel zum Zweck für sie?
Dann zu Freunden: Du schreibst zwar das sie recht verschlossen ist, aber wie schaut es aus, wenn sie jemanden wirklich vertrauen würde? Was wenn dieses Vertrauen gebrochen wird? Auch im Blick darauf, dass sie keine Risiken über ihr Leben eingehen will.
Wie steht es bei Serena mit Rangordnung? Kann sie sich unterordnen und Befehle ausführen oder ist sie selber eine Anführerin? Oder eine Einzelgängerin auf deren Kooperation man sich nicht verlassen kann?
Wieder Interessensfrage: Wie geht Serena im Alltag mit ihren Kräften um? Nutzt sie diese zu ihrem Vorteil oder verheimlicht sie sie?
So, jetzt aber wirklich der letzte Punkt: Da du im Kampfstil nicht darauf eingehst, welche Psyche hat Serena bei Kämpfen? Du schreibst zwar das sie mutig ist, aber was denkt sie? Wie reagiert sie? Ist sie selbstherrisch, reizbar im Kampf etc?

Teufelsfrucht:
Zum Thema der Auflösung des Reset-Zustand: Hier bitte anmerken das es immer anstrengender wird je mehr resetet und je weiter zurück resetet wird. (Sprich etwas um 10min zu reseten ist anstrengender als 20Jahre) Außerdem anmerken, dass Erschöpfung ebenfalls die Fähigkeiten der Frucht zurücknehmen können. So wie Ace kein Feuer erschaffen kann, wenn ihm die Kraft fehlt, verliert Serena die Fähigkeit zu reseten oder einen Reset aufrecht zu halten.
Zur Tabelle: Die Energiebälle erlaube ich dir nicht vor Beherrschung B, da sie eine sehr stark fortgeschrittene Anwendung der TF darstellt. Außerdem hätte ich gern, dass der Reichweitereset einen weiteren Nachteil erhält. Anstatt also einen sofortigen Reset zu bewirken, sollte der Reset sich wesentlich langsamer als bei Berührung vollziehen und sich wie eine Art Virus ausbreiten. So könnte man dem Reset des ganzen Körpers zum Beispiel entgehen, indem man sich den getroffenen Arm abhackt, etc.
Beim Punkt B hörst du mitten im Satz auf.
Zuletzt würde ich den Bereich-Reset um den ganzen Körper herum (bei dir ab A möglich) fürs erste bitte auf S erhöhen. In dieser Art würde ich mir nämlich das Erwecken der Frucht vorstellen und erst mal so handhaben. Sobald wir mehr über das Erwecken von Früchten wissen, kann man dass dann ja im Nachhinein sinnvoll anpassen.

Kampfstil:
Das erste was mir aufgefallen ist: Naginata und Panzerhandschuhe sind beides keine Waffen, welche zu einem (Hoch-) Geschwindigkeitskampfstil passen, in meinen Augen. Da wir aber ja in One Piece sind und Leute wie Falkenauge selbst mit einem Riesenschwert rumwirbeln als wären es Streichhölzer, ist das wohl vernachlässigbar.

Andere Sache die mir jedoch ins Auge fällt: Du schreibst das Serena risikofreudig sei. In der Persönlichkeit steht, sie geht kein Risiko für ihr Leben ein.
Kinetische Stöße der Panzerhandschuhe? Das heißt genau was? Du schreibst zwar das die Panzerhandschuhe im Fernkampf dienen sollen, aber sagst nicht mehr dazu.

Inventar:
Gewicht der Kurzschwerter/Naginata hinzupacken. Auch die Panzerhandschuhe müssen mit einem Gewicht versehen werden. Gerade im Hinblick darauf, dass jedes Gewicht im Hochgeschwindigkeitskampf stark negativ wirkt.

Zu den Panzerhandschuhen fehlen mir recht viele Informationen hier. Zum einen wie es um den Rückstoß aussieht (in der Story kugelt es Serena die Schulter aus), Reichweite und Feuerkraft der Waffe, wie kann man die Dinger im Kampf beschädigen etc. Außerdem sind mit 48 Schuss mit einem Reichweite-Impactdial viel zu viel. Die Waffe würde/müsste bis zur Mitte der Grandline beinahe jeden Oneshotten können und die Tatsache das die Waffe mit Leichtigkeit Steinböden zertrümmern kann (wie bei RWBY) ist auch so eine Sache.

Techniken:
Hieb-und Stich-Festlich - Mit der Naginata wirst du kaum so einen Angriff hinbekommen und selbst mit den Kurzschwertern ist es zu bezweifeln. Dies liegt nicht an der fehlenden Geschwindigkeit, sondern an der fehlenden Stärke. Außerdem dürfte ein derartiger Angriff mit einer Naginata, die ja weniger zusticht als Guillotine-artig mit sehr großen Angriffen zuschlägt.

Throwback - Wie gesagt bitte erst ab TF B möglich.

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Serena

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BeitragThema: Re: Serena Caruso   Fr Jul 22, 2016 5:49 pm

Auf die freundliche Bitte hin kommt hier nun der Post, der signalisiert, dass ich mit der Bearbeitung fertig bin.

Challnge Accepted.
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BeitragThema: Re: Serena Caruso   Fr Jul 22, 2016 6:15 pm

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BeitragThema: Re: Serena Caruso   Fr Aug 19, 2016 11:07 pm

So, nachdem nun zwei Bewerbungen von Usern angenommen wurden, die sich deutlich später angemeldet hatten und folglich auch ihre BW später fertiggestellt haben, wollte ich mal nachfragen, was denn nun mit meiner ist.
Wenn andere sich nach fast einem Monat anstellen, dann darf ich nach über zwei Monaten wohl auch mal nachfragen, auch wenn ich die lange Wartezeit teilweise auch selbst verschuldet habe. Andererseits, wenn man gesagt bekommt, dass sich jemand darum kümmert und dann Wochen später immer noch nichts Neues kam, wird man sich erst Recht fragen dürfen, was los ist.
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BeitragThema: Re: Serena Caruso   Sa Aug 20, 2016 10:25 am

Ich bitte vielmals um Verzeihung.

Ich hab mich vorher noch um Seraphinas Bewerbung gekümmert weil sie um einiges kürzer war um sie schnell aus dem Weg zu bekommen. Außerdem ist es schon lange her, dass ich eine so lange Bewerbung lesen durfte, deswegen ist es ziemlich zeitverschlingend sich darum zu kümmern. Ich versuche auch nicht mich dafür zu entschuldigen, sondern nur noch mal zu sagen, dass ich mich kümmer und du mir gerne dafür die Hölle heiß machen kannst.

Trotzdem hoffe ich du hast erbarmen mit mir. Ich versuch dich nicht mehr lange warten zu lassen.

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BeitragThema: Re: Serena Caruso   Mo Aug 22, 2016 1:23 pm

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